Hallo,
ich hatte bei meinen beiden Katzen auch ein ähnliches Problem. Lilly habe ich mit 12 Wochen von einem Bauernhof bekommen und drei Tage später stand meine Nachbarin mit einer Handvoll Notfall-Kater (er war ca. 3 Wochen alt) vor der Türe, den ich dann auch mühsam aufgepäppelt und behalten habe.
Anfangs habe ich versucht, Lilly den kleinen Toby zum Kuscheln und Wärmen "unterzujubeln", d.h. wenn Lilly geschlafen hat, habe ich Toby heimlich zu ihr gelegt. Jedesmal, wenn sie aufgewacht ist und Toby bemerkt hat, ist sie weggegangen. NULL Interesse an Toby. Gepielt haben sie aber früher schon zusammen. Wenn Toby auf Lillys Schlafplatz gelegen hat, dann ist sie hin und hat ihm solange über den Kopf und Ohren geleckt, bis er sichtlich genervt war und den Platz freiwillig geräumt hat. Das ist dann eher ein negatives Zeichen des Ableckens. Wie schon erwähnt, gibt es aber auch das positive Ablecken, also das Säubern. Beobachte mal bei deinen beiden, welchen Zweck das Ablecken hat. Säubern oder Vetreiben?
Die ersten 2 Monate lagen sie noch ein paar Mal zusammen im Körbchen, aber das hat sich mit der Zeit gelegt und sie gingen getrennte Wege. Heute, nach knapp 6 Jahren, faucht Lilly immer noch ab und zu Toby an, wenn er ihr zu nahe kommt. Feliway hatte ich damals auch angewendet und ich denke, genau das hat ernsthafte Kämpfe verhindert.
Dieses Verhalten des Ableckens habe ich auch bei anderen Katzen beobachten können. Es hatten sich 4-5 herrenlose Bauernhofkatzen zusätzlich zu meinen beiden in meiner Wohnung eingenistet. Damals hatte ich noch keine Katzenklappe mit Chiplesegerät, selbst Nachbars Kater hat uns öfters besucht. Es kam nie zu Kämpfen, aber dieses Ablecken bis die andere Katze freiwillig geht, habe ich sehr oft gesehen.
Ich habe es nach einiger Zeit so gemacht: Verschiedene Futterplätze, mehrere Schlafplätze, 2 Kratzbäume, 2 Toiletten, also wirklich alles doppelt. Nach und nach habe ich dann den Futterplatz auf einen Ort beschränkt, wobei heute noch jede Katze ihre eigenen Näpfe hat. Die beiden haben auch einen unterschiedlichen Geschmack was das Futter angeht. Wenn eine frisst, wartet die andere. Meist frisst Toby zuerst, Lilly wartet.
Sie schlafen heute sehr selten gemeinsam in einem Raum. Jede hat ihren Freiraum und es funktioniert wunderbar. Lilly hat also innerhalb von 3 Tagen nach ihrer Ankunft bei mir klar dargestellt, dass sie die Herrin im Haus ist und Toby beugt sich.
Es kann also doch noch klappen mit deinen beiden, ich rate auch zu Feliway und viel Geduld.
Es gibt auch Fälle, bei denen sich Katzen einfach nicht riechen können. Ich wollte noch eine dritte Katze, eine von den Bauernhofkatzen, integrieren. Das hat leider nicht funktioniert, weil Lilly die andere Katze jedesmal aus der Wohung gejagt hat - keine Chance. Das ging soweit, dass die gejagte Katze sich nicht mal mehr in die Nähe der Wohnung getraut hatte. Sie sah ich nur noch am Futterplatz draussen für die Bauernhofkatzen, den ich auch versorgt habe.