Es ist zwar nun schon etwas her (07.12.2009), dennoch möchte auch ich hier meine Geschichte einer ganz tollen Katze niederschreiben.
Mimi, du kamst zwischen Weihnachten & Neujahr 1991 zu uns. Du wurdest knapp 18 Menschenjahre alt. Auch wenn ich aus der Zeit nicht mehr viel weiß, weil ich selbst gerade mal 5 Jahre alt war.. an diesen Tag kann ich mich noch errinnern als wäre es gestern gewesen.
Du warst so Scheu und hast dich unter der Eckbank in der Küche versteckt. Wir wussten, dass du Zeit brauchst, warst du doch keine Menschen, die dir gutes wollen, gewohnt. Kurz nach deinem Einzug war es dann auch schon so weit, du musstest kastriert werden. Du warst schon immer eine schlaue Katze - und meine Eltern und wir auch noch nicht so Katzenerfahren und so kam es wie es kommen musste: Gleich, nachdem du wieder Zuhause warst bist du die Haustüre raus - und davon!
Wir dachten; "das wars, wir sehen sie bestimmt nicht mehr!" Aber 2 Wochen später standest du wieder vor der Türe, so, als wäre nichts gewesen.
Du und dein Bruder Tommy (musste mit 7 Jahren eingeschläfert werden, nachdem Wasser in der Lunge festgestellt wurde), ihr musstet viel durchmachen mit mir (wie Kinder im Alter von 5-8 Jahren so sein können).
Du warst den anderen Katzen, die nach und nach zu uns kamen, oft eine Ersatzmama. Tiger & Bärli hast du das Jagen beigebracht. Du hast ihnen lebende Mäuse gebracht und vor die Pfötchen gelegt, damit sie lernten mit dieser Beute umzugehen und was sie überhaupt erlegen müssen. Wenn sie sich arg doof angestellt haben hast du ihnen einen Pfotenklaps verpasst. Du hast sie einfach gut erzogen!
Am 28.11.09 bekamst du den ersten Krampfanfall. Wir wussten nicht was los war. Am Anfang hast du ganz fürchterlich laut gemaunzt und dich ein paar mal im Kreis gedreht. Dann fielst du auf die Seite und hattest Krampfanfälle am ganzen Körper. Als wir um halb 10 Uhr Abends doch noch einen Tierarzt finden konnten, der sich um die kümmert, lagst du nur noch flach atmend im Bett. Schnell kam es uns in den Sinn, ob es von diesem Antibiotikum kam ,das du nehmen musstest. Schon auf dem Weg zum Tierarzt merkten wir: du wolltest kämpfen. Jeder hat das gemerkt. Du durftest auch kämpfen. Wir haben dir so gut es ging geholfen.
Langsam ging es auch wieder Bergauf - bis du einige Tage später nochmals dieses Antibiotikum bekamst (deine Entzündungswerte waren ja so hoch).
Hättest du das nicht bekommen, hätten wir diesen Schritt wohl nicht sofort gehen müssen und deine Chancen wären um einiges Höher gewesen..
Der Tierarzt, der dich erlöste meinte, du hättest das Antibiotikum nie bekommen dürfen weil du zu Schwach warst und zu wenig an Gewicht hattest. Hätten WIR das gewusst, wir hätten es dir nie geben lassen!!
Dein Herz war so stark, aber der Rest einfach zu schwach.
Ich konnte bei der letzten Entscheidung nicht bei dir sein, ich war nicht Stark genug.. ich wollte nicht, dass du meine tiefe Trauer auf deinem letzten Weg merkst.
Du warst eine tolle Katze, eine gute Freundin und ein vollwertiges Familienmitglied.
Ich glaube du hattest eine gute Zeit bei uns. Ich hoffe du bist da, wo du nun bist, gut angekommen.
Wir glauben, wenn du selbst Entscheiden hättest können, du hättest dich auch so entschieden.
Mimi musste eingeschläfert werden, weil sie eine zu hohe Dosis Antibiotikum bekam. Uns wurde vom Tierarzt, der sie damals Spätabends behandelt hat, erklärt, dass sie dadurch quasi einen Hirnschlag oder Schlaganfall erlitten hat. Wir haben 1 Woche um sie gekämpft. Sie konnte nicht mehr aufstehen, lebte in dieser Zeit überwiegend im Katzenkorb. Sie hat für die Situation relativ gut gefressen und getrunken. Nachdem sie dann aber von unserer Haustierärztin nochmals dieses Antibiotikum bekam (sie hatte eine Zahnentzündung) ging es ihr wieder schlechter. Zum Schluss kam dann noch ein ziemlich schlimmer Schnupfen hinzu, so dass sie auch nichts mehr fressen wollte. Der krönende Abschluss des Ganzen war, dass es Mimi am Ende der Woche so schlecht ging und wir sie schnellstens erlösen wollten, damit sie nicht noch mehr litt, wir aber erst Abends einen Termin bei der TÄ hatten. Nach einem Anruf und schildern der Situation kam nur ein leicht angesäuertes: "Sie haben um 17 Uhr einen Termin, da kann man dann weiterreden". Wir sind Schlussendlich dann zu einem anderen Tierarzt gefahren. Ich konnte einfach nicht mit ins Behandlungszimmer. Meine Schwester hat mit dem Arzt noch lange geredet und sich beraten. Schlussendlich war er dann aber auch der Meinung, dass es besser sei, sie gehen zu lassen, weil alles andere nicht zu vereinbaren sei.