Letztendlich kann ich hier aber alle Aussagen nach vollziehen und ich habe genau die gleichen bedenken...Warum soll ich vor allen Dingen meinem Tier noch mal so einen Stress antun, wo er doch schon genug Stress hatte...
Aus dem Bauch heraus....ich würde es nicht nochmal versuchen. Genau aus dem Grund. Sicher wäre es toll - aber zweimal ist es schon nicht gut gelaufen. Selbst wenn es vielleicht geeignetere Katzen gegeben hätte als die beiden, die du geholt hast - ob es dann geklappt hätte, weiß man ja auch nicht.
Ich hätte auch gern eine zweite Katze, aber Bonnie ist auch so eine Kandidatin, mit der eine Zusammenführung vermutlich nix werden würde. Sie wurde schon im Tierheim einzeln gehalten und mit ausdrücklich aus Einzelkatze vermittelt. Wobei - das habe ich hier gelernt - auch das nicht unbedingt etwas zu sagen haben muss, da die Umstände im Tierheim ganz andere sind.
Ich schwanke zwar auch noch ein kleines bisschen, ob ich es nicht doch versuchen sollte. Aber je besser ich meine Katze kennenlerne, um so eher komm ich zu der Überzeugung, es zu lassen.
Sie macht einen zufriedenen, ausgeglichenen und glücklichen Eindruck und lebt offensichtlich gern bei mir. Sie ist sehr menschenbezogen, spielt gerne, quasselt laufend (wir "unterhalten" uns sozusagen :razz

und liegt jeden Abend angekuschelt auf der Couch und schläft völlig entspannt. Sicher kann ihr kein Mensch das ersetzen, was vielleicht eine andere Katze könnte. Aber soll ich die für sie offensichtlich sehr zufriedenstellende Situation dadurch aufs Spiel setzen, in dem ich ihr etwas "Gutes" tun will, was vielleicht dazu führt, dass sie unglücklich wird? Sie war ein Jahr ganz allein im Tierheim und ist vielleicht aus dem Grunde recht eifersüchtig. Wenn ich das Kind meiner Freundin auf dem Schoss habe, kommt Bonnie an und setzt sich ganz dicht neben mich. Ich bin offenbar "ihr" Mensch und den will sie nicht teilen. Sie wird nicht kapieren, dass es ihr keinen Deut schlechter gehen würde, wenn noch eine andere Fellnase dazu käme. Ich glaube auch nicht, dass Katzen da einen "Lernprozeß" durchmachen und sich irgendwann sagen: "Ok, allein wars super. Aber die neue Katze nimmt mir ja nichts weg. Alles easy." Sie wird eher instinktiv alles wegzudrängen versuchen, was eine Gefahr für ihr neues Leben darstellen könnte. Dasselbe Verhaltensmuster hatten wir damals bei unserem Hund aus dem Tierheim. Auch der hatte offenbar immer eine latente Angst, uns verlassen zu müssen.
Auch wenn es wirklich toll wäre und ich auch locker Platz für weitere 1, 2 Katzen hätte - ich habe Bonnie in den letzten 4 Monaten glaub ich so gut kennengelernt, dass ich mir recht sicher bin, dass es keine gute Idee wäre. Selbst wenn man die Zweitkatze sehr sorgfältig auswählen würde. Und da ich daher die Chancen als eher schlecht sehe, werde ich Bonnie wohl keinen Kumpel dazu holen. Das schöne Leben, was wir zusammen haben, könnte vielleicht durch so eine Aktion unwiderbringlich einen Sprung bekommen. Da sie in ihrem jungen Leben schon genug Negatives erlebt hat, braucht sie keine Experimente und keinen weiteren Stress, sondern einfach nur ein schönes, sicheres und liebevolles Zuhause. Und dankt es im Gegenzug mit großer Zuneigung und Anhänglichkeit.