Mein Kater verkriecht sich!

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  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #1
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Floraldo

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Hallo liebe Tierfreunde,


seit Anfang März beherberge ich zusammen mit meiner Mitbewohnerin zwei kastrierte Perserkater aus dem Tierheim, die von ihrem Vorbesitzer aufgrund einer aufgekommenen Allergie abgegeben wurden. Schon nach wenigen Augenblicken unseres ersten Besuchs im Tierheim war klar, dass es sich um sehr gegensätzliche Charaktere handelt und das hat sich in den letzten Wochen nur bestätigt.


Der mit vier Jahren Jüngste mimt den neugierigen Draufgänger, welcher von fremden Geräuschen und Gerüchen magisch angezogen wird und, wenn er sich auch zumindest tagsüber nur ungern streicheln lassen mag, trotzdem immer in unserer Nähe sein möchte. Mein Sorgenkind ist der ein Jahr ältere Kater, welcher trotz anfänglicher Besserung wieder scheu, unsicher und mir gegenüber abweisend ist.


Während Erstgenannter vor Selbstbewusstsein strotzend mit erhobenem Kopf und Schwanz durch die Wohnung trabt und am Kratzbaum den starken Max markiert, schleicht Letzterer einem geprügelten Hund gleich geduckt durch die Wohnung und wird von jedem unbekannten Geräusch aufgeschreckt und ich habe, das beunruhigt mich am meisten, allem Anschein nach sein Vertrauen verloren: Ich habe mir, um ihnen die Eingewöhnung zu erleichtern, die Anfangstage freigenommen und mich intensiv um die beiden gekümmert, was schnell Früchte getragen hat denn der anfangs Schüchterne kam nach zwei Tagen, die er ausschließlich unter meinem Bett verbracht hat, plötzlich an, hat mir seinen Bauch hingestreckt und wollte gestreichelt werden. Ab dem Tag kam er morgens kurz vor dem Aufstehen und Abends kurz vor dem Schlafengehen ins Bett und hat sich ausgiebig am Bauch kraulen lassen und ich weiß nicht, wer von uns beiden das mehr genossen hat.


Seit nunmehr zwei Wochen kommt er nicht mehr. Er schläft zwar in meinem Zimmer auf dem Sessel und sucht auch sonst meine Nähe, allerdings mit einem Sicherheitsabstand von zwei Metern. Komme ich näher, verkriecht er sich im Regelfall unter dem Bett. Darf ich ihm doch näherkommen und wage es dann, ihn zu streicheln weil er etwa vor mir liegt, zuckt er zusammen und wenn ich meine Hand nicht sofort wegnehme, ist er weg. Treffen wir uns zufällig irgendwo in der Wohnung, macht er sich klein und schleicht davon.


Ich habe weder ihn noch den anderen Kater geschlagen oder auch nur angebrüllt. Ich behandle beide gleich liebevoll und biete ihnen ein ruhiges, gemütliches, sauberes sowie interessantes Zuhause. Sein abweisend-ängstliches Verhalten kann auch nicht einer Krankheit geschuldet sein, denn seine Blasenentzündung wurde mit Antibiotika behandelt und ist längst ausgestanden. Erstaunlich dabei war dass er, auch wenn ich ihm die Tabletten zu meinem Bedauern gewaltsam geben musste, trotzdem kurz danach ankam, gestreichelt werden wollte und mir zumindest das nicht übel nahm.


Es macht mich unheimlich traurig denn ich erkenne den Grund für sein Verhalten nicht und es kostet mich viel Überwindung, ihn nicht einfach gegen seinen Willen zu streicheln. Ich bedränge ihn nicht, rede ihm aber gut zu, gebe ihm Leckerlies, spiele mit ihm und vermeide alles, was ihn stören könnte und trotzdem bleibt es eine unerwiderte Liebe.


Was um alles in der Welt könnte der Grund sein und was soll ich tun?
 
  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #2
Es ist sehr schwierig zu sagen, was sein anfänglich aufgebautes Vertrauen
wieder zerstört hat. Das könnte sicherlich damit zusammenhängen, dass du
jetzt wieder arbeiten musst und er dadurch Angst haben könnte, dass er
wieder verlassen wird.

Für die beiden muss die Abgabe aus der bisherigen Familie ein schlimmes
Erlebnis gewesen sein, wenn sie ihr bisheriges Leben als Familienmitglieder
verbracht haben und dann ins Tierheim abgegeben wurden.

Ich denke, dass du in deinem Verhalten alles richtig machst, ihn nicht
bedrängst, aber mit ihm redest, dich liebevoll um ihn kümmerst.

Vielleicht kannst du mit Feliway erreichen, dass er sich wohler fühlt.
Feliway ist ein Pheromon, das in vielen Problemfällen helfen kann.
Schau mal
 
  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #3
Hi,

schön, dass die Beiden bei Dir ein Zuhause gefunden haben. Ich kann mir ebenfalls vorstellen, dass der veränderte Tagesablauf den neuerlichen Vertrauensbruch herbeigeführt hat.

Dein Kater ist eine Schisserbüx. Wenn Du nun auch eine bist aus Angst ihn zu verjagen/verschrecken und solche Situationen bewusst meidest bzw. in solchen Situationen unsicher reagierst, zeigst Du ihm, dass er Recht hat. Du sollst ihn nicht bedrängen, richtig. Aber sei selbstsicher und ruhig in jedweder Situation, dann vermittelst Du auch Sicherheit, etwas, das ganz wichtig ist. Wenn Du Deine Hand wegziehst oder auch Dich vorsichtig bewegst sobald Du auf ihn triffst, kann Dein Kater nicht verstehen, dass Du ihn nicht verschrecken willst sondern er versteht nur, dass auch Du in der Situation Angst hast, also muss da ja was sein, wovor man Angst haben muss.

Bewege Dich normal, egal ob er an Dir vorbeischissert oder nicht. Und reagiere nicht enttäuscht oder entmutigt, nervös oder sonstwie stimmlich instabil. Das spürt er ja alles - und Katzen mögen in aller Regel nervöse, ängstliche oder sonstwie innerlich angespannte Menschen nicht besonders. Geh Deinen Dingen nach, denen Du auch sonst nachgehen würdest, ohne Anspannung, ganz ruhig und souverän. Biete ab und an ein Spielchen an, immer schön gemeinsam mit dem anderen Kater. Zeige ihm, dass der andere überhaupt kein Problem hat sich streicheln zu lassen.

Ich war, solange meine Schwarze noch schisserbüxig war, durchaus auch ein bisschen ... bewusst ungerecht. Sie bekam deutlich weniger Leckerchen als die Schwester, denn ich habe die Schwester in Sichtweite dafür belohnt, dass sie sich streicheln ließ (meine war tagsüber und bei lauten Geräuschen sehr ängstlich und traute sich nicht unterm Bett oder der Sitzbank im Flur hervor). Das hat aber relativ schnell Früchte getragen, denn die Leckerchen wollte sie ja auch :lol: Also kam sie dann bald an, wenn die Schwester wieder Leckerchen bekam, anfangs noch sehr schüchtern, blieb einfach nur in der Nähe - da gab es dann noch nichts für sie, wenn sie nicht kam - und später traute sie sich dann richtig, auch wenn man merkte, dass ihr das auf "offenem Gelände" doch nicht geheuer war. Da habe ich immer sukzessive Leckerchen gegen Streichler getauscht :-D

Inzwischen ist sie meine größte Schmusebacke :-D Die liegt eigentlich bei jeder Gelegenheit auf mir rum und biedert mir ihr Bäuchlein an :lol: Sobald ich mich mal aufs Sofa lege, dauerts keine Minute und sie kommt schnurrend an :) Vor unerwarteten Geräuschen schissert sie immer noch weg - inzwischen auf den Kratzbaum - aber es ist schon sehr viel besser geworden, da sind keine Angstaugen mehr. Manchmal überwiegt sogar schon die Neugier, wenn im Hausflur wieder Lärm ist, rennt sie inzwischen sogar wie ein Wachhund in meinen Flur, Hinterbeine zwar eingeknickt, aber Kopf extrem in die Höhe gereckt *lach*

Du wirst Geduld haben müssen. Aber wenn Du ausgeglichen bist in jedweder Situation und Sicherheit vermittelst, dann wird das schon werden. Alles Gute dabei :-D
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #4
Erstaunlicherweise hat er alles das ohne sichtlichen Unmut weggesteckt, was für mich der Auslöser seines abweisenden Verhaltens sein konnte oder, aber das glaube ich nicht, er reagiert sehr zeitverzögert um dem noch mehr Wirkung zu verleihen aber dann würde ich ihm unterstellen, er sei berechnend.

Ich war eine Woche auf Dienstreise und bei meiner Rückkehr forderte er Streicheleinheiten en masse und war keineswegs eingeschnappt. Während seiner Blasenentzündung habe ich ihn zwangsmedikamentiert aber nach einem kurzen Schütteln war er wieder der Alte. Ich habe ihm verboten, seine Krallen an meiner Couch zu wetzen und in meinem Kleiderschrank zu schlafen aber auch das akzeptierte er ohne Murre.

Gut, übe ich mich in Geduld und versuche weiterhin, ihn nicht zu bedrängen.

Vielen Dank für die Antworten!
 
  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #5
Hallo! Hat sich bei dir im Alltag etwas verändert? Du hast geschrieben, das du dir die erste Zeit freigenommen hast und jetzt (wahrscheinlich) wieder arbeitest. Es könnte z.b. daran liegen (verlustängste, du bist auf einmal nicht mehr den ganzen Tag zu Hause.
Hast du mehr Informationen über die vorherigen Besitzer? Allergie kann ja auch ein vorgeschobener Grund sein. LG
 
  • Mein Kater verkriecht sich! Beitrag #6
Was knuddelmiez geschrieben hat, hat mich sehr zum staunen gebracht.
Ich kannte diese Ansicht und Überlegung so noch gar nicht, habe aber trotzdem genau bei meiner so gehandelt.

Erst habe ich versucht ihr Vertrauen zu bekommen indem ich viel mit ihr geredet habe und ihr viel Aufmerksamkeit schenkte. Nun gut, das hat ja auch tatsächlich seine Wirkung gezeigt. Aber ständig erschreckt hat sie sich trotzdem vor jeder unachtsamen Bewegung, vor jedem unerwarteten Geräusch usw.

Dann fing ich irgendwann an, ihr einfach nur noch im vorbeilaufen mal kurz übers Fell zu streicheln und habe sie nicht weiter beachtet wenn sie sofort aufgesprungen ist und weglief.
Ich ging einfach weiter und habe sie regelrecht im Regen stehen lassen mit ihrer "Flucht".
Es hat etwa ein halbes Jahr gedauert, bis sie endlich kapiert hat, dass sie sich bei mir wohl fühlen darf und keine Angst zu haben brauch.

Inzwischen ist sie zwar noch immer etwas scheu, aber sie ist eine anhängliche und verspielte Mietze geworden.
Wenn sie mal tatsächlich bei mir auf dem Bauch oder den Beinen liegt wenn ich auf dem Sofa liege, was sehr selten vorkommt, durfte ich früher nicht mal husten. Da war die sofort weg.
Inzwischen darf ich wenigstens mal kurz husten und sie bleibt meistens uninteressiert liegen.

Ich vermute aber auch, wie hier schon erwähnt wurde, dass es viel mit der Unsicherheit zu tun hat weil du nun wieder arbeiten gehst.
Sie wird vielleicht nie ein Schmusetiger werden wo ständig bei dir liegt, aber sie wird bestimmt, wenn du dir viel Zeit und Gedult nimmst, eine dankbare anhängliche Mietze werden.
 
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