Hi Kathro, leider hab ich nichts mehr von Dir gelesen.
Ich habe Dir noch eine Seite rausgesucht, wo es um behinderte Tiere geht.
http://www.handicap-katzen.de das sind ganz viele Erfahrungsberichte und auch eine tolle Geschichte von einem dreibeinigen Kater :
Bobbys Geschichte
Bis zum Sommer 1998 war Bobby eine ganz normale Katze. Ich wohnte damals mit meinen Eltern und meinen zwei Geschwistern in einem großen Haus mit einem großen Garten. Wir hatten insgesamt 4 Katzen, Bobbys Mutter brachte im Vorjahr ihn und zwei weitere Kätzchen zur Welt.
Im August kam er eines Tages vom Garten herein und hinkte irgendwie unbeholfen die Treppe hinauf. Wir dachten erst er hätte sich ein Bein verstaucht, doch bei genauerem Hinsehen sahen wir das sein linkes Hinterbein schlaff hinunterhing und er es nur noch hinterherzog. Man sah kein Blut oder Wunden, das Bein war vom oberen Gelenk an einfach wie vom den Knochen abgetrennt. Als er sich hinlegte drehte es sich im 180° Winkel und wir konnten kaum hinsehen. Er schien keine Schmerzen zu haben, was ich mir zu dem Zeitpunkt allerdings nicht vorstellen konnte. Nur wirkte er ziemlich ruhig und ich hoffe auch er hatte keine allzu großen Qualen.
Wie das Ganze passiert ist, können wir uns bis heute nicht erklären. Er muss irgendwie hängengeblieben sein, ohne sich blutig aufzureißen. Ich hoffe so ein Anblick bleibt mir für mein weiteres Leben erspart. Wir brachten ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt, ich konnte das Ganze nicht mitanschauen, er hatte sein Bein nicht mehr unter Kontrolle, und es hing nur noch leblos vom Körper.
Der Tierarzt war auch ziemlich erschrocken, und nach einer Untersuchung, in der er feststellte dass der Knochen am Gelenk komplett durchgebrochen war, mit Ausnahme von Sehnen und Blutgefäßen, stellte er uns zwei Entscheidungen für die Zukunft von Bobby zur Wahl. Entweder er würde ihn operieren und den Knochen mit Platten an die Hüfte wieder "hinnageln", was allerdings sehr schmerzhaft für Bobby sein würde und er 2 Monate in einem selbstgebauten Stall vegetieren müsste, da er sich nicht bewegen dürfte, oder er würde das Bein amputieren. Die Erfolgschancen bei einer "Vernagelung" mit der Hüfte waren auch nicht sonderbar gut, da es immer zu Entzündungen kommen könnte, oder die Knochen nicht mehr richtig zusammenwachsen.
Darum entschlossen wir uns, ihm das Bein zu amputieren, weil wir uns einig waren, dass dies eine bessere und schmerzfreiere Lösung für ihn wäre, und wir nicht wollten, dass wir, nur um einen Schönheitsfehler zu umgehen, ihm so eine Tortour antun müssen.
Die Amputation wurde am folgenden Tag vorgenommen und wir verbrachten die Zeit im Wartezimmer. Wir hätten auch die Wahl gehabt, während der Operation bei ihm zu sein, meine Mutter war auch bei ihm, bis er einschlief, aber während der Operation bot er so ein trauriges Bild, wie er festgeschnallt auf dem Operationstisch lag, dass keiner es fertig brachte.
Zwei Tage danach durften wir ihn mit nach Hause nehmen. Er schlief oft und bewegte sich die ersten Tage nicht sehr viel. Anfangs konnte er auch überhaupt nicht richtig laufen und er kippte immer zur Seite. Es war ein schrecklicher Anblick, und anfangs hofften wir auch das es die richtige Entscheidung war, die wir getroffen hatten.
Dann kam der Moment als ihm der Verband abgenommen, und ihm die Nähte gezogen wurden. Den Anblick werde ich nie vergessen. Es war eine riesige Naht, die vom Desinfektionsspray silbern eingefärbt war. Sie zog sich um die Stelle wo damals das Bein war. Leider kann ich es nicht besser beschreiben. Wir hatten anfangs auch Hemmungen ihn dort zu streicheln, hatten Angst, dass wir ihm wehtaten, oder dass es ihm unangenehm war.
Bobby hatte auch oft den Drang sich mit dem linken amputiertem Bein am Ohr zu kratzen, doch da zuckte nur immer der restliche Knochen. Ich glaub er war anfangs verzweifelt, dass er sich nicht mehr kratzen konnte, aber wir haben ihn so gut es ging sein Bein ersetzt, indem wir ihn so oft kraulten, dass wir ihm wahrscheinlich schon auf die Nerven gingen

. Von seiner Art her ist er schon ruhiger und gelassener geworden, würd ich sagen. So ein Unfall zeichnet eine Katze denk ich schon.
Dann, nach 2-3 Monaten, als das Fell ganz darüber gewachsen war, ging es ihn immer besser, und er konnte schon sehr gut mit seinen drei Beinen umgehen. Mit seinen zwei Geschwister konnte er beinahe wieder mithalten. Es schien auch das er, je besser er laufen konnte, auch wieder lebensfroher wurde. Sein Fell glänzte auch wieder so schön und gesund wie wir es von vor dem Unfall gewohnt waren.
Jetzt, nach fast 6 Jahren ist ihm von Weitem nicht mehr anzusehen dass er nur drei Beine hat. Er rennt wie der Teufel und kann auch hoch springen und klettern. Er ist auch gerne wieder nachts unterwegs, auch wenn die Angst bei uns immer da ist das nochmal so etwas passiert. Aber einsperren oder ähnliches sollte man deshalb kein Tier. Er fängt auch beinahe jede Nacht eine Maus die er auf die Terasse legt, davon sind wir zwar nicht sehr begeistert, aber wir sind froh das er wieder so lebensfroh ist wie vorher. Die Entscheidung zur Amputation haben wir noch in keiner Weise bereut, und wir sind froh, ihm damit weitere Schmerzen erspart zu haben.