Ich finde es echt klasse von Samantha und ihrem Mann, dass sie sich gekümmert haben. Ich habe als Katzenbesitzerin selber mal vor einigen Jahren eine Jungkatze überfahren, nachts um zwei in einer 30-Zone. Wie sich herausstellte, gehörte die zu einem direkt an der Unfallstelle gelegenen Bauernhof und der Bauer meinte nur, er holt mal eben ne Schüppe, damit wir sie in die Mülltonne werfen können, letzte Woche hätte es schon mal eine "erwischt". Ich war völlig fertig und habe dann die Kleine, die mich später an meine Lili erinnern sollte, mit einer Decke, die im Kofferraum lag, aufgehoben und auf die Rücksitzbank gelegt. Sie war ganz warm und sah aus, als ob sie schlafen würde, aber hinten am Nacken spürte man keinen Widerstand mehr. Ich habe dann dem Bauern, der mit Schüppe und Tonne angeschlurft kam, gesagt, dass ich sie gerne mitnehmen würde und bei uns im Garten beerdigen würde. War ihm scheißegal, Hauptsache "weg mit dem Vieh" (O-Ton). Ich habe sie nachts um vier bei Flutlicht im Garten meiner Eltern beerdigt, sogar mein Papa ist dafür aufgestanden und hat mir geholfen, das Loch auszuheben. Er hat sich die Kleine noch mal angesehen und bestätigt, dass sie tot war, auch die Wärme verließ schon langsam ihren Körper.
Wenn ich das so niederschreibe, habe ich immer noch ein schlechtes Gewissen und könnte losheulen. Die Kleine ist durch meine Schuld um s Leben gekommen und dem Besitzer, der sie eigentlich hätte mehr lieben müssen als ich, war es sowas von egal, was mit ihr passiert. Vielleicht habe ich der Kleinen in den letzten Minuten das gegeben, was ihr in ihrem Zuhause nie zu teil geworden wäre, Respekt und Zuneigung.
JessiSchnucki mit Lili und Leo