Also ich finde es ja wirklich gut, dass du dich informierst
Ich muss sagen, der Kater meines Freundes wurde 11 Jahre lang mit Trockenfutter ernährt bis wir uns kennenlernten und ich mich dann mal ausführlich mit den Thema befasst habe....Es ist ja auch zugegeben nicht einfach in dem ganzen Futter-Wirrwar!
Aber: was leider nicht stimmt ist die Sache, dass Trockenfutter die Zähne reinigt. Katzen "kauen" per se ja schonmal nicht sondern reissen mit ihrem Gebiss. Das Trockenfutter wird wenn überhaupt einmal geknackt und dann runtergeschluckt wenn überhaupt. Um einen Zahnputzeffekt zu haben, muss das "putzende" Material ja erstmal eine Weile Kontakt zum Zahn haben. (Wenn ich auf meine Zahnbüste kurz beisse, sind meine Zähne ja auch nicht sauber

)
Was wirklich hilft um die Zähne fit zu halten ist ein Stück rohes Fleisch. Da muss Katze wirklich ersmal arbeiten und daran rumbeissen bis es denn dann im Magen landet. DAS macht die Zähnchen sauber
Generell zu Trockenfutter, da ich ja nicht weiss welches du fütterst:
Der großteil des handelsüblichen Trockenfutters hat als Hauptbestandteil Getreide. Katzen sind jedoch reine Fleischfresser. ( Maus: 10% Kohlenhydrate vs Trockenfutter: bis zu 60% und mehr Kohlenhydrate)
Katzen beziehen ihre Energie aus tierischen Proteinen und Fett, da sie Kohlenhydrate sehr schlecht verwerten können im gegensatz zu Omnivoren wie zB Mensch oder auch Hund.
Zudem fehlt einfach Flüssigkeit! Katzen sind als Wüstentiere darauf ausgelegt, ihren Wasserbedarf über das Futter zu decken. Bei reiner Trockenfutterernährung ( was bei dir ja nicht der Fall ist immerhin!) ist es einer Katze fast nicht möglich, ihren Bedarf an Wasser durch zusätzliches Trinken zu decken ( das wäre so um die 500ml, je nach Gewicht der Katze!)
Und da Flüssigkeitsmangel und vermindertes Harnvolumen Erkrankungen des Blasen-Nierensystems fördern, kann Trockenfutter eben dadurch auch dazu beitragen....
Fühl dich nicht angegriffen, ich wollte dir das nur mal schnell zusammenfassen, da du ja gesagt hast dass du Katzenneuling bist und da kann man ja einfach nicht alles auf Anhieb wissen
PS: Noch ein Nachtrag dazu, wenn der
Tierarzt Trockenfutter empfielt: Tierärzte sind Ärzte und keine Ernährungsberater. Leider lernen sie im Studium nicht ausreichend über die artgerechte Fütterung von Tieren (Wie auch, bei der Masse an Tierarten!) und das was sie lernen wird ihnen oft auf Lehrgängen zu diesem Thema beigebracht, die von großen Futterkonzernen wie Hills oder RoyalCanin gesponsort werden ( Vlt. hat dein Tierarzt dieses Futter ja auch bei sich in der Praxis zum verkauf, schau dich mal um

). Daher sollte man sich was die Ernährung unserer Miezen angeht, besser noch anderweitig informieren. Merke: Ich will hier auch keinen Tierarzt anprangern oder böses unterstellen, lediglich darauf hinweisen woher sie ihr "Wissen" beziehen und teilweise auch nichts dafür können dass sie es nicht besser wissen.
Denk daran wenn du weiterhin unbedingt noch Trockenfutter anbieten willst: 40-50 g entsprechen schon dem Tagesbedarf einer ausgewachsenen Katze! Da das so wenig wirkt, wird oft viel zu viel gefüttert und dadurch hat man dann Katzen-Bälle durch die Wohnung kugeln!
Und was das dauerhafte Angebot von Futter angeht: Man muss die Katze nicht ad libitum futtern lassen. Durch den ständigen Zugriff auf Futter und den Geruch immer in der Nase kann es passieren, dass sie irgendwann mäkelig werden ( hatten wir hier auch zu genüge -.- )
In der Natur hat die Katz ja auch keinen Haufen Mäuse vor sich liegen, auf den sie immer zugreifen kann

>>>>mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt sind die beste Lösung, es macht der Katze nichts aus, wenn sie nicht STÄNDIG was zum knabbern rumstehen hat, es ist sogar gesünder für sie und ihr Hungerempfinden ( Wenn immer was im Bäuchlein ist, entwickelt sich auch kein richtiges Hungergefühl mehr und so kann auch irgendwann das Sättigungsgefühl aus den Fugen geraten und dann hat man Fressmonster daheim, die immer weiter essen weil sie nicht mehr merken wann genug ist, denn der Magen gibt nicht mehr bescheid)