Jeder Katzenbesitzer, der seine Tiere als Freigänger hält, ist sich der Gefahr durchaus bewußt. Und fast jeder kennt doch jemanden, dessen Katze, meist Kater, irgendwann verschwunden ist und nie wieder auftauchte...
Ich würde meine Katzen immer in die Freiheit lassen. Wir wohnen sehr dörflich, Ortsrandlage, reines Wohngebiet, 30er-Zone, relativ wenig Verkehr und direkt das Feld rundherum. Wo, wenn nicht hier, kann man Katzern raus lassen? Aber wo, wenn nicht hier, in einer rein dörflich geprägten, überaltrerten Gesellschaft, hat Katzenhass auch noch Tradition? Die Leute pflegen ihre Gärten als sei es Gold und schimpfen, wenn Katze, Hund oder sonst ein Tier rumläuft und am Ende noch ein Geschäft verrichtet. Angeblich hatte Toni eine Woche vor seinem Verschwinden einem Nachbarn (3 Häuser weiter) einen Koi aus dem Teich geholt.... Toni ist ne Wuchtbrumme, und interessant findet er so einen Teich mit Fischen sicher auch, aber dass er ihn tatsächlich aus dem Teich geholt hat? Doch eher unwahrscheinlich. Und dann soll es natürlich auch nur Toni gewesen sein....ohne Beweis, einfach so. Hier laufen noch 2 rote Kater rum...
Für Katzen gibt es gerade in dörflicher Gegend eben auch noch die Gefahr Mensch - das darf man nicht vergessen. Ich habe schon Herren über 60 prahlen hören, wieviele Katzen sie gefangen haben. Hier wird sogar noch von Lebendfallen und dergleichen gesprochen.... Ich habe eine Anzeige gegen unbekannt gemacht - aber was will man damit machen? Es ist eben einfach nur dokumentiert, weil hier doch realtiv häufig Katzen verschwinden. Man munkelt hinter verdeckter Hand, dass jemand die Tiere fängt. Wenn man nachfragt, kommt aber nichts mehr. Typisch Dorf halt....man will ja keinen Krach mit irgendwem.
Aber von alldem abgesehen finde ich es grob fahrlässig, wenn man fremde Katzen füttert. Denn damit zieht man sie unter Umständen von ihrem Zuhause weg. Gepflegte Katzen gehören immer irgendwem. Wenn man unsicher ist, dann schnappen und zum Tierarzt - der schaut nach Chip oder Tattoo. Und immer bei Tasso anrufen - viele der Tiere werden vermisst. Und irgendwo sitzt eine Familie und trauert, sitzt ein Kind und weint.... Eine Katze ist eben nicht einfach nur eine Fundsache, die man sich auf die Couch setzen kann!
Sorry, wenn ich da so rotzig werde, aber das Thema bringt mich immer zur Weißglut....
.....und was ich noch vergessen habe - die "vermeintlichen Tierschützer", die die Tiere einfangen. Da geht mir auch der Hut... Wir haben hier auch so ein Exemplar. Sie ist der Meinung, dass die anderen Tierbesitzer alle nicht recht mit den Tieren umgehen, zieht sie sich deshalb zu sich, schon öfter geschehen.
Unlängst habe ich gelesen, dass ein Kater nach 2 Tagen nach Hause kam - vorher untättowiert, plötzlich mit Tattoo. Er wurde von einer Tierschutz-Dame eingefangen, die ihn kastrieren wollte, was er schon war. Dann hat sie ihn aber tättowieren lassen. Grundsätzlich bin ich dafür, dass man seine Tiere kennzeichnen muss, unsere sind alle gechippt, der kleine auch tättowiert. Aber einfach hingehen, nehmen und machen - sorry, da stimmt dann was nicht in puncto Tierliebe!
Ich arbeite selbst im Tierschutz, wir haben einen eigenen Tierschutzverein. Aber es gibt da doch so einige, die das Wort Tierschutz ein wenig falsch auslegen...