Hallo an alle Tierliebhaber,
ICH VERSUCHE MICH KURZZUFASSEN,ABER IN ANBETRACHT DER LAGE SOLLTE IHR DIE GANZE GESCHICHTE WISSEN. ICH BITTE EUCH, TEILT MIR EURE ERFAHRUNGEN ÜBER ÄHNLICHE PROBLEME MIT. VIELLEICHT HABT IHR JA EINE IDEE, WIE ICH MEINER KATZE HELFEN KANN!!!!!
ich habe mich hier im Forum angemeldet, weil ich euren Rat benötige. Mittlerweile bin ich an einem Punkt, wo ich einfach nicht mehr weiterkomme mit meinem Latein.
Vor 5 Jahren habe ich Fipsi aus dem Münchner Tierheim zu mir und meinen Partner nach Hause geholt, damals war sie ungefähr neun Jahre alt. Als wir sie das erste Mal sahen, lag sie ganz platt in der Krankenstation und die Pfleger rieten mir ab, mich für sie zu entscheiden weil sie ziemlich krank sei. Aber wir wussten sofort als wir sie sahen, dass es genau diese Katze sein soll, die wir in unsere kleine Familie aufnehmen möchten. In ihrem Arztberichten stand damals:
- chron. Katzenschnupfen
- Resektion des Schwanzes in Folge eines "Strassenkampfes"
- Z.n. Ohrenentzündung
- sowie das Fehlen ein paar Zähne
...aber egal. Ich wusste, dass es eben nicht so leicht werden könnte.
Im ersten Jahr unterbrach sie einmal das Essen und Trinken, am dritten Tag habe ich ihr, weil es Hochsommer war, Flüssigkeit mit der Spritze zugeführt. Nach Infusionen beim Tierarzt gab sich das schnell wieder, aber der Arzt meinte, dass sie eben körperlich sehr geschwächt ist.
Fipsi konnte ihre neue Umgebung gleich sehr gut annehmen. Uns hatte sie auch gleich akzeptiert. Unser Verhältnis ist einfach sehr gut, wir gehören zusammen, das war schon früh klar.
...Als wir das erste Mal sahen, wie sie ihre "Rotzeklümpchen" herausnieste, waren wir erstmal beide schockiert, und auch etwas angeekelt. Der Arzt riet uns zu herkömmlichen Nasentropfen für Säuglinge und zu herkömmlichen Alternativen, wie z.B. viel lüften, wenig Heizungswärme und gelegentliche Inhalationen (wir nahmen sie dann immer mit in unser Bad, wenn wir duschten

Durch die Herbstkälte, die jetzt langsam wieder kommt und die damit verbundene Heizungswärme wird es seit ner Woche wieder schlimmer- sie "rotzt" dann grün-gelbe Kllümpchen, die linsengroß sind. Dann geben wir ihr eben öfters Otriven. Zum Nächsten Problem: Letztes Jahr fing sie an, überall rumzupinkeln. Zuerst neben ihrem Klo, dann im Bad, auf Teppiche. Ich dachte zuerst es wäre Trotzpinkeln, probierte mehr Zuwendung aus spielte viel häufiger mit ihr (vielleicht ist sie ja frustriert?), mehrere Katzenklos, anderes Streu, habe ein täglich das Klo ausgewaschen und grundgereinigt- aber nichts veränderte sich. Nach knapp 6 Wochen waren es dann anstatt Pfützen nur noch Tröpfchen, dafür aber dunkelorange- ich konsultierte den Arzt, Diagnose: sehr starke Blasenentzündung, Nieren wären schon angegriffen. Wir fingen sofort an, sie zu spritzen, mit Antibiotika und Schmerzmittel. Am gleichen Nachmittag noch wurde sie extrem agressiv, fauchte mich nur noch aus ihrer Transportbox an. Als ich daheim war, wirkte sie fast psychotisch, und das auf extremste Art und Weise. Sie kauerte vollkommen ängstlich in der hintersten Ecke der Wohnung, war allein im Raum und fauchte trotzdem weiter. Als ich den Raum betrat, wollte sie mich aus Angst angreifen. Den nächsten Tag kam dann der Arzt zu uns, er meinte das komme von den Antibiotika, was auf dem entzündeten Gewebe brennen könne. Der Zustand hielt sich dann für ganze 4 Tage- es war eine echte Katastrophe für uns. Bis es dann langsam besser wurde und wir zu herkömmlichen Antibiotikasuspension übergehen konnte. Nach knapp 3 Monaten Therapie zeigte uns dann der ultraschall, dass sie die Krankheit überstanden hatte. Aber wir waren darauf vorbereitet, dass die Entzündung wiederkommen könnte. Ich stellte jedenfalls das Trockenfutter auf Anraten des Tierarztes um, um wenigstensirgendwie vorbeugen zu können. Ein weiteres Problem ist, dass Fipsi nur Trockefutter isst- obwohl ihr das nicht gut tut. Erstens weil sie es nicht kauen kann (da ihr Zähne fehlen), zweitens, weil Trockenfutter zu wenig Flüssigkeit und zu viele Salze enthält. Immer wieder hatte ich ihr es angeboten, verschiedene Sorten, hatte vorher Fipsi abstinent gehalten- aber sie lehnte es ab. Mittlerweile erbricht sie sehr häufig, ca. einmal am Tag. Ohne Fell. Ich glaube, sie frisst einfach zu schnell. Die Blasenentzündung isst übrigens nach 2 Monaten wiedergekommen. Und jetzt, nach einem Jahr ist sie wieder da. Gut, dass ich es mittlerweile schon früh erkenne, dann können wir ihr schneller das Antibiotika geben. Fipsi hat uns auch im Flur unter eine Kommode gepinkelt- dort haben wir jetzt auch noch einen Parkettschaden, für den wir knapp 1200Euro zahlen müssen. Die Therapie für Ihre Entzündung kostete uns knapp 600 Euro bisher. Mein Freund streikt langsam, weil ich jeden Tag waschen muss. Entweder die Bettwäsche, die Kissen oder die Teppiche, weil sie überallhin rotzt und pinkelt. Wir haben jetzt auch mal Windeln ausprobiert, für mich eine Katastrophe, weil ich ihr damit so viel Komfort nehme.Und das Risiko für weitere Entzündungen steigt ja, wenn man Windeln benutzt. Ich habe gelesen, dass Katzen ohne Schwanz im Alter zur Inkontinenz neigen, aber der Tierarzt sagte, dass es daran nicht liegt.
Ohje, ich weiß gar nicht, wo das alles noch hinführt. Ich liebe meine Fipsi über alles, ich würde sie nie weggeben nur weil mir die Arbeit zu viel ist, das habe ich von Anfang an in Kauf genommen. Aber irgendwie packe ich das langsam nicht mehr. Ein anderer Tierarzt riet mir, wie viele meiner Freunde auch, zum Einschläfern. Aber das geht doch nicht. Alte Menschen akzeptiert man doch auch trotz ihren körperlichen Einschränkungen. Oft leide ich so mit ihr mit, wenn ich mir vorstelle, wie es ihr wohl gerade geht- stellt euch vor, eure Nase wäre immer zu, ihr könntet schlecht atmen, hättet Brennen beim Wasserlassen, und müsstet einmal pro Tag erbrechen, weil euch so übel ist. Wenn ich das bedenke, komme ich mir vor, als würde ich meine Kleine quälen. Aber wenn ich sie so sehe, dann weiss und fühle ich auch, dass sie ihr Leben liebt- sie zeigt es uns jeden Tag aufs Neue. Jetzt gerade hat sie sich an meinen Rücken gelegt, und liegt so seelig da. Es wechselt einfach zu oft. Für mich wäre klar, dass ich mein Tier einschläfern lassen würde, wenn ich merke, dass es kaum noch Lebensqualität hat- aber sie hat doch noch oft genug welches, wenn sie nur behandelt ist.
Abgesehen davon habe ich seit letzten Jahr auch noch einen Hunde, und die beiden lieben sich ohne Ende. Fipsi leckt dann immer stundenlang meine Milla ab- und ich, ich schmelze dahin!

Die beiden sind ein Herz und eine Seele, schlafen gemeinsam, essen gemeinsam. Seit knapp einem Monat frisst Fipsi auch immer etwas von Millas Nassfutter- ist ja auch ein kleiner Erfolg- oder?
Ich weiß dass ich euch jetzt unglaublich viel erzählt habe, ich danke jedem einzelnen der sich die zeit genommen hat, Fipsis Geschichte zu lesen. Wenn ihr irgendeinen Tipp für mich habt, bitte schreibt ihn mir. Ich bin euch sehr sehr dankbar für jeden Beitrag. Sina