Eines vorweg, Bilana hat ihr Paradies gefunden und ist dort überglücklich.
Im Februar 2007 starb ganz überraschend mein Jimmy. Einige Tage später war ich mit einer anderen Katze beim
Tierarzt. Mein
Tierarzt meinte, er hätte eine Katze für mich.
Naja, so wie ich drauf bin, habe ich gesagt, er soll sie mir mal zeigen.
Die Helferin brachte ein Häuflein Tigerelend an.
Sie wurde einige Dörfer weiter angefahren und zu meinem
Tierarzt gebracht. Sie hatte einen Hüftbruch. Ausserdem einen alten Jochbeinbruch, der sie so behinderte, dass sie nicht fressen konnte. Zudem war an einem Ohr ein Stück weggeschnitten und ihr Körper in nicht zu identifizierenden Mustern rasiert.
Zu dem Zeitpunkt war der Hüftbruch gut verheilt, der Jochbeinbruch war von meinem
Tierarzt operiert worden, so dass sie zwar nicht unbedingt schön aussah, aber problemlos fressen konnte. Er schloß Tierquälerei nicht aus.
Ich mußte schwer schlucken, als ich sie sah und die Infos dazu bekam.
Mein
Tierarzt hatte schon versucht, sie zu vermitteln aber leider ohne Erfolg. So wandte er sich an mich. Naja, das Katzenzimmer war sehr leer und so nahm ich Bilana gleich mit.
Das kleine Kätzle, die übrigens auch gleich von ihm kastriert worden war, stank entsetzlich. Es gab keine organische Ursache des Gestanks. Es war die Angst! Der Geruch war nach ein paar Wochen weg.
Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt schon viele Katzen erlebt. Aber so etwas wie Bilana hatte ich noch nie erlebt.
Diese Katze war absolut willenlos. Auf dem Arm hing sie wie ein nasser Sack Mehl, wenn man sie irgendwo hinlegte, blieb sie so liegen. Ich hatte ein schweres Stück Arbeit vor mir. Ihr zu zeigen, dass sie eine Katze ist und dass sie keine Angst vor den Menschen haben muß.
Einen Monat später schaute sie schon etwas gewitzter aus dem Fell
Ihr Mäulchen blieb gewöhnungsbedürftig und sie sabberte auch immer ein wenig. Außerdem behielt sie ein tränendes Auge zurück.
Sie hatte Panik vor Männern. Da war mein Mann gefragt, der so manche Enttäuschung wegstecken mußte, denn es dauerte Monate, bevor sich Bilana von ihm streicheln ließ.
Ihre körperlichen Probleme bekamen wir sehr schnell in den Griff. Sie war sieben Wochen ruhig gestellt, wegen dem Hüftbruch und die ersten Wochen mußten die Muskeln wieder aufgebaut werden. Natürlich war sie auch rappeldürr, aber diese Dinge waren schnell behoben.
Parallel lief auch schon die Vermittlung.
Aber es sollte bis zum November dauern, bis sich für Bilana ein Platz ergab.
Sie nahm das alles sehr gelassen und fühlte sich bei uns im Katzenzimmer offensichtlich sicher und wohl. Mit anderen Katzen kam sie nicht so gut zurecht, also suchten wir nach einem Einzelplatz in Wohnungshaltung.
Wie so oft kam der Zufall zu Hilfe und Bilana durfte bei einer älteren Frau, wo die Tochter mit Familie im gleichen Haus lebte, einziehen. Dort ist sie die Prinzessin, ein Leben, das ich mir für sie gewünscht hatte.
Das ist das erste Foto im neuen Heim.
Das Dreivierteljahr, das Bilana bei uns verbrachte, kostete sehr viel Kraft und manche Träne floß bei mir. Aber am Ende wurde alles gut.