Hallo Neriva,
das mit den Socken war nur ein Beispiel, weil ich sehr häufig welche kaufen muss, weil ich mir die immer durchlaufe und da hole ich natürlich nicht nur drei paar. Aber natürlich auch nicht zwanzig. Ob ich mit Geld umgehen kann ist so eine Frage an mich selbst gewesen. Ich muss auch sagen, dass es mir gestern ziemlich bescheiden ging, als ich den Beitrag geschrieben habe. Ich habe ziemlich mit körperlichen und psychischen Erkrankungen zu kämpfen und da kommen auch Ausgaben hinzu. Ich musste neulich erst Brillen bezahlen, die ich brauche, weil ich mir acht Jahre lang keine geleistet habe. Ich habe nur die Fassungen bezahlen können und das Geld für die Spezialgläser hätte ich bezahlen müssen, der Optiker hatte mir aber das Geld erlassen. Naja, jetzt musste ich nochmal meine Lupe bezahlen, aber das war Gott sei Dank nicht soviel. Ich bin zwar zum Glück befreit, aber nächstes Jahr zählt das ja wieder von neuem.
Dazu kommt auch noch, dass ich noch eine Wohnung mit deren Kosten fianzieren muss. Ok, die Miete und die Betriebskosten nicht, aber noch die letzte Telefonrechnung, die nicht sehr hoch ist, und den Strom bis ich aus diesem Vertrag raus bin. Bin wieder zu Hause eingezogen. Ein weiteres Problem ist auch, dass ich eine sehr hohe Zahlung wegen des Bafögs noch machen muss. Die wollen über tausend Euro von mir. Das habe ich schon mühselig zurückgelegt. Aber dann ist auch Ebbe auf meinem Sparbuch.
Ich habe jetzt die Versicherungen abgeschlossen. Als ich gestern mit der Agila telefoniert habe, haben die mir auch gesagt, dass ich das Geld sehr schnell bekomme nach Eingang der Rechnung. Die sogar einen Stundenservice haben. Es ist dann auch nicht so schlimm, wenn ich mal ne hohe Rechnung habe, weil das Geld ja sofort auf meinem Konto wieder drauf ist.
ich habe es zweimal erfahren, dass meine Katze unerwartet krank wurde. Beide Male war ich 50 € los. Das eine Mal musste ich das Geld ein anderes Mal vorbeibringen und das andere Mal musste ich bei meiner Mutter mich einnisten, weil ich sonst Probleme gekriegt hätte mit meinem Geld. Es ist für mich einfach leichter am Monatsanfang zu sehen, was ich noch für mich habe.
Ich würde sagen, dass ich letztes Jahr leichte Anflüge von Kaufsucht hatte. Und stellenweise noch manchmal dazu neige Geld auszugeben, weil ich mich dann besser fühle. Das habe ich noch nie jemanden erzählt. Meine Mitmenschen haben sich nur gewundert, dass ich häufig Geld ausgebe und ständig was im Katalog bestelle. Meist auf Zahlpause. Die meisten Sachen brauche ich eigentlich gar nicht, oder ich schmeiße sie dann weg. Entsorge sie irgendwann. Die Katze war schon da, bevor ich vom Sozialamt abhängig war und Schwierigkeiten mit meinen Symptomen hatte. Auf der anderen Seite habe ich irgendwie auch Angst irgendwann mal auf der Straße leben zu müssen, weil ich kein Geld habe. Aber diese Angst ist vermutlich unbegründet.
Naja, jetzt fühle ich mich irgendwie nackt. Das Problem ist nicht zu lernen mit Geld umzugehen, oder besser auf meine Ausgben zu achten, sondern mit den dahinterstehenden Probleme umzugehen und da Strategien zu erlernen. Aber von diesem Problem habe ich noch nie erzählt, weil es mir peinlich ist. Nicht mal meiner Therapeutin erzähle ich davon.
Vor zwei Jahren war meine Situation so schlimm, dass ich ein halbes Jahr keine Miete zahlen konnte und das Sozialamt erst eingesprungen ist, als ich die fristlose Kündigung der Wohnung in der Hand hatte. Ich war zuvor vier Monate in einer Klinik, war sechs Wochen zu Hause. Musste wegen einer Operation wieder in die Klinik und mittendrin mein Kätzchen. Ich weiss nicht, ob ihr euch vorstellen könnt, wie das für mich war. Meine Mutter hat sie durchgefüttert...
Aber ich werde sie nicht weggeben, weil ich es mit dem Geld nicht so einfach habe. Sie ist für mich wichitg und ich liebe sie. Daher müssen wir einen Weg finden, sie im Krankheitsfall durchzubringen. Und mir scheint die Krankenkasse erstmal die beste Lösung. In ein paar Tagen bekomme ich, denke ich mal die Unterlagen. Ich werde sehen was im Kleingedruckten steht. Zur Not habe ich noch 14 Tage Zeit die Versicherungen zu kündigen.
Naja, weiss nicht, ob ihr das verstehen könnt, ich kann es aber schon so einigermaßen.
Liebe Grüße.
Lena.