Im Tierheim muss ich immer heulen...

Diskutiere Im Tierheim muss ich immer heulen... im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Jedes Jahr am 4. Advent organisiert unser ortsansässiger TSV ein "Weihnachten im Tierheim". Dort werden dann Geld- und Sachspenden gesammelt, es...
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #1
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MC-SH

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Jedes Jahr am 4. Advent organisiert unser ortsansässiger TSV ein "Weihnachten im Tierheim". Dort werden dann Geld- und Sachspenden gesammelt, es gibt Getränke, Kuchen und eine Tombola zugunsten der Tiere etc. Man kann sich die Tiere auch anschauen, aber es gibt über Weihnachten eine Vermittlungssperre (*Daumen hoch*).

Ich war heute auch dort, um etwas Katzenfutter abzugeben. Aber als ich im Katzenhaus die Katzen anguckte, war es -wie eigentlich jedes Mal- wieder vorbei. Ich musste heulen. Zumal eine süße Grautigerin die ganze Zeit herzzerreißend meinen Verlobten anmiaute. Mir tun die Katzen in den Käfigen immer so leid:sad:.
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #2
So geht es mir auch, mir zerreißt es immer das Herz :-(
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #3
Ich dürfte in ein Tierheim erst gar nicht rein gehen.

Grüße fuzzy
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #4
das kenne ich nur zu gut!

Doch nach einer gewissen Zeit, wenn man öfter hingeht (in meinem Fall bis zu 3x wöchentlich), nimmt man ein wenig Abstand von alle dem. Klar manchmal komme ich immer noch heulend nach Hause wenn irgendwas passiert, mein Freund sagt dann immer geh doch nicht hin, aber das kann ich nicht. Ich muss irgendwie helfen.

Es gibt aber auch schöne Dinge, wenn man so einen Schützling monatelang betreut und Ihn dann in liebevolle Hände vermittelt und man dann auch noch Bilder aus seinem neuen zu Hause bekommt und sieht wie gut es Ihm geht ist das ein unbeschreibliches Gefühl.

Das mit dem Vermittlungsstop vor Weihnachten find ich super. Wird bei uns auch so gemacht.
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #5
Genau! Mitzuerleben wie aus einem kleinen Unglückswurm durch liebevolle Pflege eine gesunde und wunderschöne Katze wird, für die sich dann auch noch ein passendes Zuhause findet, das sind die Glücksmomente die man hat.
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #6
Mein Pa hat bis vor kurzem hauptberuflich in einem sächsischen Tierheim gearbeitet, jetzt ist er Rentner (und hat natürlich sein eigenes Tierheim Zuhause...).
Er hat sich immer total gefreut, wenn wir ihn besucht haben und hat uns hier eine neue Sitzecke und da ein neues Katzenzimmer gezeigt. Für mich war das jedesmal Folter! Vor dem lauten Bellen im Hundehaus hatte ich wirklich Schiss und habe immer versucht genau in der Mitte durchzugehen, und die Katzen hätte ich am liebsten alle eingepackt.
Ich habe enormen Respekt vor Leuten, die wirklich tagtäglich im Tierheim arbeiten oder aushelfen!
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #7
Ich war vor 2-3 Jahren zwischen Weihnachten und Silvester im Berliner Tierheim. Es war furchtbar. Fast nur Kampfhunde, die eh kaum eine Chance auf Vermittlung haben. Viele Katzen, Vögel und Nager.
Das schlimmste für mich war aber die Atmosphäre dort. Klar, hatte die Tierpfleger alle Hände voll zu tun. Aber dort ist alles grau in grau ..... die Wände, die Abteilungen. Furchtbar.
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #8
Nein, ich muß nicht heulen, mir kommt das kalte Grausen und eine furchtbare Wut auf die Menschen.

Als ich das letzte Mal in dem für uns zuständigen Tierheim war (ist vielleicht 10 Wochen her), stapelten sie die Katzen in normalen Transportboxen im Gang, wo es zieht und laufend Leute vorbeikommen. In solchen Momenten bin ich immer versucht, unser Dachgeschoß endlich auszubauen und noch mehr Katzen aufzunehmen. Zum Glück siegt dann doch die Vernunft, weil ich weder die Zeit noch das Geld für noch mehr Notfellchen habe. :oops:
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #9
Ich heule eher vor Wut. Vor Wut, weil ich so wenig tun kann. Mehr als Futterspenden und aufklärende Gespräche sind mir im Moment nicht möglich. Und das macht mich wütend, weil es mir nicht reicht!!! Pflegetiere würde ich zu gern aufnehmen, habe aber die Kapazitäten nicht.
Das macht mich unruhig und wütend und unzufrieden und unglaublich traurig.
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #10
Mehr als Futterspenden und aufklärende Gespräche sind mir im Moment nicht möglich.

Und damit machst du doch schon unglaublich viel. Viel mehr als die meisten anderen Menschen. *drück*
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #11
Wenn ich aus dem Tierheim wieder nach Hause komme, kann ich auch immer schlecht schlafen. Nicht weil es dort so schlimm ist. Alle geben sich viel Mühe, es den Miezies so gut wie möglich zu machen.
Aber mir tun die vielen Katzies leid, dass sie kein richtiges Zuhause haben und ich würde sie am liebsten alle mit nach Hause nehmen. Und weil das natürlich nicht geht, bin ich immer so aufgewühlt. Man möchte viel mehr helfen, aber Futter spenden, bisschen im Tierheim helfen und Schmuseeinheiten verteilen ist im Moment alles. Auch die MA u. freiwilligen Helfer, die dort täglich sind, haben bereits ihre Grenzen erreicht. Vorkontrollen, Nachkontrollen nicht mehr drin, sie sind froh, wenn mal ein Kätzchen vermittelt wird, damit wieder eins aufgenommen werden kann. Ca. 20 Katzen unter 1 Jahr in einem Raum von etwa 10qm und an die 40 erwachsene Katzen im anderen etwa 25qm Raum mit Außengehege (egal ob die sich leiden können oder nicht) - da ist die Kapazität erreicht. Im neuen Jahr will ich das Thema Pflegestelle nochmal in Angriff nehmen. (Weiß zwar noch nicht wie...aber ich will)
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #12
Klar, Tierheim ist schlimm für die armen Tiere :-(

Aber ehrlich gesagt ... wenn ich in ein deutsches Tierheim komme, bin ich "nur" sehr traurig um die armen Kerlchen, die dort abgegeben wurden.

Hier in Frankreich, wo ich lebe und im Tierschutz engagiert bin, ist es so: wenn man als Helfer im Tierheim arbeitet, findet man von einem Tag auf den anderen die Tiere nicht mehr vor, die letztens noch da waren ... aber es ist keines adoptiert worden ... das bedeutet, es wurde getötet. Hier wird knallhart eingeschläfert, wenn zuviele da sind. Die alten und "weniger schönen" zuerst. Und die ganz jungen auch (Kätzchen z.B. die nicht den Schönheitskriterien entsprechen, weil sie schwarz sind oder kurzhaarig ...).

Was für grauenhafte Dinge einem die ehrenamtlichen Helferinnen hier erzählen (die sie täglich erleben müssen), und was man selber direkt mitbekommt, das ist so furchtbar, dass man es sich kaum vorstellen kann, jedenfalls aus deutscher Sicht. Ich habe es auch zuerst gar nicht geglaubt, da sowas in Deutschland verboten ist.
In anderen Ländern ist es aber nicht verboten ... und schließlich habe ich die Tiere auch gesehen, die aus den Tötungen herauskamen ... die wenigen paar :-(

Tierheim in Deutschland ist schlimm und traurig ... hier in Frankreich (aber es ist nicht das einzige Land, wo es so ist) bedeutet es aber oft den Tod. Daneben gibt es ja noch die Tötungsstationen, wo Streuner hinkommen und nach 8 Tagen eingeschläfert werden dürfen ... und auch werden.

Da fällt einem leider nichts mehr zu ein :-(
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #13
Es ist sehr traurig, was die Helfer in den Tierheimen z.B. in Frankreich oder auch in Spanien erleben müssen, die sich dort mit großem persönlichen Einsatz engagieren.

Noch sind offizielle Tötungen in Deutschland verboten, aber wie lange wird das noch so sein, denn...
...hier sterben die Tierheime :sad:
 
  • Im Tierheim muss ich immer heulen... Beitrag #14
Ja, ich hab es auch gehört ... den Tierheimen in Deutschland geht´s sehr schlecht :-(

Den Tierschützern in den anderen Ländern erscheint Deutschland immer wie das "gelobte Land", und jedes Tier, welches nach Deutschland kommt, ist hier ein riesiger Freudenanlaß ... aber das kann einfach auf Dauer nicht die Lösung sein :-(

Ich sag den Leuten schon immer, auch in Deutschland gibt es Tierquäler an die die Tiere kommen können; versucht doch, in Frankreich eine Stelle für das Tier zu finden, die ihr kontrollieren könnt ... aber das klappt leider auch nicht immer.

Besserungen würden sich hier in Frankreich nur durch harte Gesetzesänderungen ergeben, aber wer schreibt schon Tierschutz auf die Agenda der Legislative ... und dann sind die Tötungsstationen großenteils private Gesellschaften, die mit dem Fangen und Töten Geld (Steuergeld) verdienen, und dies nicht zu knapp ... die fänden das gar nicht toll, wenn man sie abschaffen würde.

Ich bin gar nicht für Abschaffen der Fangeinrichtungen, im Gegenteil - nur man müsste sie völlig umwidmen: Einfangen, aufpäppeln, sterilisieren und vermitteln bzw. in gesicherten Freilauf lassen - das müsste der Zweck dieser Einrichtungen werden. Eingerichtet sind diese Stationen dafür ... aber es fehlt der Wille. Es geht da nicht um Tierschutz, sondern um "Sauberhalten der Viertel" ... Streuner sind unerwünscht.

Von einer solchen "Umwidmung" sind wir nicht nur meilenweit entfernt ... sowas ist überhaupt nicht in Sicht.

Denn die Tötungen geschehen relativ heimlich; keine dieser Einrichtungen will, dass es publik wird, vor allem nicht die Tierheime (SPA), die von Spenden leben. Denn wer spendet schon einer Einrichtung, die tötet ...

Es ist ein Teufelskreis :-(

Die Leute hier "wissen" zwar, was geschieht, aber es kommt nicht in die Zeitungen, es wird überhaupt nicht öffentlich angeprangert.
 
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