Hallo, und erst mal ein riesiges DANKE, dass Ihr so einen armen Kerl aus dem Tierheim geholt habt!!! Das ist echt ganz toll, und leider tun das viel zu wenige Leute :-(
Nun zu Eurem Problem: Das mit dem Kratzen und Beißen "aus dem Nichts heraus" beim Streicheln ist eine ganz typische Verhaltensstörung bei Katzen, die viel zu früh von ihrer Mutter getrennt wurden.
Wenn man Katzen (meist von Vermehrern) nimmt, die unter 3 Monate alt sind, kommt fast unter Garantie ein solches Verhalten dabei raus :-( und eben diese Katzen landen dann im Tierheim (denn die verantwortungslosen Leute, die erst eine viel zu kleine Katze nehmen, dann nicht mit ihr klarkommen, haben auch keine Skrupel, sich ihrer ebenso schnell wieder zu entledigen).
Und solche Tierchen landen dann bei lieben Menschen wie Euch.
Die gute Nachricht: man kann da durchaus was tun. Die schlechte Nachricht: es braucht viel Geduld.
Ich selbst hatte meine allererste Katze aus einer Tierhilfe - und genau wie Euer Süßer hat sie mich aus dem Nichts gebissen und gekratzt, wenn ich sie streichelte. Ganz genau dieselbe "Nummer": Arm ins Maul und zugebissen, mit den Vorderpfoten festgekrallt, und los gehts mit den Hinterbeinen, Kratzen bis zum Abwinken!! Aber sie war eine sehr zierliche Katze, und so hat es zwar schon wehgetan, aber ich bin nie richtig verletzt worden.
Bei einem großen und starken Kater kann man sich da bös was "holen". Deshalb muss schnell was geschehen.
Das Wichtigste: sobald er anfängt mit dem Beißen (man sieht es ihnen meistens an den Augen an, dass es jetzt gleich "losgeht", so war es jedenfalls bei Nini): SOFORT mit dem Spielen und Streicheln aufhören. Nicht schimpfen, nur sehr bestimmt "Nein" sagen. Und eben aufhören mit Spielen. Auf keinen Fall darf die Katze spüren, dass man Angst hat, gebissen zu werden.
Manchmal reicht das schon aus (muss man natürlich lange durchhalten, die Methode). Denn die Katze will ja spielen. Das Beißen gehört dazu - jede Katze tut das. Ihre Mama bringt ihnen bei, dass das Beißen wehtut, und gewöhnt es ihnen ab. Aber wenn sie eben nicht lang genug bei ihrer Mama waren, haben sie diese wichtige Lektion nicht gelernt.
Das müsst Ihr jetzt übernehmen.
Ich würde Euch raten, hier noch viel zu lesen, und Leute zu fragen, die das selbe Problem haben. Ich habe mit Nini nicht soooo große Probleme gehabt, das Problem zu lösen, aber je nach Katze / Kater kann das auch schwieriger sein.
Viel Glück!! Und berichtet weiter.
PS: zum Kratzen: kauft euch ganz viele Kratzbretter aus Pappe. Die sind nicht teuer und die Katzen lieben sie. Sie gehen dann nicht an Möbel, Sofas oder so.
Ein Kratzmöbel wie Baum und so reicht gar nicht aus. Meine Katzen haben in jeden Zimmer zig Pappkratzbretter.
Wenn Ihr "Geld zuviel" habt, und was Haltbares und Schönes wollt, dann guckt mal hier:
www.cat-on.de da gibts richtige Kunstwerke aus Pappe (wirklich haltbar); ich hab die preiswerten Bretter davon, gibts unter 10 Euro (Einsteigermodell). Meine Katzen fahren da so drauf ab, das gibts gar nicht.
Aber die Teile gibts auch viel billiger in den meisten Tierläden, aber die sind nicht so schön und zerfetzen auch schneller (finde ich).