Hi,
schön, dass die Beiden bei Dir ein Zuhause gefunden haben. Ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass der veränderte Tagesablauf den neuerlichen Vertrauensbruch herbeigeführt hat.
Dein Kater ist eine Schisserbüx. Wenn Du nun auch eine bist aus Angst ihn zu verjagen/verschrecken und solche Situationen bewusst meidest bzw. in solchen Situationen unsicher reagierst, zeigst Du ihm, dass er Recht hat. Du sollst ihn nicht bedrängen, richtig. Aber sei selbstsicher und ruhig in jedweder Situation, dann vermittelst Du auch Sicherheit, etwas, das ganz wichtig ist. Wenn Du Deine Hand wegziehst oder auch Dich vorsichtig bewegst sobald Du auf ihn triffst, kann Dein Kater nicht verstehen, dass Du ihn nicht verschrecken willst sondern er versteht nur, dass auch Du in der Situation Angst hast, also muss da ja was sein, wovor man Angst haben muss.
Bewege Dich normal, egal ob er an Dir vorbeischissert oder nicht. Und reagiere nicht enttäuscht oder entmutigt, nervös oder sonstwie stimmlich instabil. Das spürt er ja alles - und Katzen mögen in aller Regel nervöse, ängstliche oder sonstwie innerlich angespannte Menschen nicht besonders. Geh Deinen Dingen nach, denen Du auch sonst nachgehen würdest, ohne Anspannung, ganz ruhig und souverän. Biete ab und an ein Spielchen an, immer schön gemeinsam mit dem anderen Kater. Zeige ihm, dass der andere überhaupt kein Problem hat sich streicheln zu lassen.
Ich war, solange meine Schwarze noch schisserbüxig war, durchaus auch ein bisschen ... bewusst ungerecht. Sie bekam deutlich weniger Leckerchen als die Schwester, denn ich habe die Schwester in Sichtweite dafür belohnt, dass sie sich streicheln ließ (meine war tagsüber und bei lauten Geräuschen sehr ängstlich und traute sich nicht unterm Bett oder der Sitzbank im Flur hervor). Das hat aber relativ schnell Früchte getragen, denn die Leckerchen wollte sie ja auch :lol: Also kam sie dann bald an, wenn die Schwester wieder Leckerchen bekam, anfangs noch sehr schüchtern, blieb einfach nur in der Nähe - da gab es dann noch nichts für sie, wenn sie nicht kam - und später traute sie sich dann richtig, auch wenn man merkte, dass ihr das auf "offenem Gelände" doch nicht geheuer war. Da habe ich immer sukzessive Leckerchen gegen Streichler getauscht :-D
Inzwischen ist sie meine größte Schmusebacke :-D Die liegt eigentlich bei jeder Gelegenheit auf mir rum und biedert mir ihr Bäuchlein an :lol: Sobald ich mich mal aufs Sofa lege, dauerts keine Minute und sie kommt schnurrend an

Vor unerwarteten Geräuschen schissert sie immer noch weg - inzwischen auf den Kratzbaum - aber es ist schon sehr viel besser geworden, da sind keine Angstaugen mehr. Manchmal überwiegt sogar schon die Neugier, wenn im Hausflur wieder Lärm ist, rennt sie inzwischen sogar wie ein Wachhund in meinen Flur, Hinterbeine zwar eingeknickt, aber Kopf extrem in die Höhe gereckt *lach*
Du wirst Geduld haben müssen. Aber wenn Du ausgeglichen bist in jedweder Situation und Sicherheit vermittelst, dann wird das schon werden. Alles Gute dabei :-D