Eine sehr traurige Geschichte

Diskutiere Eine sehr traurige Geschichte im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; bisher eine mehr als spannende, äußerst mitreißende geschichte... ich bin beeindruckt von deiner kraft, wieder und wieder neue, stark...
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  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #21
bisher eine mehr als spannende, äußerst mitreißende geschichte...
ich bin beeindruckt von deiner kraft, wieder und wieder neue, stark vernachlässigte oder gar totkranke tiere aufzunehmen, im glauben, ihnen helfen zu können... und dass du trotz vieler verluste immer weiter gemecht und dich um das nächste hilfsbedürftige wesen gekümmert hast!
ich bin mir im moment noch nicht so sicher, weshalb jemand wie du das gefühl haben sollte, einen schlimmen fehler gemacht zu haben, bisher konnte ich aus deiner geschichte nur herauslesen, dass du äußerst aufmerksam deine umweld betrachtest und du trotz aller rückschläge dein ziel weiter verfolgst.
und auch menschen, die mit so großer gewissenhaftigkeit ihre umwelt betrachten und einschreiten, wenn etwas anders läuft als es sollte, machen manchmal fehler...

liebe grüße
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #22
Hallo Corrie auch ich finde deine geschichte fesselnd bitte schreib weiter !!!!!!!!!!!!!!!!!
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #23
Danke für Eure Antworten.

Es fällt mir sehr schwer weiter zu schreiben.

Zu dem Zeitpunkt als ich meinen grauen Kater suchte, waren alle Tiere aus unserer Menagerie bereits verstorben oder bei unseren mittlerweile erwachsenen Kindern. Wir hatten auch aufgehört eine Familie zu sein. Die Kinder und mein 'Lebensgefährte' waren ausgezogen und mit ihnen ein Teil unserer bis dato noch lebenden Tiere.

Zu dem Zeitpunkt als ich meinen grauen Kater suchte, lebte ich schon einige Zeit alleine mit zwei Katern. Ich war also in einem bestimmten Tierheim und entdeckte dort in einer der Boxen ein kleines Felltier mit einem riesigen Kopf, spitzen Ohren, einem relativ kleinen Körper, das dort saß und halb verschlafen aus seiner Box nach unten guckte. ""Was ist das denn?" "Eine norwegische Waldkatze". "Wie kommt denn dieses Tier in ein Tierheim?" Kinder hatten sie gefunden, sie war angefahren worden und lag als zitterndes, blutendes Fellknäul auf der Strasse. Man konnte sie nicht anfassen. Die Kinder haben die Eltern benachrichtigt und die Eltern haben den Tierschutz angerufen. Sie wurde abgeholt, versorgt und gesund gepflegt. Als ich sie kennen lernte, war sie gerade schwer erkältet. Sie hatte Schnupfen. Sie war gegen Katzenschnupfen geimpft und die Tierpflegerin meinte, dass sie keinen 'normalen' Katzenschnupfen habe, sie sei eionfach permanent erkältet. Ich bin dann wieder gegangen, ohne ein Tier, denn mein Kater war dort auch nicht.

Aber ich musste langsam einen Spielgefährden für meinen roten Kater sorgen, denn dieses Tier konnte nicht alleine gehalten werden. Ich bin dann ein paar Tage später wieder ins Tierheim gefahren und hab mich erkundigt, ob ich die kleine norwegische Waldkatze übernehmen dürfte. Das Tier war noch keine 6 Monate alt, sie war fast ausgewachsen, aber zu jung, um kastriert zu werden. Sie wollten das Tier nicht gefährden, es war geschwächt, es hatte diese permanente Erkältung. Das Tier zitterte am ganzen Leib. Die Leute im Tierheim hatten Bedenken, sie abzugeben. Es ist zu früh. Sie haben sich miteinander beraten. Eine der Damen meinte, "bei uns wird sie nie gesund, sie braucht ein Zuhause".

Ich durfte sie mitnehmen, in einer Pappschachtel, gegen die Schutzgebühr und nach Unterzeichnung eines Vertrags, dass ich meine Pflegekatze kastrieren lasse, spätestens dann, wenn sie zum ersten Mal rollig war. Bei Zuwiderhandlung hätte ich eine sehr hohe Geldbuße bezahlen müssen, und man hätte mir das Tier weggenommen. Ich hab den Vertrag unterzeichnet, schließlich war sie nicht meine erste Katze.

Ich hab sie mitgenommen in unsere Dachwohnung, sie vorsichtig aus der Schachtel rausgenommen und aufs Sofa gesetzt. Unser roter Kater saß auf dem Boden und guckte mir zu, wie immer. Immer wenn ich heimkam, kam er auf mich zu und guckte mich an, als wolle er mich fragen, ob ich seinen Bruder gefunden hätte. Er schaute mich ein Weilchen an, ich würde ja sagen, wir 'sprachen miteinander', aber das wird so mancher Leser nicht begreifen. Er legte sich dann nach einem Weilchen auf seinem Stuhl und döste vor sich hin. Dies Mal blieb er auf dem Boden sitzen und guckte sich das graue Fellbündel an. Er bewegte sich nicht vom Fleck und das Fellbündel blieb sitzen, zitternd, schniefend. Ich blieb bei den Beiden, aber da passierte überhaupt nichts. Sie hatten einander, meiner Ansicht, wahrgenommen. Ich hab mit meinen Kater gesprochen und ihm versucht zu erklären, dass wir eine kleine Schwester ins Haus genommen haben. Mein Kater nahm es zur Kenntnis, wandte sich ab und holte sich etwas zu fressen. Das war das erste Mal, dass er sich alleine etwas zum fressen holte, seit sein Bruder fort war. Ich hatte ihn die ganze Zeit mühevoll von Hand gefüttert. Ich hab ihm das Nassfutter ins Mäulchen gesteckt und das Mäulchen zugehalten, bis er schluckte. Jetzt holte er sich endlich Bröckchen und fraß sie. Ein gutes Zeichen? Ich hab beide nicht gestreichelt, um sie nicht auf einander eifersüchtig zu machen.

Das Felltierchen auf meinem Sofa bewegte sich nicht, aber sie atmete. Sie schniefte auch immer mal wieder. Ich hab mit ihr gesprochen, damit sie sich an meine Stimme gewöhnte. Als unser Kater auf seinem Stuhl verschwand und vor sich hin zu dösen begann, hab ich das Felltierchen auf den Schoß genommen und es gestreichelt. Es zitterte und schien zu frieren, es schlotterte und nießte, schnupfte und maunzte kläglich vor sich hin. Ich behielt sie auf dem Schoß, eingewickelt in warme Decken. Ich hab sie gestreichelt, ich hab sie von Hand gefüttert, Bröckchen für Bröckchen, wie bis vor kurzem den Kater. Er näherte sich ihr nicht. Sie fauchte nicht nach ihm, ich nehme mal an, dass sie ihn wahrnahm, aber das zeigte sie nicht. Die Tiere waren von Anfang an zusammen in einem Raum. Wenn ich weg mußte, setzte ich das Felltier in ein abschließbares Katzenkörbchen, aber auch nur die ersten Tage. Dann hab ich die Beiden alleine gelassen, in der Hoffnung, dass es gut geht. Der Kater war kastriert. Es ist nichts passiert. Die Beiden lebten in einer Wohnung, sie akzeptierten einander kampflos, sie fraßen später ab und an aus einem Futternapf. Sie wurden nie die großen Freunde, wie es die beiden Brüder waren, aber sie kamen miteinander aus. Sie spielten kaum miteinander, denn unser Felltier mußte erst spielen lernen. Unser Felltier wurde gesund, sie hat Schnupfen und Triefnase verloren, aber rollig wurde sie nicht. Sie war nun schon eine ganze Weile bei mir. Die Leute vom Tierheim hatten nachgefragt und mich aufgefordert, mit dem Tier zum Tierarzt zu gehen, um sie kastrieren zu lassen. Ich hab ihnen gesagt, dass sie noch immer nicht rollig war. Ich war auch bei unserem Tierarzt mit ihr, aber der meinte auch, es hat noch Zeit. Der Kater ist ja kastriert. Ich hab mir damit viel Kritik und böse Worte eingehandelt von den Leuten im Tierheim und die Erinnerung an den Vertrag, sowie die Drohung, dass man mir die Katze auch wegnehmen kann, wenn ich vertragsbrüchig würde.

Ich wollte meine Katze natürlich nicht mehr hergeben, es ging ihr gut bei uns. Sie hatte es gut, sie hatte ihr Zuhause gefunden. Als sie ungefähr anderthalb Jahre bei uns war, kam eines meiner erwachsenen Kinder zu Besuch. Sie hatte gerade eine sehr traurige Erfahrung gemacht und wollte nicht alleine sein. Sie bat mich, ihr die Katze mitzugeben, nur für ein paar Tage. Sie hat mir hoch und heilig versprochen, auf die Katze aufzupassen, sie nicht raus zu lassen, kein Fenster, keine Türe aufzulassen ... und ich Depp hab ihr glauben wollen, trotz einem sehr schlechten Gefühl dabei. Ich hab sie ihr mitgegeben. Die Beiden kannten einander gut, vetrauten einander. Das kleine Felltier war sehr zutraulich, in erster Linie bei mir, aber auch bei meinen Kindern.
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #24
Hallo Corrie,

dein Schreibstil läßt einen wirklich nicht los. Hab bitte Verständnis, wenn du damit Ungeduld schürst...;-):-D Ich finde, das du mit deinen Tiergeschichten u. Erfahrungen mindestens ein Buch füllen solltest...wirklich!;-) Dies wäre lehrreich u.unterhaltsam für viele Tierhalter u.würde solchen, die es werden wollen helfen, Fehler zu vermeiden... Ein Buch von dir hätte sicher Bestseller-Chancen...;-)

LG, Phoenzicke
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #25
Bring mich nicht zum lachen, wenn mir zum heulen ist @ -phoenzicke- ;-)
Danke für Deinem Kommentar.

Ich zittere mindestens so sehr wie meine kleine Langhaarkatze, als ich sie zu mir nahm...

Mir ist die Umstellung von tierreicher Großfamilie mit großer Wohnung auf Alleinleben mit zwei Tieren nicht allzu gut bekommen. Das Auseinanderbrechen meiner Familie, Verlust von Arbeit, Einkommen und Wohnung vollzog sich in wenigen Monaten. Ich wurde depressiv. Dass die meisten der Tiere nicht mehr bei mir waren, war gut für sie. Ich konnte sie zu dem Zeitpunkt nicht mehr versorgen. Die beiden Katzentiere habe ich versorgt, aber ich hätte meine Katze meiner Tochter nicht mitgeben dürfen.

Meine Tochter wohnte damals ebenerdig in einer kleinen Stadt, nicht weit entfernt. Sie war in unserer Menagerie groß geworden, hatte erlebt, wie sehr ich auf meine Katze aufpasste, die zwar in einer der Wohnungen auf den Balkon durfte, aber nicht aus dem Fenster und nicht aus der Türe. Wenn sie vom Balkon gefallen wäre, wäre sie nach einem Stockwerk Freiflug sanft im Gras gelandet. Wahrscheinlich hätte ich sie laufen lassen können, aber ich traute mich nicht, auch wegen der Katzenfänger und der vielen Tier-Todesfälle durch Gift. Die haben die Tiere bei uns im Dorf sogar aus den geöffneten Fenstern im Erdgeschoß gestohlen. Es kam immer wieder zu schweren Mißhandlungen, Katzen wurden die Augen ausgestochen, sie und Hunde fraßen Gift und starben oft qualvoll.

Warum macht Ihr das, Menschen? Fresst Euer Gift doch selber oder geht besser zum Psychiater, um Euch heilen zu lassen, denn Ihr seid krank.

Meine Tochter und meine Söhne sind der Meinung, dass man Tiere nicht in der Wohnung einschließen sollte. Meine Kinder lassen ihre Tiere aus dem Haus, sie sind bis jetzt alle wieder heil nach hause gekommen. Wir sind da ganz unterschiedlicher Meinung, sie bezeichnen mich als Angsthasen, der sich völliog falsch verhält und eigentlich kein Tier halten dürfte.

Meine Tochter hat mir hoch und heilig versprochen, dass sie meine Katze nicht frei läßt. Dass man ein Tier in ein verschließbares Katzenkörbchen oder in einen Raum mit geschlossenen Fenstern setzen kann, wenn man seine Betten aus dem Fenster hängt und den täglichen Großputz macht, hatte ich eigentlich als Selbstverständlichkeit angenommen. Soviel Zeit und Mühe wäre vielleicht noch drin gewesen? Aber meine Kinder sind ja so klug, sie wissen alles besser.

Die Katze bekam ihren täglichen Freilauf, sie ist einfach entwischt und meine Tochter hat sie wieder eingefangen. Die Beiden turnten über Dächer, durch Gärten, über Straßen, lebensgefährliche Situationen für Beide. Sie haben es beide überlebt. Als ich meine Katze nach ca 2 Wochen wieder bekam, erkundigte ich mich bei meiner Tochter, warum das Tier so einen dicken Bauch habe? "Sie hat gut gefressen", bekam ich als Antwort. Ich war sehr mißtrauisch, aber meine Tochter versicherte mir, dass nichts passiert sei. Was sich da wirklich abgespielt hat, hab ich viel später erfahren....
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #26
@ JaKeLiNe - .. OT, sag' mal, gibt es in Waldbröl eine Art Stauwehr/Kleinstwasserfall der Sieg mit Gänsen?

.. dann wäre ich da bereits gewesen ...
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #27
@ JaKeLiNe - .. OT, sag' mal, gibt es in Waldbröl eine Art Stauwehr/Kleinstwasserfall der Sieg mit Gänsen?

.. dann wäre ich da bereits gewesen ...
weiss ich nicht, da war ich noch nicht. Aber mich hast Du ja auch nicht gefragt ;-)


Meine kleine Langhaarkatze lebte sich wieder ein bei mir und meinem Kater. Bei mir hatten die beiden Tiere kein so großes Bedürfnis die Wohnung zu verlassen. Der Kater sowieso nicht, aber auch die kleine Waldkatze nicht. Bei meiner ersten Katze musste ich sehr gut aufpassen, sie lauerte auf jede Türe, die geöffnet wurde und, sie war sehr schnell. Der kleine Kater, den ich jetzt habe, zeigt das gleiche Verhalten. Meine Langhaarkatze und mein Kater gingen ab und an im Haus spazieren, waren bei allen Nachbarn bekannt und kamen maunzend wieder heim.

Unsere zweite Katze, aus dem Tierheim, hatte Angst im Freien. Wenn wir sie in den Garten setzten, raste sie - fast auf den Boden gedrückt - zurück in die Wohnung. Sie verschwand in der hintersten Ecke der Wohnung und kam erst wieder zum Vorschein, wenn keine Gefahr mehr bestand, dass wir sie raus lassen würden. Sie war schon erwachsen, als ich sie übernahm, sie war ausgesetzt worden, aber sie war auch mißhandelt worden. Sie war sehr sensibel und verlor die Haare an ihren Beinen, wenn sie sich aufregte. Die Beine wurden dann ganz kahl. Sie war nicht der Aggressator unserer beiden Katzentiere, sie hätte nicht angegriffen, aber sie hat sich gewehrt. Meine erste Hauskatze, die mit jedem Tier zurecht kam, ertrug es nicht, dass wir eine zweite Katze ins Haus nahmen. Ich hätte sie ins Tierheim zurückgebracht, es war auch von vorneherein vereinbart, denn ich hatte unsere häusliche Situation dort beschrieben, aber mein Lebenspartner hat sich geweigert, das Tier herzugeben. Er wollte, dass ich meine erste Katze hergeben sollte. Das kam natürlich nicht in Frage. Ich hätte mich nie von meiner ersten Katze getrennt, eher von meinem Lebenspartner...

Meine langhaarige Waldkatze war also wieder zuhause. Sie setzte sich auf Ihr Plätzchen auf der Kommode und beobachtete mich wachsam und interessiert. Sie war sehr schön, ganz langes seidenweiches Haar, grau mit weiß, ein wunderschönes Gesicht, Ohren wie ein kleiner Luchs mit weißen Fädchen, sie hatte 'Wattebäuschchen' zwischen den Zehen, einen sehr langen, sehr behaarten Schwanz. Das Tier war eine zarte, anhängliche, sehr sanfte Hauskatze, die ihre Krallen nicht gebrauchte, nichts kaputt machte, sehr gut springen konnte und lautlos wieder aufkam. Sie war sehr grazil und sehr elegant. Der große Kopf hat sich bei all dem Fell und den langen Haaren im Lauf der Zeit ein bisschen verloren.

Irgendwann wurde meine langhaarige Katze unruhig. Sie begann zu miauen und benahm sich anders, unruhig, unzufrieden, sie zerkratzte meine Tapeten, warf ihr Futter um sich, verteilte das Katzenstreu in der Wohnung. Ich dachte, dass sie nun endlich rollig wäre. Ich konnte nicht zum Tierarzt, da ich kaum noch Geld zum leben hatte. Ich hab die beiden Katzentiere dann in den Vorraum gesetzt, denn der Kater benahm sich auch nicht viel besser. Damals war ich sehr depressiv und habe mich kaum noch um meine Katzentiere gekümmert. Der Freund kam zu Besuch, sah 'seinen' Kater im Vorraum und nahm ihn mit: "was Du mit Deiner Katze machst, musst Du selbst verantworten, mit meinem Kater gehst du so nicht um!" Er hat auch Katzen und wohnt ebenerdig in einer anderen Stadt, der Kater lebt seitdem bei ihm. Nun war ich mit meiner Katze allein, holte sie wieder ins Wohnzimmer und erlaubte ihr ratlos, meine Einrichtung zu zerstören. Sie zeigte ein, für sie, sehr seltsames Verhalten. Sie wollte auch unbedingt raus. Sie war kratzbürstig, unfreundlich, unnahbar, irgendwie war sie schlechter Laune. Sie maunzte sehr viel und, sie wurde immer dicker....

Als ich meine kratzbürstige Langhaarkatze mal wieder auf den Schoß nahm und ihren Bauch abtastete, wusste ich dann Bescheid: Nachwuchs. Ich stellte meine Tochter telefonisch zur Rede, sie hat mir dann von dem Nachbarskater erzählt, der bei ihnen ums Haus schlich und immer mal wieder auf dem Fensterbrett saß. Der Nachbarskater hatte anscheinend auch Flöhe gehabt, denn ich hatte - außer meiner Katze - noch eine Vielzahl weiterer Mitbewohner, mit einer gewissen Ähnlichkeit mit Blutsaugern: Flöhe. Es war nicht ganz einfach, sie wieder weg zu kriegen. Ich hab das leider auch nicht frühzeitig genug bemerkt. Ich hab meine Katze oft gekämmt, aber Flöhe sah ich nicht. Ich bemerkte sie erst, als sie mich bissen.

Und dann ... dann kam die Entbindung unter dem Schaukelstuhl. Ein Kind wurde tot geboren. Vier Fellhaarknäulchen lebten. Meine Katze leckte sie sauber, legte sich hin und ließ sie trinken. Ich hab sie und ihre Kinder dann in ein Kinderbett gesetzt, wo die Kleinen sicher aufgehoben waren. Meine Katze hat sich rührend um ihre Kinder gekümmert. Sie wuchsen heran, gediehen gut und wurden kleine pummelig-runde Langhaarschönheiten. Wir haben mit ihnen gespielt, meine Katze und ich. Ich durfte ihre Kinder streicheln, in die Hand nehmen. Sie hatte völliges Vertrauen zu mir. Nach ca 4 Wochen hat sie aufgehört zu stillen. Ich hab mich beraten lassen, holte mir Katzenmilch und hab die Katzenkinder mit Löffeln und Fläschchen gefüttert. Es ging eine ganze Weile hut, die Katzenkinder waren ca 8 Wochen alt, als das größte der kleinen Katzenbabies tot auf seinem Kissen lag. Ich weiss nicht, woran es gestorben ist, es war tot. Die anderen tollten herum. Dann, ein paar Tage später, starb das zarteste der Jungtiere, ein kleines Mädchen.

Die beiden grauen Kater blieben am leben. Sie sind beide noch in der Familie, einer lebt bei meinem Sohn, der andere bei meiner Tochter. Beide Kater waren ca. 6 Monate alt, als ich sie (kastriert) hergab. Wir hatten, kurz nachdem meine Katze abgestillt hatte, Besuch der Leute vom Tierheim. Sie wollten nicht in die Wohnung, sie wollten meine Katze sehen. Ich hab sie ihnen zitternd gezeigt. Sie war völlig sauber und ihre Zitzen hatten keine Milch mehr, man sah ihr die Schwangerschaft nicht an. Sie gingen wieder und haben sich nochmals das Versprechen von mir geben lassen, meine Katze nun endlich kastrieren zu lassen. Meine Katze wurde zusammen mit ihren Söhnen kastriert. Ich hatte wieder eine Arbeit gefunden, es ging wieder ein bißchen besser mit uns. Ihre Söhne sind heute genauso schön, wie sie es damals war.

Die Geschichte ist noch nicht zu ende...
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #28
@

JA gibts bei uns in der Nähe..... is schön hier ^^

@ Corrie

Ich bin wirklich angetan von dem was du schreibst. Jedes Mal wenn ich einen Abschnitt von dir lese kann mein Freund mich nimmer ansprechen! Ärgert ihn schon ^^
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #29
weiter, weiter :)

Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen..so ist es eben, das wahre Leben...
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #30
jaaa, weiter :)
ich sitze auch hier und warte gespannt wann du weitererzählst :)
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #31
Als meine Tochter für einige Monate ins Ausland mußte, durch ihre Arbeit, brauchte sie unser Katerkind zu mir zum aufpassen. Meine Katze und ihr Sohn waren ein Herz und eine Seele, sie haben sich sehr gut verstanden. Nur, der kleine Kater war schrecklich verfressen. Er war ja auch kugelrund. Ich musste die beiden Tiere zum füttern trennen. Der Kater fraß sehr schnell, seine Mutter sehr langsam. Ich mußte meine Katze von hand zu füttern, damit sie genug fraß und genug Flüssigkeit zu sich nahm. Sie war nach der (viel zu frühen) Schwangerschaft im Alter von ca 19 Monaten und der Kastration sehr geschwächt. Sie war lieb wie eh und je. Sie hat ihren beiden Söhnen alles beigebracht, was Katzenkinder wissen sollten. Auch wenn sie nicht lange genug stillen konnte, sie war eine sehr liebevolle Mutter, mit viel Geduld. Erzogen hat sie die Kinder. Ihre Kinder waren wunderschön. Ich hatte natürlich auch keine Abnehmer für sie, es ist auch sehr fraglich, ob ich sie hergegeben hätte, an Fremde wahrscheinlich nicht. Es waren 8 wunderschöne Monate, die leider sehr traurig zu ende gingen, denn dass mir zwei der Kinder sterben würden, hatte ich nach all der Zeit nicht erwartet.

Ich ging wieder arbeiten, meine Beiden waren alleine zuhause. Mein kleiner Kater schärfte seine Krallen an meinen Tapeten, Vorhängen und Möbeln, turnte duirch die Wohnung, manchmal hatte ich den Eindruck, dass ich einen kleinen Affen im Haus hatte, denn das Tierchen hängte sich überall mit den Vorderpfoten fest und baumelte dann, kläglich jammernd, mit den Hinterbeinen nach unten in der Luft. Sein Bruder ist nicht ganz so wild und hält von solchen Turnkünsten nicht allzuviel. Er frisst auch nicht so schnell und nicht so viel.

Ich hab mich bei meiner Arbeit erkältet, dachte ich. Ich hatte plötzlich fürchterliche Schmerzen. Ich bekam kaum Luft, mir drehte sich alles, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel. Ich ging weiter zur Arbeit, denn ich wollte meinen Job nicht verlieren. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, Fieber. Ich hab noch eine Woche lang gearbeitet, dann ging es nicht mehr. Ich kriegte einfach keine Luft, ich konnte nicht atmen, jeder Atemzug tat grauenhaft weh. Mein Hausarzt konstatierte eine Lungenentzündung und wollte mich einweisen. Ich wollte nicht ins Krankenhaus, ich wollte unbedingt zuhause bleiben. Ich fuhr wieder nach hause und versackte allmählich in einer Art Koma. Es ging mir extrem schlecht, ich hatte Fieberwahnvorstellungen, wußte nicht mehr wo ich war. Auf die Idee, die Notfallnummer zu wählen, kam ich nicht. Meine Nachbarn wußten, dass ich schwer krank war, aber sie hatten nur den Rat für mich, ins Krankenhaus zu gehen. Es hat sich niemand um mich und meine Tiere gekümmert. Ich hab die Tiere gefüttert und ihnen Wasser hingestellt, aber ich hab meine Katze nicht von Hand gefüttert, das war nicht möglich.

Als ich nach vielen Wochen endlich zu mir kam, lag meine Katze im Alter von nur ca. 4 Jahren sterbend in der Küche.
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #32
.. und jetzt muss es weitergehen - zukünftig wirst Du aus dieser schweren Erfahrung gereift sein ...
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #33
Nun quäl uns doch nicht so, Corrie...;-)

Uuups....da war ja schon die Fortsetzung....sorry...;-)
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #34
Ich kann immer nur das gleiche sagen: Ich bin völlig fasziniert von deiner Person und von deiner Art zu schreiben!
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #35
@ Corrie...

ich finde es auch toll, wie du schreibst... vor allem finde ich es klasse, dass du dich noch an so viele Einzelheiten erinnerst....
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #36
Ich denke, all das Gute, was du bis dahin für deine Tiere getan hast, wiegt die schlimmen Sachen mehr als auf. Und selbst die hast du ja nicht böswillig "verzapft". Sie entstanden aus einer gewissen Hilflosigkeit heraus, bedingt durch deine damalige Lebenslage. Du solltest dich nicht selbst wieder mit so schweren Vorwürfen herunter ziehen, jetzt, wo dein Leben wieder in normalen Bahnen läuft u.du alles mit Abstand u. Vernunft beurteilen kannst....;-) "Stürz" dich auf dein neues Zwerglein u.das kommende Zweitzwerglein u. genießt das Leben!;-):-D
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #37
So wie du dein Leben mit den Tieren und für die Tiere schilderst,
glaube ich, dass du wirklich sehr an ihnen hängst und alles für sie
machen würdest. Das hast du auch getan, als du selber krank warst,
so krank, dass du eigentlich in ein Krankenhaus gehört hättest.
Du bist wegen der Katzen zu Hause geblieben, um sie zu versorgen.
Dass dir dafür die Kraft fehlte und du durch dein Fieber gar nicht
gemerkt hast, dass es deiner Katze so schlecht ging, kann dir keiner
zum Vorwurf machen - auch du selber nicht.

Es ist sicherlich gut, dass du all das aufschreibst, nicht nur, um den
Leuten hier, sondern auch um dir selber noch einmal vor Augen zu
führen, dass du immer versucht hast, den Tieren zu helfen und ihnen
ein gutes Leben und ein liebevolles Zuhause zu bieten. Dass deine
Katze dann während deiner Krankheit nicht genug gefressen hat
und wahrscheinlich auch selber krank war, konntest du zu dem
Zeitpunkt nicht verhindern. Das einzige, was du daraus lernen solltest,
ist, dass du möglichst andere Leute um Hilfe bitten solltest, wenn
du selber keine Kraft mehr hast oder so krank bist und auch, dass
du an bei so einer schweren Krankheit an dich und deine Gesundheit
denken solltest. "Freunde" die dir deshalb Vorwürfe machen und
dir dann auch noch deine Tiere wegnehmen (das hattest du in
einem anderen Beitrag geschrieben) kannst du vergessen, das
sind keine Freunde. Ich hoffe, dass es auch andere Freunde gibt,
auf die Verlass ist und die dir helfen, anstatt dir Vorwürfe zu machen.
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #38
Mennemaus bringts auf den Punkt: laß dir helfen, wenn es dir schlecht geht. Tierliebe darf nicht in totaler Selbstaufgabe enden.;-)



Achso...du mußt natürlich trotzem weiter schreiben...;-):-D
 

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  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #39
Ich klinke mich jetz auch mal mit ein. Ich habe eben alles im Zusammenhang gelesen....In Ruhe ohne das ständige Warten auf die nächste Geschichte ..wies weiter geht...

Ich muss sagen ich bin sehr beeindruckt von dir. Das du alles tust um jedes Tierleben zu retten. Selbst das einer Maus. Ich find es nicht dämlich oder krank. Es ist süß.Ich hätte es wahrscheinlich auch getan.

Ich finde es auch schrecklich wie einige Menschen mit Tieren umgehen. Das sind doch eigentlich auch nur Menschen.Nur auf 4 Beinen und mit Fell oder Federn.Sie haben auch Gefühle,Wünsche,Ängste..all das was wir auch haben.
Mach weiter so und vorallem hör auf dein Herz und nicht auf das was andere sagen.Das was du machst und gemacht hast war immer richtig.´und wird immer richtug sein.♥

Lg:smile:
 
  • Eine sehr traurige Geschichte Beitrag #40
Ich hab diese Geschichte hier nicht so sehr für andere Menschen niedergeschrieben, sondern eigentlich für mich, sie aber bewußt in dieses Forum gehängt, denn hier lesen Menschen, die mit Tieren zu tun haben.

Seit ich den kleinen Kater habe, wuchs die Schuld am Tod meiner Katze. Ich suche Worte und versuche mich so auszudrücken, dass man mich versteht. Ich hatte das in all den Jahren nicht mehr so stark, wie in den letzten Tagen. Ich sah meine Langhaarkatze hier in meiner Wohnung - in meiner Erinnerung. Und ich sah sie sterben. Dass ich meine Katze sterben sehe, ist nichts Neues, es ist ein immer wiederkehrender Albtraum, ich kann es immer noch nicht fassen, dass sie nicht mehr bei mir ist. Ich weiß es, aber ich begreife es nicht. Ich vermisse diese Katze. Ich seh sie immer noch, und sie ist schon so lange nicht mehr bei mir. In den letzten Tagen wurde diese Schuld überdimensional groß. Hinzu kommt die Anklage meiner Kinder: "Du hast Deine Katze verhungern lassen". Sie waren nicht da, sie wußten auch nicht, dass ich krank war. Ich kam auch nicht auf die Idee, es ihnen mitzuteilen.

Der Bekannte, der mir den kleinen Kater geschenkt hat, wußte dass ich schwer krank war. Ich hab ihn zum einkaufen geschickt als er damals kam. Ich hatte ihm die Markennnamen aufgeschrieben und ihm Geld mitgegeben, und er bracht mir lauter Zeug, was nicht schmeckte. Ich hab ihm das mitgeteilt. Er kam dann ca 1 Jahr später wiedermal vorbei. Eine Nachbarin, die ich um Hilfe bat, meinte, dass ich eine Krankheit simulierte, die ich nicht hätte, ich solle mich nicht so haben und meine Sachen selbst regeln.

Ich musste ab und an einkaufen gehen, weil ich nichts mehr zu essen zuhause hatte, weder für mich, noch für die Tiere. Ist von Euch schon mal einer mit einer Lungenentzündung einkaufen gegangen? Ich kann es niemandem empfehlen. Man hat keinen Gleichgewichtssinn, man kann kaum laufen, man torkelt wie besoffen von einer Strassenseite zur anderen, kann sich fast nicht auf den Beinen halten, man hat keinerlei Kraft und kriegt kaum Luft. Man hat extreme Orientierungsprobleme, hohes Fieber, blutunterlaufene Augen. Die Geschäftsleute bei denen ich dann einkaufte, hatten Bedenken, dass ich sterbe. Meine Nachbarn, die ich dringend bat, für mich einzukaufen, haben abgelehnt mit dem Hinweis, dass ich in ein Krankenhaus gehöre und sie kein Pflegepersonal seien. Mein damaliger Hausarzt machte keine Hausbesuche.

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt damals nicht nur meine Katze sondern auch ihren Sohn bei mir. Ihr Sohn sieht ihr so ähnlich, dass ich selbst manchmal Schwierigkeiten hatte, die Beiden auseinander zu halten. Ich hatte niemanden, der meine Tiere übernahm. Den Tierschutz konnte ich nicht anrufen, wenn ich die Buße und die Inbeschlagnahme meiner Tiere verhindern wollte. Meine Situation war ausweglos. Dass ich überlebt habe, ist erstaunlich. Ein gleichaltriger Bekannter war zum gleichen Zeitraum mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus und ist daran gestorben. Dass meine Katze daran sterben mußte, ist eine Schuld, die ich mit mir rum trage. Ich hab alle meine Tiere betrauert und vermisst. Aber so?


Mein kleiner Kater ist genauso alt wie die Katzenbabies, die damals starben. Er ist kein bisschen pummelig. Sein Fell sieht ganz anders aus. Ich würde ihn auch nicht als Felltierchen bezeichnen, eher als Struppi ;-) Er ist gewachsen, seit ich ihn habe. Er zieht auch seine Krallen nicht ein, wenn er mit meinen Beinen und Zehen spielt. Mittlerweile schläft er eingerollt, nicht mehr ausgestreckt wie am Anfang. Er schätzt es auch nicht mehr so sehr, gekämmt zu werden. Er möchte den Kamm beißen. Seit heute leckt er ab und an der Katzenmilch. Er futtert sehr viel, nimmt aber nicht (sichtbar) zu, er geht mehr in die Länge als in die Breite ;-) Er ist sehr lebhaft und unglaublich schnell.

Und ich hab mir mit dem vielen ungewohnten Schreiben anscheinend einen Hexenschuss eingehandelt. Fragt mich nicht wie das geht, ich fühle, dass es geht...

Danke für Euer Verständnis.
 
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