Unsere Luzi ist Samstagnachmittag eingeschlafen. So etwas Friedliches haben wir noch nie erlebt. Wir sind ihr so dankbar, daß wir dies erleben durften. Heute Morgen wurde sie etwas unruhig, musste dreimal etwas Schaum auswürgen, legte sich wieder hin und irgendwann fing sie an zu miauen. Da wurde uns klar, sie möchte raus in die Natur, um dort ihren Frieden zu finden. Ihr großer Wunsch war nur noch draußen im Garten zu sein. Sie ging mit ihren letzen Kräften auf die Wiese und suchte sich einen Platz. Dort lag sie und wir konnten sie begleiten in dem wir in der Nähe waren und sie ab und an streichelten. Pünktchen (ihre Kollegin), tollte noch durch den Garten, schnüffelte an ihr und legte sich zu uns auf die Bank. Bis auf ein paar Mal pusten und leichte Bewegungen der Pfoten und des Brustkorbs war nichts Schweres dabei.
Sicher, es ging über einige Stunden. Mancher wird jetzt vielleicht sagen, daß arme Tier. Sie hatte durch eine Impfung einen Tumor am Rücken. Wir haben uns belesen ob es sinnvoll ist sie zu operieren. Fanden leider heraus, daß die Aussichten nicht gut sind und Katzen bald danach dennoch sterben. Luz war sehr naturverbunden und mochte mehr als andere Katzen keinen Tierarzt. Die ständigen Behandlungen wären ein Schock und eine Qual für sie gewesen. So lebte sie noch weit über ein Jahr damit und hatte eine tolle Zeit. Auch die letzten 5 Tage hat es sie immer in den Garten getrieben. Sie war schwach, fraß nichts mehr und wollte dennoch jeden Tag raus. Der Sonnenschein hat wahre Wunder bewirkt. Es war immer ein Ritual die Tür zu öffnen, ab und an nach ihr zu sehen und sie wieder reinzuholen. Klar, den Abend hat sie nicht so gemocht. Sie wäre am liebsten draußen geblieben. War anschließend dennoch froh, wieder im Warmen zu sein.
Sie trank bis zuletzt Wasser und mit homeophatische Mittel in kleinen Dosen (Tarantula gegen zwischenzeitlich kleine Blutungungen und Arsenikum zur Therapie und Beruhigung) konnte sie friedlich einschlafen. Kein Schock beim Tierarzt durch eine Spritze. Kein fremder Mensch, der in den letzten Minuten auftaucht und etwas macht, was sie nicht versteht. Ebenfalls hatten wir nicht den Eindruck, daß sie heftige Schmerzen hatte. Höhere Dosen des Arsenikum hat es ebenfalls nicht gebraucht. Luz, daß hast Du ganz toll geschafft und wir sind dankbar es erleben zu dürfen.
Dies soll jetzt keine Anleitung gegen Euthanasie sein. Letztlich kennt jeder sein Tier am besten und muß es für sich und die Situation ausmachen. Nein, es soll vielleicht etwas Mut machen, daß es auch anders ausgehen kann. Nach unserem Empfinden sollte dies am besten immer so sein. Wir wurden von außen von vielen Leuten beeinflusst, daß wir das arme Tier einschläfern lassen sollen. 2 Tierärzte und Heilpraktiker haben uns zum Glück unterstützt und wir konnten bei unserer Meinung standhaft bleiben. Es ist so passiert, wie wir es uns für sie gewünscht haben. In der Natur. In der alles geliebten Natur.
Danke Luz für die tolle Zeit mit Dir. Danke wie Du die letzten Wochen tapfer geschafft und mit Deinen Willen Natur und Sonne erleben konntest. Danke, daß Du uns gezeigt hast, daß es auch noch etwas anderes wie aufgeben oder wegwerfen, gibt. In einer schnelllebigen Welt, wo das Unbequeme gerne zur Seite geschoben wird. Das es sich lohnt, für ein großes und schönes Ziel durchzuhalten. Du bist jetzt an einen schönen Ort, den Du erreichen konntest, wie Du es wolltest. Wir werden Dich nie vergessen.