Hallo Ihr Lieben, ja Miezi und Zita geht es prächtig, so Stück für Stück wickeln
sie Judith um ihre zarten Tätzlein.
Ich habe oft gesagt, och Judith, biddde, biddde schreib doch
weiter Deine tollen Geschichten,
aber sie hat selbst auch viel um die Ohren und das Zita-Baby
hat sie ganz schön auf Trapp gehalten, doch es sind alle miteinander sehr
glücklich, nur Miezi ist immer noch recht scheu.
Ich konnte Judith überreden
, doch den Stift wieder in die Hand zunehmen,
wir dürfen gespannt sein.
Das hat mich eben noch zur späten Stunde von Judith erreicht, ja so trug sich
es zu , dass erzählte sie mir seiner Zeit.
ZITAT:
Natürlich erzähle ich Euch, was in den letzten Wochen so alles passiert ist, schließlich haben wir zusammen durch meine Geschichte von der Miezi so viele Gefühle miteinander geteilt. Manchmal lustig, doch sehr oft auch traurig.
Nachdem ich dieses Forum verlassen hatte, ging es mir wirklich nicht gut. Ich drehe einmal die Uhr zurück um mich gefühlsmäßig genau erinnern zu können.
Kopflos lief ich stundenlang um die Häuser, um die kleine Prinzessin wiederzufinden. Ich glaube, bis hierher kennt ihr noch die Erzählung aus meinem Thread.
Nachts ließ ich das Fenster zum Miezi-Zimmer geöffnet, in der Hoffnung, dass sie zurückkommt. Eine Leckerlispur damit ich sie anlocke und eine kleine Maus, die bei einer Berührung quietschende Geräusche macht legte ich auf den Nachtschrank. Diese Dinge sollten mir dabei helfen, im richtigen Moment da zu sein. In der zweiten Nacht war es dann auch so. Plötzlich wurde ich von einem Piepton geweckt. Blitzschnell springe ich aus meinem Bett, laufe aus meiner Zimmertür um das Haus herum zum Miezi-Fenster. Es ist stockdunkel und augenblicklich vernehme ich ein Geräusch aus dem Inneren. Gerade will ich vorsichtig das Fenster schließen, es fehlte nur noch ein kleiner Spalt, da schießt ein Lebewesen an meinem Kopf vorbei. Ein schwarzer Kater. Ich habe nicht im Traum daran gedacht, dass eine fremde Katze hier hereinspazieren geht. Im Nachhinein war es mir klar, dass ich die Aufmerksamkeit aller freilebenden Tiere geweckt habe.
Insgesamt dauerte es drei Tage, da war sie einfach wieder da. An ihren alten Ort, das Nachbargrundstück zurückgekehrt. Ich war überglücklich, dass ihr nichts passiert ist und ebenso traurig, ihren körperlichen Zustand zu sehen. Das Fell hatte den schönen Glanz verloren und die Äugelein waren schmutzig und verklebt. Mein Kopf rotierte, ich dachte darüber nach, einen Teil der Gewohnheit nach außen zu verlagern. Das Katzenklo muss hier stehen, das wird sie an die schöne Zeit der Sicherheit erinnern. Stellt Euch vor, das verwilderte Grundstück ohne einen Grashalm und die Miezi setzt sich in die Plastikschüssel. Ein Bild, was wenig mit der Realität zu tun hat und doch ist es passiert.
Und nun geht alles wieder von vorne los. Ich bringe der Kleinen das Essen, spiele mit ihr und mit der Zeit stellt sich das alte schüchterne Vertrauen erneut ein. Die Tage vergehen und meine Gedanken kreisen immer wieder um das Wort „Einfangen“. Unerwartet und unüblich für die Jahreszeit bekommen wir einen Kälteeinbruch. Nachts liegt die Prinzessin eingerollt im Gebüsch und am Tage wärmt sie ihren kleinen Körper in der Sonne. Es muss etwas geschehen, doch wird sie noch einmal in die Falle tapsen? Alle meine Zweifel schmeiße ich über Bord und starte erneut den Versuch. Mit den besten Leckereien, die einer Katze die Sinne schwächt, platziere ich den Teller im Käfig, doch die Kleine ist schlau, nochmals will sie mir nicht den Gefallen tun. Ganze zwei Tage sitze ich fast rund um die Uhr bei ihr, sehe fast stündlich wie die Miezi abmagert, ihre Augen mich trübe und unglücklich anschauen. Eine Situation nicht gemacht für schwache Gemüter. Dieser traurige Anblick reicht aber noch nicht, denn plötzlich sehe ich, dass die Kleine sich am hintern Beinchen verletzt haben muss. Hinkend und schleichend bewegt sie sich über das Grundstück. Meine größte Sorge ist, dass sie nunmehr ein gefundenes Fressen für ihre Genossen in der Natur darstellt. Es bricht mir das Herz sie so hilflos und ausgehungert zu sehen und meine Angst sagt mir, ich muss handeln und das ganz schnell.
Ich hatte eine Idee, doch dafür brauchte ich meinen ganzen Mut. Die unberührte Katzenfalle stand immer noch geöffnet an ihrer Höhle und ich servierte der kleinen Maus einen großen Teller mit Hühnchen in Soße. Erst ganz skeptisch beobachtet sie mich, doch endlich schleicht sie zu ihrer Henkersmahlzeit. Ich saß auf dem Boden, ganz nah am Essen, hinter meinem Rücken ein paar Lederhandschuhe und nun musste ich nur den Moment abwarten, dass sie über den Teller gebeugt mir ihr Hinterteil präsentiert. Endlich, es ist so weit, Miezi frisst, schaut manchmal scheu zur Seite, doch jetzt oder nie ist der Zeitpunkt gekommen. Schnell streife ich mir die Handschuhe über und eine Sekunde später packe ich die Kleine fest, damit sie mir nicht zwischen den Fingern entwischt und stecke sie in die Falle. Die Klappe fällt und mir purzeln alle Ängste und Sorgen von den Schultern. Miezi ist in Sicherheit. Kein Regen wird sie mehr nass machen, die Kälte wird sie nicht mehr frieren lassen und keine unheimlichen Geräusche in der Nacht werden sie jemals noch erschrecken können.
Eure Judith
PS. Ich werde die Geschichte weitererzählen, leider nicht mehr hier. Hier habe ich mich einst „löschen“ lassen und daraus ist eine Sperrung auf „Lebenszeit“ entstanden. Warum auch immer?! Ihr liebe Katzenfreunde gehört zu meiner Erzählung, denn IHR habt mich begleitet, Ratschläge gegeben, einfach Herz gezeigt. Fuzzi, egal was Du mir damals nachgeworfen hast, Deine lieben Worte, heute, haben mich berührt. Du bist halt meine spezielle Katzenfrau gewesen. Buenas noches.
So nun schlaft schön, Eure Ela