Wie soll das bloß weiter gehen?

Diskutiere Wie soll das bloß weiter gehen? im Tierschutz Forum im Bereich Katzenfreunde; Im Moment stehts mir gerade bis zum Halskragen. Seit ca. 8 Wochen läuft hier ein unkastrierter, sehr sehr scheuer Grautiger rum. Ich habe ihn...
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #1
Karl-heinz

Karl-heinz

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Im Moment stehts mir gerade bis zum Halskragen.

Seit ca. 8 Wochen läuft hier ein unkastrierter, sehr sehr scheuer Grautiger rum. Ich habe ihn bereits mehrfach gesehen wie er meinem Greenie (der kommt ja nun mal nicht ins Haus und muss ja auch was zu Fressen haben) den Napf leer gemacht hat. Er rennt aber wie nen Pfeil wenn er auch nur ein Geräusch hört. Seit zwei Wochen hält er sich viel bei den Nachbarn in der Wiese auf. Mit denen hab ich abgeklärt das ich ihn dort weiter anfüttere und dann einfange zwecks Kastra.

Vor einer Woche wurde ich dann mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen.. Ein riesen Geschrei unter unserem Schlafzimmerfenster. Ich in Unnerbuchse raus... Hab nur zwei dunkele Umrisse gesehen.. wieder rein und Taschenlampe geholt. Da sitzt Greenie mit einer schwarzen Katze mit weißem Latz in der Wiese und sie schreien sich nach Leibeskräften an. Der Fremde machte absolut keine Anstalten zu verschwinden, auch nicht als ich bis auf einen Meter ran war. Irgendwann ist Greenie dann gewichen und ich wieder ins Bett. Dieser Kater läuft anscheinend schon seit Monaten in der anliegenden Siedlung rum. Dort wird er allerdings wohl von den Anwohnern verscheucht... Mal sehen wie das weiter geht.

Heute morgen 7 Uhr in Deutschland. Gunda liegt noch im Bett :) Muss ja auch mal sein.... Wieder ein riesen Gebrüll draußen. Ich ans Fenster und sehe nur roter Kater - schwarzes Katzentier. Ich dachte schon Goliath hätte sich wieder mit Greenie oder Clyde gekloppt. Goliath und Clyde sind immer noch verschwunden....

Nachdem ich Greenie gefüttert habe und immer wieder Clyde und Goli gerufen habe, sehe ich neben Greenie ne schwarze Katze und denke.... oh Clyde wieder da.... geh raus... dreht sich die Katze um....hm... die hat nen weißen Fleck auf der Brust und eine super schlanke Katerfigur mit Ballerkopp.

Das ist dann jetzt Nummer 3.... wie soll das weiter gehen??? Ich kann doch nicht alle kastrieren und hier wieder raus lassen... Hab ich bald selber nen Messihaushalt.

Der von heute hat nicht wirklich Angst. Der geht zwar weg, allerdings langsam, wenn man kommt, ist aber seit heute morgen immer noch hier und lungert am Haus rum. Bömmel sind noch dran... ich denke der ist aus dem letzten Jahr.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #2
Nun Gunda, das ist der ganz normale tägliche Wahnsinn. Was meinst, weshalb dieser Artikel entstand?

Es wird nie aufhören. Die ersten fünf Jahre war es hier bei uns an den Futterstellen ganz schlimm, jetzt haben wir im Schnitt "nur noch" drei nicht kastrierte Tiere pro Jahr.

Sicher steht es mir auch oftmals Oberkante Unterlippe, aber die Katzen können nichts dafür. Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung. Mit Flyern, Gesprächen, Taten.
Ich habe schon Fusseln am Mund, aber das macht nichts. Wenn dafür wieder eine Katze kastriert wurde, hat es sich gelohnt.

Hier im Dorf ist es *toitoitoi* schon recht gut. Ok, über 100 Kastras haben wir durchführen lassen. Jetzt wandern die unkastrierten Tiere halt aus den Nachbardörfern zu.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #3
An den Futterstellen hätte ich kein Problem damit. Die werden gefangen und kastriert... nur da haben wir gar keinen Zulauf komischerweise.

Das spielt sich alles vor meiner Haustür ab. Ich habe jede Woche mind. eine meiner eigenen Katzen verletzt. Jedes Mal nen Tierarzt-Besuch. Entweder Bisswunden die Eitern, letzte Woche ne Verletzung am Auge und jede Nacht Keilerei.


Das ist das was mir Kummer macht.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #4
Gunda, ich habe zwei Futterstellen hier im Hof, die anderen sind weiter weg.

Und hier im Hof habe ich den Zulauf.

Das mit den Verletzungen kenne ich nur zu gut. Das war in den ersten fünf Jahren besonders schlimm, jetzt hat es sich beruhigt, sind nur noch selten mal richtige Raufereien, die Katers sind alle älter geworden und brüllen sich nur noch gegenseitig an. Natürlich in einer Lautstärke, die jeder Disko Ehre machen würde und wann - genau, mitten in der Nacht. Vor meinem Schlafzimmerfenster, das - aus Lärmgründen - zum Hof geht. :lol:
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #5
Da hilft nur Aufklärung, Aufklärung und nochmals Aufklärung. Mit Flyern, Gesprächen, Taten.
Ich habe schon Fusseln am Mund, aber das macht nichts. Wenn dafür wieder eine Katze kastriert wurde, hat es sich gelohnt.

Hier im Dorf ist es *toitoitoi* schon recht gut. Ok, über 100 Kastras haben wir durchführen lassen. Jetzt wandern die unkastrierten Tiere halt aus den Nachbardörfern zu.
Jepp ... du hast das Problem ja bereits selbst genannt. Aber was will man denn eigentlich aufklären, wenn es offensichtlich überall genügend Verstecke für wilde Streuner gibt. Ich meine bei geschätzten mehreren Millionen Streunern kann ja wohl die Lösung "allesamt kastrieren" nicht das Gelbe vom Ei sein. Sag ich mal so. Ich habe das Gefühl das man sich immer noch nicht so recht darüber im Klaren ist, als was man die wilden Streuner denn eigentlich ansehen möchte. Sie benehmen sich definitiv als Wildtiere. Ich habe irgendwo mal gelesen das bei Hauskatzen bereits nach der zweiten Generation von Domestikation keine Rede mehr sein kann und so weit ich weiss, lehnen selbst Tierheime die Aufnahme von wilden Steuern ab, weil es einfach nicht machbar ist. Wie also weiter?

Ich meine, natürlich sind Kastrationen wichtig. Aber ich finde, das reicht nicht aus.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #6
Nun Frank, in Tierheimen würden diese Katzen auch eingehen.

Kastrieren, zurück an die Futterstellen und dort den Bestand gut beobachten. Das ist die einzige Lösung.

Die Aufklärung muß stattfinden und darf nie aufhören, denn diese Streuner stammen allesamt von entweder ausgesetzten oder abgewanderten Tieren (z.B. überzählige von Bauernhöfen) ab.

In der Raffinerie hatten und haben wir unheimlich viele blaue Katzen und Kater. Sicher sind die Rassen aus den Lastramis entstanden. Aber mit gezielter Zucht. Die Häufung dieser blauen Katzen dort (die auch alle ein ganz anderes Fell als die gewöhnlichen Lastramis hatten) legte den Schluß nahe, dass es sich dort z.T. um ausgesetzte, nicht kastrierte, Katzen handelte.

In den zwei Jahren nach der großen Kastrationsaktion dort ist nur eine Katze zugewandert. Das bedeutet, der Bestand dort ist recht konstant. Und genau das muß an allen Futterstellen - egal von TSV oder privat - durchgezogen werden. Zusätzlich die Kastrationspflicht für Katzen und Kater. Dann könnte in etwa einem Jahrzehnt das Katzenelend als erledigt betrachtet werden.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #7
Ähm ... nun ja, wie soll ich sagen. Ich möchte deine Euphorie diesbezüglich ja nun gewiss nicht schmälern. Noch dazu wo du ungleich mehr Erfahrung auf diesen Gebiet hast. Aber wenn ich mir die oft zitierte "Katzenpyramide" anschaue, scheint mir dieses Ziel doch irgendwie sehr weit entfernt, wenn nicht gar vollkommen unmöglich. Ich habe mich vor eingen Wochen mal etwas mit Leyhausen beschäftigt. Dessen Meinung kann ich in Bezug auf Kastration eigentlich recht gut teilen. Nach dem Motto, es ist leider unbedingt und dringend Notwendig, aber wir wissen immer noch viel zu wenig über die tatsächlichen Auswirkungen und eigentlich ist es eher ein Notbehelf und sicher kein Allheilmittel. Aber genau letzteres wird doch immer und überall behauptet.

Meiner Meinung besteht doch das Hauptproblem darin, dass die Natur sich IMMER zu helfen weiss. Nur sind wir Menschen bei einer Tierart die wir ausschliesslich als Haus- und Kuscheltier im Dienste der Menschen auserkoren haben, in keiner Weise mehr bereit diese äusserst grausame Lösung der Natur zu akzeptieren. Soll heissen, wilde Streuner sollen keinesfalls verhungern oder anderweilig grausam ums Leben kommen, ihnen soll es gut gehen und von Tötung wie die Menschen es bsw. bei Ratten machen kann bei Katzen schon gar keine Rede sein. Andererseits sollen sie sich auch nicht vermehren und wenn möglich, sogar weniger werden. Sorry, aber das erscheint mir ein wenig wie die Quadratur des Kreises.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #8
Nun Frank, der Satz: die Natur wirds schon richten oder es ist das Gesetz der Natur - das kann ich auf Katzen in Europa - wohlgemerkt nicht Wildkatzen - nicht gelten lassen. Denn die Katzen sind hier nicht heimisch, wurden vom Menschen hergebracht - und das ist erst etwa 5000 Jahre her - also sind wir Menschen auch für das Elend verantwortlich und sollten es durch Kastration eindämmen.
Da die normalen Hauskatzen hier nicht heimisch sind, haben sie sich zwar den Gegebenheiten angepasst, aber wir Menschen könnten sie durch Kastration in der Natur, wo sie eigentlich nicht hingehören, wieder ausrotten. Es gibt andere Kontinente, die durch die eingeführten, nicht heimischen Katzen, ganze Tierarten verloren haben. Soweit sind wir hier zum Glück noch nicht.

Man muß schon sehen, dass immer, wenn der Mensch eingegriffen hat, die Natur absolut den Bach runtergeht.

Noch einmal: im Zusammenhang mit unseren Hauskatzen (auch den verwilderten) kann man nicht vom Gang der Natur sprechen.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #9
Nun Frank, der Satz: die Natur wirds schon richten oder es ist das Gesetz der Natur - das kann ich auf Katzen in Europa - wohlgemerkt nicht Wildkatzen - nicht gelten lassen. Denn die Katzen sind hier nicht heimisch, wurden vom Menschen hergebracht - und das ist erst etwa 5000 Jahre her - also sind wir Menschen auch für das Elend verantwortlich und sollten es durch Kastration eindämmen.
Da die normalen Hauskatzen hier nicht heimisch sind, haben sie sich zwar den Gegebenheiten angepasst, aber wir Menschen könnten sie durch Kastration in der Natur, wo sie eigentlich nicht hingehören, wieder ausrotten. Es gibt andere Kontinente, die durch die eingeführten, nicht heimischen Katzen, ganze Tierarten verloren haben. Soweit sind wir hier zum Glück noch nicht.

Man muß schon sehen, dass immer, wenn der Mensch eingegriffen hat, die Natur absolut den Bach runtergeht.

Noch einmal: im Zusammenhang mit unseren Hauskatzen (auch den verwilderten) kann man nicht vom Gang der Natur sprechen.

ausserdem besteht das Problem, dass die verwilderten Katzen den wieder auftretenden echten Wildkatzen den Lebensraum streitig machen und sich (hab ich mal gelesen weiß nicht obs stimmt) auch mit diesen verpaaren und so diese Art "ausrotten". Das ist auch nicht im Sinne der Natur und durch das Eingreifen des Menschen gemacht, nämlich durch unkastrierte Freigänger, Bauernhofkatzen und Aussetzten von Katzen etc.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #10
Ja Eva genauso ist es der Mensch hat sich da schon ohne Nachzudenken vor tausenden von Jahren eingemischt und deshalb sagen hmmm hilft ja ey nichts?!
Ich denk eindämmen ist der einzige und auch der absolut richtige Weg!!!!!!!
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #11
Nun Frank, der Satz: die Natur wirds schon richten oder es ist das Gesetz der Natur - das kann ich auf Katzen in Europa - wohlgemerkt nicht Wildkatzen - nicht gelten lassen. Denn die Katzen sind hier nicht heimisch, wurden vom Menschen hergebracht - und das ist erst etwa 5000 Jahre her - also sind wir Menschen auch für das Elend verantwortlich und sollten es durch Kastration eindämmen.
Da die normalen Hauskatzen hier nicht heimisch sind, haben sie sich zwar den Gegebenheiten angepasst, aber wir Menschen könnten sie durch Kastration in der Natur, wo sie eigentlich nicht hingehören, wieder ausrotten.
Ok. ich gebe zu ... ein gutes Argument. Allerdings könnte ich dagegen sagen, die Natur verändert sich doch auch ohne den Eingriff des Menschen ständig. Ich habe mal gelesen, dass es in Spanien verwilderte Hunde gibt, die man auf Grund der jahrzehntelangen genetischen Kontinuität als eigene wilde Tierart annerkennen möchte. Jedes Jahr gibt es in vielen Ländern neue Neozoen, für die der Mensch allein ursächlich ist. Aber können wir wirklich einen Fehler durch einen erneuten Eingriff wieder gut machen? Ich meine, so etwas ist nachweisslich ja bereits öfters so was von in die Hose gegangen. Allein die Australier können da ein Lied davon singen. Eigentlich ist es doch völlig egal ob Katzen hier heimisch waren oder nicht. Letztendlich leben, ernähren und vermehren sie sich eben auch ohne den Menschen. Das heisst natürlich ... indirekt werden sie schon durch die Menschen ernährt. Aber genau daran will doch niemand etwas ändern. Wenn man die Tierart Katze als Ganzes betrachtet (und einzelne Individuen zählen in der Natur leider überhaupt nichts), dann ging es der Gattung Katze eigentlich noch niemals so gut wie derzeit. Wie sage ich doch immer ... Natur ist Scheisse. Sorry, ist aber doch eigentlich so. Wer das nicht so sieht, sollte einfach mal die hunderttausende jungen Füchse, Kaninchen oder die Milliarden Mäuse fragen, die letztendlich nur als Futter für andere Tierarten auf die Welt kommen.

Dass wir Menschen mit den vielen einzelnen Katzenelend dennoch nicht recht klarkommen, liegt meiner Meinung doch nur daran, weil wir uns Katzen als Haus und Kuscheltiere halten und einfach nicht damit leben können wenn diesen Tieren etwas schlimmes passiert, eigene Katze hin, wilder Streuner her. Es gibt allein in Deutschland etliche andere Säugetiere die in Bezug auf Intelligenz und Aussehen den Katzen in Nichts nachstehen und die dennoch entweder gar keine Beachtung finden, gnadenlos abgeschossen oder schlimmstenfalls sogar auf furchtbar bestialische Art und Weise, vergiftet, vergast oder erschlagen werden.

Letztendlich ist der Mensch doch eine merkwürdige Kreatur. Vor einigen Tagen hab ich im Internet auf einer einzigen Seite zwei Berichte gefunden. Einen Videobeitrag über den Kampf um das Leben eines halbgelämten Tiger und gleich darunter einen Beitrag über Legehennenbatterien und Massentierhaltung.
 
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  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #12
Das kann schon sein Frank, dass viele Menschen deshalb aufschreien, weil es ein liebes Haustier ist.

Für mich sind Katzen perfekte Raubtiere. Aber auch Beutetiere. Fuchs und Marder werden ihnen durchaus gefährlich und auch ein Milan reißt ab und zu eine (meist junge) Katze. Das ist nichts anderes, als wenn diese Räuber Mäuse, Ratten oder Kaninchen erwischen. Alles für zartbesaitete Seelen nicht schön anzusehen. Ich finde es auch nicht prickelnd, bin aber schon auf dem Land aufgewachsen und kenne es von Kindesbeinen an. Fressen und gefressen werden.

Diese Raubzüge anderer Tierarten bei Katzen sind aber eher selten und i.d.R. Zufall.

Das Problem, das sich immer stärker abzeichnet, sind die zunehmenden Streunerkatzenkolonien in Menschennähe. Das liegt nicht nur an Futterstellen sondern auch an Abfällen, die den Katzen als Nahrung dienen. Und jetzt sind wir ganz ehrlich, Katzen sind als Wurm- und Parasitenüberträger nicht zu unterschätzen. Heruntergekommene Katzen mit schlechtem Immunsystem haben auch so nette Sachen wie z.B. Pilz. Und wenn solche Katzen nachts auf Spielplätzen und Gemüsebeeten ihre Geschäfte verrichten (und das tun sie), dann ist wiederum eine Übertragung auf den Menschen wahrscheinlicher. Also strafen wir uns selber, wenn wir die Augen vor diesem Elend verschließen.

Für andere Tierquälereien (z.B. Legebatterien, Anbindehaltung, Schweinemast, Tiertransporte ...) engagiere ich mich aus Zeitgründen nur lokal. Denn egal ist mir kein Tier, auch wenn es nicht meine bevorzugten Tierarten sind.
Ausserdem unterstütze ich Initiativen, die gegen die Haltung exotischer Tiere im Wohnzimmer sind.

Ich bin nicht der Mensch, der mit Scheuklappen oder Tunnelblick durchs Leben läuft. Katzen sind zwar mein Spezialgebiet, aber ich bin der Meinung, Tierschutz ist auch Menschenschutz und handel danach.

Und ja, ich weiß, dass meine Katzen ein besseres Leben führen als mancher Mensch. Aber mit Angriffen aus dieser Richtung kann ich leben. Denn Tiere haben mich noch nie verraten.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #13
Eva, ich kann das zu 100% unterschreiben :wink:
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #14
Das Problem, das sich immer stärker abzeichnet, sind die zunehmenden Streunerkatzenkolonien in Menschennähe. Das liegt nicht nur an Futterstellen sondern auch an Abfällen, die den Katzen als Nahrung dienen.
Und genau das meine ich. Nur mal ein Beispiel. Vor etlichen Jahren gab es mal bei meinen Eltern ein Problem. Es gab massenhaft wilde Streuner, die sich in unterirdischen Heizungskanälen aufhielten. Zusammen mit Mülltonnen und Speckikübel (Leute aus der DDR wissen bestimmt was ich meine) gab es auch immer genügend Mäuse und Ratten. Für die Katzen fast ideal. Aber anstatt nun das Problem an der Wurzel zu packen, die Abfallkübel zu ersetzen und die Heizungskanäle auf lange Frist zu schliessen, hat man sich für Abschussaktionen entschieden. Und wer jetzt aufschreit ... bei Ratten (und auch das sind äusserst intelligente und sogar ausserordentlich sozial lebende Säugetiere) wird sowas auch heute noch gemacht. Anstatt jeden Haus- und Grundstücksbesitzer in die Pflicht zu nehmen und dafür zu sorgen das die Ursachen bekämpft werden, müssen allein die Tiere die Konsequenzen tragen. Und bei Katzen sehe ich das ganz ähnlich. Denn ohne ein Mindestmaß an geeigneten Unterschlupfmöglichkeiten und Futter, gäbe es doch sicher nicht mal ansatzweise so viel wilde Katzen.

Und jetzt sind wir ganz ehrlich, Katzen sind als Wurm- und Parasitenüberträger nicht zu unterschätzen. Heruntergekommene Katzen mit schlechtem Immunsystem haben auch so nette Sachen wie z.B. Pilz. Und wenn solche Katzen nachts auf Spielplätzen und Gemüsebeeten ihre Geschäfte verrichten (und das tun sie), dann ist wiederum eine Übertragung auf den Menschen wahrscheinlicher. Also strafen wir uns selber, wenn wir die Augen vor diesem Elend verschließen.
Jepp, du hast vollkommen recht. Und wie ich schon sagte, ohne Kastrationen wird es nicht gehen. Aber allein und ausschliesslich mit Kastrationen wird man das Problem nicht in den Griff bekommen können.

Für andere Tierquälereien (z.B. Legebatterien, Anbindehaltung, Schweinemast, Tiertransporte ...) engagiere ich mich aus Zeitgründen nur lokal. Denn egal ist mir kein Tier, auch wenn es nicht meine bevorzugten Tierarten sind.
Glaube ich dir gerne. Die von mir genannten Beispiele sollten übrigens auch kein Vorwurf sein. Denn ich bin immer noch der Meinung das diese Dinge nichts mit dem oft genannten Verbraucher und seiner "Geiz ist Geil Mentalität" zu tun haben, sondern einzig und allein mit Geld und Profitgier gewisser Unternehmer sowie den Grundwiedersprüchen des kapitalistischen System im Allgemeinen.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #15
Ich denke schon, dass sich das Problem durch Kastration vollständig beheben lassen wird ... Und durch die Kastrationspflicht; dann wird nämlich jeder Katzenhalter in die Pflicht genommen. Denn die sind an der Wurzel für jede Katzenschwemme: irgendwelche blöden Katzenhalter, die ihre Viecher unkastriert rumlaufen lassen.

Denn von diesen Tieren stammen alle Verwilderten ab. Wovon auch sonst? Die Hauskatze ist ein Haustier, kein wildes Tier.

Zu Deiner Anspielung auf die
Profitgier gewisser Unternehmer sowie den Grundwiedersprüchen des kapitalistischen System im Allgemeinen

Das ist interessant. Ich sehe allerdings dafür in Deutschland keine Anhaltspunkte ... denn meines Wissens verdient in Deutschland mit der Katzenschwemme niemand Geld.

Hier in Frankreich ist das ganz anders. Die Kommunen sind dazu verpflichtet, streundende Tiere einzufangen und für deren Verbleib "zu sorgen". Wenn sich niemand meldet, der das Tier abholt, darf es nach 8 Tagen eingeschläfert werden.

Diese dreckige Angelegenheit wird oft durch private Unternehmen, sgenannten "Fang-Gesellschaften" (sociétés de capture) ausgeübt. Da die Kommunen solche Einrichtungen haben müssen, gibt es diese Gesellschaften oft. Und die verdienen mit dem Einfangen und Einschläfern ein fettes Geld; sie lassen sich ihre Dienste von den Kommunen gut bezahlen.

Daher wird es hier auch niemals großangelegte, landesweite Kastra-Aktionen oder gar eine Kastra-Pflicht geben. Die Fanggesellschaften haben eine dicke Lobby, und die verdienen richtig Geld mit dem Töten. Jede Katze, die kastriert wird, nimmt denen Gewinne weg. Denn nur Vermehrung ohne Ende kann deren Geschäft garantieren.
Da stecken massive wirtschaftliche Interesen dahinter, dagegen kommen wir paar harmlose Männekens / Frauekens nicht an. Das kann man vergessen.

Das würde sich nur ändern, wenn es europaweit eine Pflicht zur Kastration gäbe, oder wenn diese barbarischen Fanggesellschaften europaweit geächtet würden.

In Deutschland gibt es sowas nicht. Wäre auch mit dem Tierschutzgesetz absolut nicht zu vereinbaren. In Frankreich ist dies leider unsere Realität.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #16
Mal vorab: ich finde diesen Faden hier sehr gut. Ruhig, sachlich, mit vielen Argumenten.


Frank, schau, wenn wir die Katzen soweit dezimieren würden, dann hätten wir wieder ein Ratten- und Mäuseproblem. Denn die natürlichen Feinde dieser Nager sind schon sehr stark dezimiert worden. Um ihnen Herr zu werden, wurden die Katzen ja überhaupt erst in Europa eingeführt. Unsere heimischen Wildkatzen sind zu scheu, die begeben sich i.d.R. nicht in die Nähe von Menschen.

Katzen sind Reviertiere. Kastrierte Katzen und Kater brauchen wesentlich kleinere Reviere als unkastrierte. In einem Revier eines unkastrierten Katers können - je nach Nahrungsangebot - mehrere unkastrierte Katzen ihr Revier haben. Und noch mehr kastrierte Tiere. Je höher das Nahrungsangebot, um so kleiner die Reviere.
Wir können nicht die ganze Welt zubetonieren, damit Katzen keinen Unterschlupf mehr finden. Denn anders finden sie immer was.
Aus meinen Erfahrungen heraus (meine Outdoors hier direkt auf dem Hof und den drei Gruppen in der Raffinerie) kann ich sagen, dass die Kastraten ihre Reviere auch gegen unkastrierte Tiere vehement verteidigen. Das bedeutet, habe ich eine Gruppe kastrierter Tiere, die gut versorgt sind (mit Futter und Schlafplätzen), dann ist die Gefahr von Neuzugängen geringer, als wenn ich lauter unkastrierte Tiere habe. Zudem sind die kastrierten Tiere dann auch zugänglicher, man kann sie tierärztlich versorgen, die Gefahr, dass sie Krankheiten oder Parasiten übertragen, minimiert sich dadurch. Übervölkerung kommt dann nicht mehr vor, denn die Katzen, die die Revierkämpfe verlieren, müssen weiterziehen. Entweder kommen sie dann andernorts zum Zug oder sie sterben unterwegs. Klingt jetzt für manchen brutal, ist aber der Lauf der Dinge.
Durch Jäger (keine Diskussion in diesem Faden bitte) und den Strassenverkehr kommen auch sehr viele Katzen zu Tode. Mehrere hunderttausend jedes Jahr.
Auch diese Todesfälle halten den Bestand etwas niedriger.

Unkastrierte und dadurch oft unterernährte Katzen sind natürlich auch für diverse Krankheiten anfälliger. Dazu gibt es weniger Zahlen, da die Streunerkatzen i.d.R. ruhige Plätze zum Sterben aufsuchen und selten gefunden werden.

Kastraten sind übrigens auch die besseren Jäger. Sie haben mehr Zeit und Geduld, auf den optimalen Zeitpunkt des Zuschlagens zu warten, weil sie weder auf der Suche nach einer rolligen Katze sind, noch irgendwo einen Wurf Kitten zu betreuen haben.

Sicher wird man nie alle Streunerkatzen erwischen. Aber die, die sich nicht einfangen lassen, haben dann kaum eine Überlebenschance, weil die futterreichen Plätze von Kastraten besetzt sind. Kommt doch mal ein unkastriertes Tier soweit, dann wird es eingefangen und kastriert. :wink:

Ich hoffe, ich habe das, was ich meine, einigermaßen verständlich rübergebracht.
 
  • Wie soll das bloß weiter gehen? Beitrag #17
Ich denke schon, dass sich das Problem durch Kastration vollständig beheben lassen wird ... Und durch die Kastrationspflicht; dann wird nämlich jeder Katzenhalter in die Pflicht genommen. Denn die sind an der Wurzel für jede Katzenschwemme: irgendwelche blöden Katzenhalter, die ihre Viecher unkastriert rumlaufen lassen.
Ähm ... na ja ... du hast damit natürlich schon recht. Aber die Kastrationspflicht halte ich dennoch für falsch. Erstens wird das genau die Leute die es eigentlich betrifft, eh nicht interessieren und zweitens finde ich das extrem unfair und schlichtweg vollkommen unpraktikabel. Denn damit würden automatisch auch all diejenigen "kriminalisiert" werden, die verantwortungsvoll mit dem Thema Vermehrung umgehen. Einmal ganz davon abgesehen, dass es immer noch Züchter gibt, die meiner Meinung nicht allein nur wegen ihrer mehr oder weniger professionellen Zucht einen Persilschein ausgestellt bekommen sollten. Wobei ich bestimmt nicht verallgemeinern möchte. Ich habe bereits einige verantwortungsvolle Züchter erlebt. Aber bei so manchen Zuchtvereine von denen man im Internet lesen kann, würde ich am liebsten ein sofortiges Verbot derselbigen erreichen, ganz ehrlich. Jedenfalls bin ich eher der Meinung das dies ein äusserst komplexes und schwieriges Thema ist.

Denn von diesen Tieren stammen alle Verwilderten ab. Wovon auch sonst? Die Hauskatze ist ein Haustier, kein wildes Tier.
Einerseits ein eindeutiges ja. Andererseits könnte man sagen, dass sich Haus- und Wildkatze nun wirklich nicht dramatisch von einander unterscheiden. Und auch Blendlinge sind in Deutschland so weit mir bekannt ist, gar nicht mal so selten wie man meinen könnte. Ich habe mal gelesen, dass gerade die Fortpflanzung zwischen Haus- und Wildkatzen im Laufe der Jahrtausende möglicherweise überhaupt erst dazu geführt hat, dass Katzen ihre Eigenständigkeit erhalten konnten. Immerhin gibt es ja selbst Hauskatzen, die locker ohne jegliche menschliche Hilfe überleben könnten. Ich denke, dass ist bei Katzen weniger eine Frage der Erbanlagen in Bezug auf Körperbau als vielmehr eine Frage des Trainings, des Erlernens und der Kondition.

Zu Deiner Anspielung auf die
Das ist interessant. Ich sehe allerdings dafür in Deutschland keine Anhaltspunkte ... denn meines Wissens verdient in Deutschland mit der Katzenschwemme niemand Geld.
Nein sorry, so meinte ich das auch nicht. Das bezog sich ganz allgemein auf den Vorwurf vieler Tierschützer, dass an allen Elend (bsw. Massentierhaltung) einzig und allein der Verbraucher schuld sei. Dagegen bin ich der Meinung, dass in einer kapitalistischen Ökonomie jeder gezwungen ist, sich ganz festen ökonomischen Gesetzen zu unterwerfen. Moralische Aspekte haben da eigentlich überhaupt keinen Platz. Das gilt für Unternehmen wie auch für Verbraucher gleichermaßen. Deshalb ist es meiner Meinung keine moralische sondern in erster Linie politische Frage endlich für entsprechende Gesetze zu sorgen, die einen echten Tierschutz garantieren und an denen sich eben auch die Landwirte halten müssen.

Hier in Frankreich ist das ganz anders. Die Kommunen sind dazu verpflichtet, streundende Tiere einzufangen und für deren Verbleib "zu sorgen". Wenn sich niemand meldet, der das Tier abholt, darf es nach 8 Tagen eingeschläfert werden.
Die gehen ganz einfach den Weg des geringsten Wiederstandes. Aus den Augen aus dem Sinn.

In Deutschland gibt es sowas nicht. Wäre auch mit dem Tierschutzgesetz absolut nicht zu vereinbaren. In Frankreich ist dies leider unsere Realität.
In Deutschland gibt es so etwas nicht? Oh, ich glaube doch. Ich will da nur mal das große Thema Jagd nennen. Wie war das noch gleich? Fast eine viertel Million Katzen wird allein jedes Jahr von Jägern erschossen oder in Fallen zu Tode gequält. Das allein wäre schon ein Thema für sich.

Abgesehen haben wir an dieser Stelle wieder diese "tolle" Unterscheidung zwischen Wildtieren, Haustieren und Nutztieren. Wildtiere kann man vollkommen bedenkenlos abknallen wie man lustig ist. Es ist sogar noch schlimmer. Man kann sie im Winter bsw. durch Jäger erst so richtig anfüttern um später ein lautes Geschrei aufzumachen, von wegen es gibt zu viele davon. Beispiel: Rehe, Wildschweine und Füchse. Bei Nutztiere kann ich es mir wohl ersparen die Mißstände aufzuzählen. Bleiben noch Haustiere. Und genau da wird penibel genau unterschieden. Bsw. Kaninchenzucht und Tötung zwecks Fleischkonsum ist in Ordnung. Tötung zwecks Geburtenkontrolle dagegen gilt als Strafbestand. Wogegen jeder Jäger offiziell fast ausschliesslich der Populationskontrolle wegen tötet und kein Problem damit hat. Oder mein "Lieblings"beispiel, es ist in Deutschland vollkommen in Ordung Ratten auf bestialische Weise zu vergiften, nur weil Menschen zu bequem, zu geizig und zu faul sind, ihre Häuser und Grundstücke entsprechend zu sichern. Bei entsprechend verantwortungsvollen Umgang mit Häusern und Grundstücken sowie bsw. Essensresten würde sich das Problem ganz von allein erledigen. Also irgendwie entzieht sich diese Art von Logig meinen Verständnis.

Sorry wenn es mal wieder so viel geworden ist. :oops:

Katzen sind Reviertiere. Kastrierte Katzen und Kater brauchen wesentlich kleinere Reviere als unkastrierte. In einem Revier eines unkastrierten Katers können - je nach Nahrungsangebot - mehrere unkastrierte Katzen ihr Revier haben. Und noch mehr kastrierte Tiere. Je höher das Nahrungsangebot, um so kleiner die Reviere.
Jepp ... aber ich glaube, dass ist auch das allergrösste Problem derzeit. Beispiel Berlin. Dort werden jedes Jahr, ich glaube mal gelesen zu haben mehr als 5.000 wilde Streuner kastriert und dennoch hält sich die Anzahl wilder Streuner absolut konstant und wird nicht weniger. Klar, wenn immer wieder neue Streuner aus dem Umland nachrücken.

Wir können nicht die ganze Welt zubetonieren, damit Katzen keinen Unterschlupf mehr finden. Denn anders finden sie immer was.
Nein natürlich nicht. Aber ich kannte früher etliche Bereiche wo Verantwortung ein Fremdwort war. In Goslar bsw. hat die ehemalige Preusag AG ein riesiges Betriebsgelände geschlossen. Das heisst, sie haben einen Zaun drumherum gemacht, mehr nicht. Ob sich auf diesen Gelände womöglich massenhaft Katzen vermehren interessiert von den Verantwortlichen absolut niemanden. Und rein gesetzlich kann man diesbezüglich auch gar nichts machen. Lediglich bei Rattenbefall wäre der Eigentümer des Geländes gezwungen zu handeln, aber auch da würde ein Kammerjäger und etwas Gift vollkommen ausreichen.

Unkastrierte und dadurch oft unterernährte Katzen sind natürlich auch für diverse Krankheiten anfälliger. Dazu gibt es weniger Zahlen, da die Streunerkatzen i.d.R. ruhige Plätze zum Sterben aufsuchen und selten gefunden werden.
Tja, wie schon gesagt. Die Natur ist oft einfach nur scheisse.
Ich hoffe, ich habe das, was ich meine, einigermaßen verständlich rübergebracht.
Jepp! :)
 
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