Wir haben es über ein Jahr probiert und dann aufgegeben. Aber ich kann verstehen, dass es schwer ist, da zuzusehen, wenn man in so einer Situation ist.
Wir hatten zuerst 2 Katzen, die sich sehr geliebt haben. Dann starb der Kater und wir holten nach ca. 4 Wochen den Kater Smartie als neuen Spielgefährten für unsere Kätzin. Von der Tierhilfe wurde er uns als exakt passend empfohlen. Leider war er sehr dominant und sie total ängstlich und unterwürfig. Wir probierten es 5 Monate lang mit allem Möglichen und Unmöglichen. Von der Tierpsychologin, über eine Therapeutin, Zylkene, Bachblüten, Felliway, Clickertraining, bis hin zur Tierkommunikation... nichts half.
Dann empfahl uns jemand, wir sollten 2 weitere Katzen dazu tun, als Ausgleich - also einen Kater als Raufkumpel für ihn und eine Kätzin zum schmusen für sie... soweit die Theorie... die Praxis sah dann so aus, dass er alle 3 schlug und sie alle vor ihm Angst hatten. Wir probierten dies weitere 2 Monate, bis es dann so eskaliert ist, dass die eine Kätzin sich ständig selber angepinkelt und angekotet hat und die andere Kätzin vor Angst 3m die Treppe runtergestürzt ist und er den anderen Kater mal so in der Mangel hatte, dass wir gar nicht mehr dazwischen gehen konnten. Es ist zum Glück nichts passiert, aber ab da separierten wir den dominanten Kater von den anderen 3 bis wir im November letzten Jahres endlich ein ganz tolles Zuhause für ihn gefunden haben, wo wir ihn besuchen können und wissen, dass es ihm gut geht.
Die 3 waren überglücklich als er auszog. Die Kätzin, die wir zuerst hatten und der Kater verstehen sich prima, aber die andere Kätzin wird von beiden etwas aussen vor gelassen (obwohl sie die Schwester des Katers ist). Sie ist das 5te Rad am Wagen. Während die beiden kuscheln, liegt sie allein 2m weiter - aber es fließt kein BLut, niemand ist unsauber und im Großen und Ganzen ist es harmonisch... wieder eine 4te Katze dazu, wollen wir im Moment auch nicht nochmal riskieren, weil uns das alles noch in den Knochen steckt.
Von daher kann ich es schon auch etwas verstehen, dass Du ihn nach so kurzer Zeit wieder an die Vorbesitzer zurück gegeben hast. Je länger man die Kleinen hat, umso lieber hat man sie und umso weniger bringt man es über`s Herz, sie wieder her zu geben...ach das ist immer so schwierig...von daher kann man vielleicht nicht unbedingt sagen, es wäre zu früh gewesen. Wenn Du ihn noch länger behalten hättest, wäre es Dir vielleicht auch so wie uns gegangen...hätte, wäre, wenn...es ist echt nicht so einfach. Es sind Lebewesen und man muss allen Katzen gerecht werden. Keine Entscheidung ist da einfach.
Ich hatte über ein Jahr lang permanent ein schlechtes Gewissen...wenn er meine Kätzin geschlagen hat, dann dachte ich "was habe ich Dir da bloß ins Haus geholt" und wenn er zu mir kam (uns Menschen mochte er ja sehr und war uns gegenüber ein absoluter Schatz), dann dachte ich immer "ich kann Dich nicht wieder hergeben, Du süsser kleiner Liebling"...
Jetzt kann ich sagen - ich habe alles probiert und nichts unversucht gelassen, aber es hat nicht sollen sein in dieser Konstellation und alle Katzen sind jetzt viel glücklicher.
Mit den verbliebenen 3 bringe ich das schon noch besser hin mit viel Geduld. Er ist jetzt seit knapp über 2 Monaten nicht mehr bei uns und es wird auch immer besser mit den 3. Am Wochenende lagen sie sogar alle 3 auf mir im Bett (war zwar extrem unbequem, aber ich war so glücklich). Wir spielen viel mit allen 3en (Laserpointer etc) und auch wenn sie nicht miteinander kuscheln, so sind sie doch wenigstens nicht aggressiv oder so