Hallo!
Kurz zu mir, in unserem Haushalt leben unsere 1,5 Jahre alte Tochter, 1 Hund - und bis Freitag vor einer Woche unsere beiden Katzen (Wohnungskatzen).
Unser mittlerweile 9 Jahre alter Kater zog Ende 2002 bei uns ein, wenige Monate später folgte als Gesellschaft ein nur wenig jüngeres Kätzchen.
Ich muss dazu sagen, dass ich vorher nie der große Katzenfreund war, aber diese kleine Katze war von Anfang an meine große vierbeinige Liebe, mein Seelentier, wie man so schön sagt. Das war einfach meine, das kann ich gar nicht weiter beschreiben und ich denke, sowas werden die meisten hier kennen.
Gut, die Katzen verstanden sich von Anfang an mehr oder weniger, es gab zwar auch mal Keilereien - es war nicht die allergrößte Liebe, aber sie haben sich doch recht viel miteinander beschäftigt, gemeinsam gefressen, sich im Spiel durch die Wohnung gejagt usw.
Viel gekuschelt und sich gegenseitig geputzt haben sie nicht, aber sie lagen z.B. immer zusammen auf dem Sofa oder im Bett - mit etwas Abstand, aber doch zusammen.
Auch den Einzug unseres Hundes und die Geburt unserer Tochter haben beide nach anfänglicher Skepsis gut hingenommen, so dass wir hier eigentlich immer einen eingespielten und relativ harmonischen Mensch-Tier-Haushalt hatten.
Nun ist es so, dass meine Katze letzten Freitag für mich völlig überraschend gestorben ist. Ich mag gar nicht groß was dazu schreiben, weil es noch sehr frisch ist - ich hab ein paar Tage zuvor bemerkt, dass was nicht stimmt, war Donnerstag noch beim Tierarzt, und Freitag hat sie dann vor meinen Augen die letzten Atemzüge gemacht. Es ging so rasend schnell, so schnell hab ich das noch bei keinem Tier erlebt, und ich habe da natürlich jetzt noch dran zu knabbern.
Jetzt geht es um unseren Kater. Der ist seitdem ja ganz allein...nun bleibt die Frage, was tun.
Muss dazu erwähnen, dass unser Kater der Typ "Eigenbrötler" ist. Was Menschen anbetrifft, ein ganz großer Schmuser und ein netter, wenn auch etwas eigenwilliger Kerl. Mit unserer Katze kam er nur deswegen klar, weil die ihm auch mal Paroli bieten konnte und trotzdem recht diplomatisch war. Vom Hund wollen wir gar nicht sprechen, der gehört für ihm allerhöchstens zum Fußvolk.

)
Ich kann auch irgendwie gar nicht groß einschätzen, ob er leidet oder nicht. Also er frisst normal und schläft wie immer viel, scheucht den Hund durch die Gegend und kommt zu uns zum Kuscheln.
Aber nun denke ich, dass er sich trotzdem langweilt...früher hat er sich ja mit unserer Katze beschäftigt, nun ist er recht viel allein, weil wir oft mit Kind und Hund unterwegs bzw. arbeiten sind.
Und irgendwie find ich die Vorstellung ganz scheußlich, dass er nun den ganzen lieben langen Tag allein in der Bude hockt.
Also was tun, das ist die große Frage.
Eine neue Katze dazuholen? Woher bekomme ich eine Katze, die ihm
- altersmäßig entspricht (knapp 10 Jahre)
- hundeverträglich ist
- kinderfreundlich
- keinen Freilauf benötigt
- und, das ist der größte Knackpunkt: sich mit unserem dicken Stinker verträgt??
Ein Kitten dazuzusetze, wäre ja sicher auch keine gute Idee. Unser Dicker ist recht faul, ob er damit so glücklich wäre und das Kitten mit ihm?!??
Für mich fühlt es sich ganz komisch an, weil ich meine Kleine immer noch so sehr vermisse und mir gar keine neue Katze hier vorstellen kann.
Ihn so allein zu lassen, ist für mich irgendwie keine Option...aber wer weiß, vielleicht findet er das gar nicht so doof und ich interpretiere viel zuviel hinein?!?
Nächste Woche fahren wir zu allem Überfluss für 1 Woche in den Urlaub. Normalerweise wären unsere Beiden hier in der Wohnung geblieben und 1x am Tag jemand zum Füttern und Schmusen gekommen.
Nun will ich ihm das aber allein nicht antun, daher geht er für die Zeit zu meinen Schwiegereltern. Dort kennt und mag er die Menschen und die Umgebung, es ist immer jemand zum Schmusen da.
Das wäre die 2. Möglichkeit, an die ich heimlich denke. Vielleicht gefällt es meinen Schwiegereltern mit Katzengesellschaft. Dort könnte er auf Dauer auch Freigang haben...da hätte er ein schöneres Leben als hier allein in der Wohnung.
Auch wenn es für uns hart wäre, plötzlich ganz ohne unsere beiden Tiger. Ich hoffe heimlich auf diese Lösung, weil es für ihn ein schönes Leben wäre, denke ich. Und wir könnten ihn besuchen, wann immer wir wollen.
Langer Text, danke fürs Lesen. Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben und erhoffe mir vielleicht den ein oder anderen Denkanstoß, weil sich meine Gedanken zur Zeit im Kreis drehen.
Traurige Grüße
Noch ein Bild von den Beiden...so eng lagen sie aber eher selten...