Ich denke schon, dass sich das Problem durch Kastration vollständig beheben lassen wird ... Und durch die Kastrationspflicht; dann wird nämlich jeder Katzenhalter in die Pflicht genommen. Denn die sind an der Wurzel für jede Katzenschwemme: irgendwelche blöden Katzenhalter, die ihre Viecher unkastriert rumlaufen lassen.
Ähm ... na ja ... du hast damit natürlich schon recht. Aber die Kastrations
pflicht halte ich dennoch für falsch. Erstens wird das genau die Leute die es eigentlich betrifft, eh nicht interessieren und zweitens finde ich das extrem unfair und schlichtweg vollkommen unpraktikabel. Denn damit würden automatisch auch all diejenigen "kriminalisiert" werden, die verantwortungsvoll mit dem Thema Vermehrung umgehen. Einmal ganz davon abgesehen, dass es immer noch Züchter gibt, die meiner Meinung nicht allein nur wegen ihrer mehr oder weniger professionellen Zucht einen Persilschein ausgestellt bekommen sollten. Wobei ich bestimmt nicht verallgemeinern möchte. Ich habe bereits einige verantwortungsvolle Züchter erlebt. Aber bei so manchen Zuchtvereine von denen man im Internet lesen kann, würde ich am liebsten ein sofortiges Verbot derselbigen erreichen, ganz ehrlich. Jedenfalls bin ich eher der Meinung das dies ein äusserst komplexes und schwieriges Thema ist.
Denn von diesen Tieren stammen alle Verwilderten ab. Wovon auch sonst? Die Hauskatze ist ein Haustier, kein wildes Tier.
Einerseits ein eindeutiges ja. Andererseits könnte man sagen, dass sich Haus- und Wildkatze nun wirklich nicht dramatisch von einander unterscheiden. Und auch Blendlinge sind in Deutschland so weit mir bekannt ist, gar nicht mal so selten wie man meinen könnte. Ich habe mal gelesen, dass gerade die Fortpflanzung zwischen Haus- und Wildkatzen im Laufe der Jahrtausende möglicherweise überhaupt erst dazu geführt hat, dass Katzen ihre Eigenständigkeit erhalten konnten. Immerhin gibt es ja selbst Hauskatzen, die locker ohne jegliche menschliche Hilfe überleben könnten. Ich denke, dass ist bei Katzen weniger eine Frage der Erbanlagen in Bezug auf Körperbau als vielmehr eine Frage des Trainings, des Erlernens und der Kondition.
Zu Deiner Anspielung auf die
Das ist interessant. Ich sehe allerdings dafür in Deutschland keine Anhaltspunkte ... denn meines Wissens verdient in Deutschland mit der Katzenschwemme niemand Geld.
Nein sorry, so meinte ich das auch nicht. Das bezog sich ganz allgemein auf den Vorwurf vieler Tierschützer, dass an allen Elend (bsw. Massentierhaltung) einzig und allein der Verbraucher schuld sei. Dagegen bin ich der Meinung, dass in einer kapitalistischen Ökonomie jeder gezwungen ist, sich ganz festen ökonomischen Gesetzen zu unterwerfen. Moralische Aspekte haben da eigentlich überhaupt keinen Platz. Das gilt für Unternehmen wie auch für Verbraucher gleichermaßen. Deshalb ist es meiner Meinung keine moralische sondern in erster Linie politische Frage endlich für entsprechende Gesetze zu sorgen, die einen echten Tierschutz garantieren und an denen sich eben auch die Landwirte halten müssen.
Hier in Frankreich ist das ganz anders. Die Kommunen sind dazu verpflichtet, streundende Tiere einzufangen und für deren Verbleib "zu sorgen". Wenn sich niemand meldet, der das Tier abholt, darf es nach 8 Tagen eingeschläfert werden.
Die gehen ganz einfach den Weg des geringsten Wiederstandes. Aus den Augen aus dem Sinn.
In Deutschland gibt es sowas nicht. Wäre auch mit dem Tierschutzgesetz absolut nicht zu vereinbaren. In Frankreich ist dies leider unsere Realität.
In Deutschland gibt es so etwas nicht? Oh, ich glaube doch. Ich will da nur mal das große Thema Jagd nennen. Wie war das noch gleich? Fast eine viertel Million Katzen wird allein jedes Jahr von Jägern erschossen oder in Fallen zu Tode gequält. Das allein wäre schon ein Thema für sich.
Abgesehen haben wir an dieser Stelle wieder diese "tolle" Unterscheidung zwischen Wildtieren, Haustieren und Nutztieren. Wildtiere kann man vollkommen bedenkenlos abknallen wie man lustig ist. Es ist sogar noch schlimmer. Man kann sie im Winter bsw. durch Jäger erst so richtig anfüttern um später ein lautes Geschrei aufzumachen, von wegen es gibt zu viele davon. Beispiel: Rehe, Wildschweine und Füchse. Bei Nutztiere kann ich es mir wohl ersparen die Mißstände aufzuzählen. Bleiben noch Haustiere. Und genau da wird penibel genau unterschieden. Bsw. Kaninchenzucht und Tötung zwecks Fleischkonsum ist in Ordnung. Tötung zwecks Geburtenkontrolle dagegen gilt als Strafbestand. Wogegen jeder Jäger offiziell fast ausschliesslich der Populationskontrolle wegen tötet und kein Problem damit hat. Oder mein "Lieblings"beispiel, es ist in Deutschland vollkommen in Ordung Ratten auf bestialische Weise zu vergiften, nur weil Menschen zu bequem, zu geizig und zu faul sind, ihre Häuser und Grundstücke entsprechend zu sichern. Bei entsprechend verantwortungsvollen Umgang mit Häusern und Grundstücken sowie bsw. Essensresten würde sich das Problem ganz von allein erledigen. Also irgendwie entzieht sich diese Art von Logig meinen Verständnis.
Sorry wenn es mal wieder so viel geworden ist.
Katzen sind Reviertiere. Kastrierte Katzen und Kater brauchen wesentlich kleinere Reviere als unkastrierte. In einem Revier eines unkastrierten Katers können - je nach Nahrungsangebot - mehrere unkastrierte Katzen ihr Revier haben. Und noch mehr kastrierte Tiere. Je höher das Nahrungsangebot, um so kleiner die Reviere.
Jepp ... aber ich glaube, dass ist auch das allergrösste Problem derzeit. Beispiel Berlin. Dort werden jedes Jahr, ich glaube mal gelesen zu haben mehr als 5.000 wilde Streuner kastriert und dennoch hält sich die Anzahl wilder Streuner absolut konstant und wird nicht weniger. Klar, wenn immer wieder neue Streuner aus dem Umland nachrücken.
Wir können nicht die ganze Welt zubetonieren, damit Katzen keinen Unterschlupf mehr finden. Denn anders finden sie immer was.
Nein natürlich nicht. Aber ich kannte früher etliche Bereiche wo Verantwortung ein Fremdwort war. In Goslar bsw. hat die ehemalige Preusag
AG ein riesiges Betriebsgelände geschlossen. Das heisst, sie haben einen Zaun drumherum gemacht, mehr nicht. Ob sich auf diesen Gelände womöglich massenhaft Katzen vermehren interessiert von den Verantwortlichen absolut niemanden. Und rein gesetzlich kann man diesbezüglich auch gar nichts machen. Lediglich bei Rattenbefall wäre der Eigentümer des Geländes gezwungen zu handeln, aber auch da würde ein Kammerjäger und etwas Gift vollkommen ausreichen.
Unkastrierte und dadurch oft unterernährte Katzen sind natürlich auch für diverse Krankheiten anfälliger. Dazu gibt es weniger Zahlen, da die Streunerkatzen i.d.R. ruhige Plätze zum Sterben aufsuchen und selten gefunden werden.
Tja, wie schon gesagt. Die Natur ist oft einfach nur scheisse.
Ich hoffe, ich habe das, was ich meine, einigermaßen verständlich rübergebracht.
Jepp!
