Hallo zusammen,
ich habe vor 14 Tagen meine Katze aus dem Tierheim geholt. Bei ihr kann man schon fast sagen: befreit. Nicht weil unser Tierheim hier schlecht ist, aber Bonnie verträgt sich partout nicht mit anderen Katzen. Sie haben dort mehrfach versucht, sie in einem größereren Katzenraum mit Aussengehege zu integrieren. Haben es versucht, sie mit ein oder zwei anderen vorsichtig zusammen zu bringen. Ging nicht gut, und daher saß sie dort fast ein Jahr in einer kleinen Zelle. Wobei ich bei den Mitarbeitern dort wirklich kein schlechtes Gefühl hatte. Ihnen tat es selbst leid. Und sie haben sie auch im Rahmen ihrer Möglichkeiten täglich kurz mehrfach rausgelassen und haben mit ihr gespielt. Allerdings war "raus" auch nur der recht kleine Flur vor der "Zelle". Das als "Vorgeschichte".
Ich habe sie bewußt ausgewählt, weil sie dort unter diesen Bedingungen "einsaß". Und mir wurde versichert, sie sei eigentlich sehr lieb, verschmust und aufgeschlossen, was sich absolut bewahrheitet hat. Sie ist einfach klasse.
Jetzt mein Problem: Ich arbeite tagsüber und daher ist sie häufiger allein. Mittags schaue ich auch kurz zu hause vorbei und da wird auch kurz gespielt. Ebenso wie morgens und natürlich nach Feierabend. Ich hatte mir vorgestellt, ihr nach der Eingewöhnungszeit Freigang zu gewähren, damit sie ausgelastet ist.
Jetzt habe ich allerdings hier soviel Negatives über Freigang und die ganzen Gefahren gelesen, dass ich nicht mehr weiß, ob das richtig ist. Aufgrund ihrer Abneigung gegen andere Katzen will ich auch keine weitere dazu holen. Habe schon mal testweise die äußerst gutmütige 8 Jahre alte Katze der Nachbarn rüber geholt, um die Reaktion zu sehen. Die Nachbarkatze kam vorsichtig aus der Transporkiste und aus meiner kuschligen Bonnie wurde umgehend eine Furie. Es bewahrheitete sich genau das, was sie im Tierheim sagten.
Also überlege ich nun, was zu tun ist? Derzeit ist sie im Haus und dabei nicht unzufrieden. Sie hat aber einen großen Bewegungsdrang, hier allerdings auch jede Menge Platz. Ich denke, den Tag bekommt sie ganz gut rum. Sie schläft tagsüber offenbar viel oder liegt auf der Fensterbank oder im Wintergarten und guckt raus. Und ist dann richtig aktiv, sobald ich heimkomme.
Aber reicht das? Oder tue ich ihr einen großen Gefallen, wenn ich sie rauslasse? Ich wohne in einem reinen Wohngebiet mit Tempo 30, genau auf der anderen Strassenseite ist eine große unbebaute Fläche = Wiesen mit Sträuchern und ein paar Bäumen. Eigentlich ein Katzenparadies. Und hier gibts auch mehrer Freigänger. Die Strasse ist nicht stark befahren, allerdings fahren natürlich schon Autos. Und nicht alle fahren 30 - wie überall.
Mal off-topic: Es wurde hier festgestellt, dass meist die Mütter auf ihren Taxifahrten zum Kindergarten oder zur Schule am schnellsten fahren. Es wurde sich von diesen beschwert, dass hier zu schnell gefahren wird. Ich habe dann dafür gesorgt, dass hier mal gemessen wurde. Und lustigerweise fuhren genau die zu schnell, die sich am lautesten beschwert hatten.
Wie gesagt: Wohngebiet mit Katzenparadies, aber halt normalem "Anliegerverkehr". Nicht sehr viele Autos, aber doch genug, um vielleicht irgendwann eine Katze zu erwischen. Kann man Katzen so beeinflussen, dass sie Angst vor Autos haben? Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Katze, wenn sie irgendwas hinterherjagt, dann auf Verkehr achtet.
Schön blöd die Situation....was würdet ihr mir raten? Aber wie gesagt, der Rat, doch eine 2. Katze zu holen, hilft mir glaub ich nicht viel weiter. Ich möchte meine Katze nach dem, was sie bisher mitmachen mußte, zufrieden hier leben lassen und ihr keinen Stress verursachen, indem ich ihr einen "Kumpel" hole, den sie ablehnt. Im Tierheim haben es erfahrere Leute mehrfach erfolglos versucht, sie mit anderen oder auch nur einer anderen zusammen zu führen. Was nicht gelang. Und sie dann als reine Einzelkatze vermittelt. Aus diesem Grunde hatte sie auch vorher keiner genommen, da viele halt gern zwei oder mehrere Katzen halten wollten oder schon eine hatten. Denen haben sie sie nicht mitgegeben.
Ich weiß derzeit nicht, was besser ist: im Haus zu ihrem Schutz oder doch Freigang und das Risiko in Kauf nehmen?
Gruß
arcalis