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Ich bn echt schockiert, da wird doch überall Aufklärung geleistet im Bezug auf Katzenhaltung und dann gibt es immer wieder Menschen die Vermehrer unterstützen (sei es aus Mitleid oder nicht)Hört das nie auf?
Ich hoffe das die kleine wenigstens gesund bleibt (gestört wird sie wohl werden).
P.S. auf die Frage:" Warum bekommt sie denn nicht einen Spielpartner?" kam die Antwort: Ne das braucht sie nicht, wir sind ja da?" Grusel
Es wird bei weitem nicht "überall Aufklärung geleistet". Nicht da, wo der Ottonormalverbraucher nachschaut. Viele Leute halten nichts von Internetforen und so, wo Privatleute, von denen man nicht immer mehr Fachwissen erwartet, als vom Nachbarn, ihre persönlichen Erfahrungen austauschen. Viele Leute vertrauen lieber auf Tierarzt, Züchter, Fachliteratur. Es hat noch nicht mal jeder Internet oder weiß, wo und wie man was zu welchem Thema findet. Ganz zu schweigen davon, wie zuverlässig welche Information ist.
Die mir bekannten Katzenbücher erzählen oft von "ein Kätzchen kommt ins Haus" und das ist dann meistens illustriert mit ganz jungen Kätzchen. Viele Futtermarken bieten "Kätzchen-Starterpakete" an, die auch eindeutig auf ganz junge Tiere zielen. Wer einen eigenen Wurf hat, kauft das nicht, weil das Preis/Mengenverhältnis schlecht ist für mehrere Tiere. Also erzählt auch die Futterindustrie uns, dass man Kätzchen schon mit 5, 6 Wochen anschaffen kann.
Du kannst nicht vom Ottonormalverbraucher erwarten, dass er Fachliteratur und populären Marken gegenüber misstrauisch ist. Fachliteratur wird noch immer als das Maß aller Dinge gehandhabt, was verständlich ist, denn sie stellt sich als solches dar. Laut GU Tierratgeber sind Ratten und Meerschweinchen auch toll verträglich - meine Ratten zerfleischten die Schweinchen nach wenigen Tagen. Nein, wir hatten 1998 kein Internet. Nicht mal einen Computer.
Und ich finde es auch unfair, sofort davon auszugehen, dass die Katze unglücklich und gestört werden wird. Ich kenne viele Katzen, die jung aufgenommen und allein gehalten wurden, die ausgeglichene, schnurrende, fröhliche Tiere sind.
Keine Frage, Sozialisierung ist wichtig, Artgenossen sind wichtig, aber deswegen sofort davon auszugehen, dass das Tier unbedingt ein ganz furchtbares Leben erwartet, ist nicht fair. Demnach, was du von deiner Kollegin erzählst, meint sie es sehr gut. Sie benutzt das häufig empfohlene, obwohl sauteure Futter und versucht auch sonst, alles
dem Buch entsprechend zu machen.
Woher soll der Ottonormalverbraucher außerdem wissen, ob und warum eine Community bestehend aus lauter Privatpersonen, etwas besser weiß, als ein gepriesenes Fachbuch?
Nicht jeder Katzenhalter interessiert sich für Austausch mit Gleichgesinnten oder tut, was heute unter Haltern, nicht von Fachliteratur empfohlen wird - die teils seit zehn, zwanzig Jahren nicht überarbeitet wurde! - und das wird immer so sein, aber auch vor Paarhaltung, Barf und Annerkennung der Wichtigkeit der Sozialisierungsphase muss es glückliche Katzen gegeben haben, denn sonst wäre die Katze heute nicht so beliebt.
Du hast recht, dass es besser wäre, ein Kitten mit 12 Wochen oder so anzuschaffen und ihm Gesellschaft zu geben, aber deswegen gleich den Teufel an die Wand malen..?
Am meisten in ich schockiert das man Vermehrer unterstützt, nach dem Motto:" Papiere brauchen wir nicht, wir wollen nicht züchten und 800€ für eine Katze ist ja Wucher" Solange die Geiz ist Geil Mentalität herrscht, wird sich nix ändern
Erstens wissen viele nicht, was andere unter "Vermehrer" verstehen. Das ist ohnehin ein schlecht gewählter Begriff. "Zucht" trifft auch hier zu, nur wird nach anderen Kriterien selektiert: Gewinnchancen. Vermehrung ist jede erfolgreiche Paarung zweier Organismen - fertig. Wie soll man also von allein auf die Idee kommen, dass das Wort"Vermehrer"
in manchen Kreisen böses bedeutet?
Zweitens sehe ich nicht, wie Katzenzucht SO teuer sein kann, dass der Züchter keine Wahl hat, als
pro Kitten 800 bis 1200 Euro zu verlangen. Rassetiere sind ein Hobby und ein Luxus und man sollte davon ausgehen, dass sie nicht die einzige Einnahmequelle sind. Ich kenne viele der Kostenpunkte von befreundeten Züchtern und keiner hätte ein Problem, seine Tiere für ein Drittel weniger zu verkaufen. Gesunde, kontrollierte Tiere vom Verein, mit Papieren, nebenbei bemerkt. Natürlich darf jeder so viel verlangen wir er will. Bloß muss es keinem einleuchten.
Es ist NICHT für jedermann selbstverständlich, 2 bis 3 Monatsmieten für eine Katze auszugeben, nur weil die Eltern toll sind. Ich meine, was bringt es mir, wenn der Vater meiner Katze Best in Show in Nepal war? Der Preis besteht aber eben nicht nur aus Gesundheitsfaktoren, also Dingen, die auch Leuten, die nicht züchten wollen, wichtig sein sollten. Gewisse Farbschläge oder Exotik der Rasse haben auch ihren Preis. Und da wird's lächerlich, genauso wie wenn Vereine auf rosa Aquarell-Papier und goldene Wasserzeichen bestehen, anstelle eines billigen Stempels und einer Unterschrift auf Xerox.
Und Papiere heißen nicht viel. Einem Vereinszüchter in Frankreich, gültige Papiere, Reinrassigkeit und alles - wurden 2010 alle 70 erbkranken Hunde entzogen...
Nicht jeder hat 800 Euro für ein Tier mit Papieren.
Aber auch wer die nicht hat, kann ein ganz wunderbarer, liebevoller und von seinem gesunden Tier vergötterter Tierhalter sein.
Wir bekamen das Miichen mit 5 Wochen. Man hatte uns erzählt, sie sei 9 Wochen alt. Unsere 2 älteren Katzen beschäftigten sich herzlich wenig mit ihr und duldeten sie bestenfalls und trotzdem ist sie bei weitem nicht gestört und auch alles andere als unglücklich. Sie wird 13 und ist bis auf einen
Katarakt und Zahnstein kerngesund.
Ich finde, du dramatisierst gewaltig. Wieso muss es einen "shockieren", wenn Leute eine falsche - dabei überall als richtig gepriesene - Futtermarke wählen oder mangels Ambitionen keine Papiere wollen?
Die Frau ist unerfahren, meint es aber eindeutig gut, und wenn du ihr deine Sorgen genauso mitteilst, wie uns, dann kann ich verstehen, wenn sie nicht zuhört. Es ist verletzend, wenn Leute einem erzählen, sie seien "shockiert" und "gegruselt", wenn man nicht weiß, was man so furchtbares, entsetzliches verbrochen hat und einfach nur arglos glücklich von seiner neuen, geliebten Katze erzählt. Das motiviert N I C H T dazu, sich belehren zu lassen. Der Ton macht die Musik und wenn man statt "shockiert" und "grusel" halb so reißerische Worte wählt, kommt man ein ganzes Stück weiter.
Und vielleicht sollte man nicht immer davon ausgehen, dass das eigene Wissen Allgemeinbildung ist.
Manches muss man durch Erfahrung lernen und keiner weiß alles, ehe er sich eine Katze anschafft, und keiner verdient deswegen gleich wütende Reaktionen, solange er es gut meint.