Meine kleine Kímni ist gestorben. Ich habe noch nie eine Katze verloren. Ich bin zwar fast 30 Jahre alt, aber Kímni und Freyja, ihre Schwester, sind die ersten Katzen in meinem Leben. Besonders mit Kímni hatte ich eine innige, ja fast übersinnliche Bindung. Erst im März hatte ich die zwei geholt, aber es war eine intensive Zeit. Manchmal dachte ich, ich explodiere vor Liebe zu ihr. Meine geliebte kleine Schnecki wurde kein Jahr alt.
Letzte Woche war ich mit einer Freundin in Griechenland, meine Katzen waren zuhause, bei meinem Freund. Da sie Freigängerinnen sind, mache ich mir immer mal wieder ein bißchen Sorgen, denn auf dem Land, wo wir wohnen, sind sie ja sowohl vor Autos als auch Landmaschinen in Gefahr.
Aber im Urlaub war meine Angst extrem. Immer wieder kamen Sorgen auf, dass etwas passiert sein könnte! Vor allem bei Kímni, die mehr unterwegs ist als Freyja.
Am Flughafen konnte mich mein Freund erstmal beruhigen, er hatte mir auch jeden Abend geschrieben, dass es allen gut geht, ich hatte die SMS aber nicht bekommen. Kímni hatte jede Nacht bei ihm im Bett geschlafen und gebrummt. Auch gesundheitlich ging es ihr besser, vor meiner Abreise war sie etwas heißer.
Vom Flughafen zurück trafen wir aber nur Freyja an, was nichts ungewöhnliches ist.
Allerdings fehlte Kímni auch den ganzen nächsten Tag und nachdem wir sichetgestellt hatten, dass sie bei uns nirgendwo eingesperrt ist, machte ich in der Abendsonne doch einen weiteren Rundgang an den Straßen.
Und da habe ich sie dann gefunden...sie war gar nicht mehr so wie meine Kímni, vielleicht weiß jemand, was ich meine... Ich hatte sofort das Gefühl, dass sie nicht mehr in diesem Körper steckt. Ich habe die ganze Nachbarschaft zusammengeschrien, so groß war der Schmerz, das Gefühl war wie in einem Alptraum oder in einem schlechten Film.
Ich habe mich dann noch feierlich von ihr verabschiedet. Seitdem trauere ich gemeinsam mit der kleinen Freyja.
Natürlich habe ich mir auch Vorwürfe gemacht, dass ich weggefahren bin, aber mein Freund hat sein bestes gegeben. Vielleicht hatte es auch irgendeinen Sinn, dass sie so früh wieder gehen musste, ich hatte immer das Gefühl, das sie mir "mehr" mitteilen will. Sie war auch eher eine ernste Katze, eine, die alles auf sich nimmt.
Freyja ist eher der Clown, aber seitdem ihre Schwester weg ist, ist sie auch traurig. Wir verbringen jetzt die Zeit zusammen, was auch mit ein Grund dafür ist, dass ich wach bin, denn ich will sie nachts nicht rauslassen und wir haben keinen Ausweichraum, in dem sie sich nachts aufhalten könnte, deshalb tobt sie jetzt wie eine Wilde durchs Schlafzimmer.Am liebsten würde ich sie in der Wohnung behalten, aber bei uns ist das schwierig, da unser Haus Eine Baustelle ist und sie immer irgendeinen Durchschlupf findet. Sie bleibt eh viel am Haus, aber für zwischendurch geht sie gern auch mal raus und hüpft durch die Wiese.
Für Kímni gab es auch nur zwei Prioritäten im Leben:ihre Freiheit und schmusen.
Noch so einen Verlust würde ich jetzt schwer verkraften. Ich habe dauernd den leblosen Katzenkörper im Kopf und das Bild von der lebendigen Kímni verschwimmt dahinter.
Vielleicht kann jemand von euch das nachvollziehen.
In Liebe zu Kímni (7/2010-6/2011) und Freyja,
Ajuna