Hallo liebe Katzenfreunde,
ich wende mich an euch, weil ich nicht mehr weiter weiß. Meine süße Coco (7 Jahre alt) wurde vor 3 Wochen sterilisiert. Sie war an sich immer eine Hauskatze, die nur selten nach draußen ging (wenn, dann aber für 2-3 Tage). Ich wollte ihr den Freigang ermöglichen, ohne befürchten zu müssen, dass sie mir irgendwann mal ein paar kleine mitbringt. Doch seit der OP hat sie sich um 180 Grad gedreht. Coco war immer eine sehr schmusebedürftige, zurückhaltend anderen gegenüber und ruhige Katze. Wo auch immer ich im Haus war, sie war dicht bei mir. Fauchen, kratzen oder beißen - Fehlanzeige!
Als ich Coco vom Tierarzt abholte, erzählte er mir, dass er ihr die Gebärmutter entfernen musste, da diese verformt war. Dementsprechend hatte sie eine sehr große Wunde am Bauch. Ich war nur froh sie wieder bei mir zu haben. Die nächsten 5 Tage erholte sie sich, war wie immer. Doch am 6. Tag nach der OP geschah etwas, was mich jetzt noch Gänsehaut bekommen lässt, wenn ich nur daran denke.
Meine Mutter und ich saßen am Frühstückstisch und Coco war am fressen. Nachdem sie ihre Mahlzeit beendet hatte, lief sie auf mich zu und sprang auf meinen Schoss. Nur Sekunden später, ohne das ich sie berührt hatte, sprang sie mir ins Gesicht. Vor Schreck stand ich auf. Unterhalb meines Auges hatte sie mich erwischt. Plötzlich kreischte und fauchte sie los, sprang mir ans Bein und biss zu. Ich hing schon in der Ecke. Dann ließ sie kurzzeitig von mir ab und sprang wieder ans Bein. Als ich sie dann "abschütteln" konnte, rannte ich erst mal in den Flur und schloss die Tür hinter mir. Insgesamt 4 Bisswunden, die noch am heilen sind.
Ab zum Arzt - Impfung auffrischen und Bein verbinden lassen. Erstaunlich, was so eine Katze anrichten kann.
Der Tierarzt meinte dazu: "Das sind die Hormone, sie hatte einen Blackout." Ich dachte zuerst, das war eine einmalige Sache. Habe mich verhalten wie immer. Am Tag, nach dem Fäden ziehen, saß ich auf meinem Bett. Coco kam, kuschelte sich an mich. Dann drehte sie ihren Kopf zu mir, sah mich an und fauchte los. Ich sprang auf, sie mir hinterher. Vor Schock rannte ich raus und schloss die Tür hinter mir.
Irgendwas stimmt da nicht, dachte ich mir. Rief wieder den Tierarzt an. Ich sollte noch mal vorbei kommen. Bin ich also wieder zu ihm hin. Wieder dieser Stress für die Kleine. Er checkte sie komplett durch. Bei ihr sei aber alles in Ordnung.
Nun bekommt sie seit ein paar Tagen Bachblüten ins Wasser. Es hat sich aber nicht viel geändert. Ich kann sie füttern - kein Problem. Aber sitze ich irgendwo und sie kommt auf mich zu, darf ich sie nicht anschauen. Denn sobald sich unsere Blicke treffen geht das Gefauche wieder los. Ich zieh mich dann immer zurück.
Die Freunde, die wir ein mal waren, sind wir nicht mehr. Ich weiß nicht mehr was ich noch machen soll. Mittlerweile versuche ich, nicht mal mehr mit ihr im selben Raum zu sein. Ich hab angst vor meiner eigenen Katze. Warum auch immer, bin ich die einzige, bei der sie so ist. Meine Mutter kann sie streicheln, da legt sie sich auf den Schoss und schläft.
Ich sage mir nur immer wieder "Ich will meine Katze zurück!"
Habt ihr eine Idee?
Liebe Grüße
Sandra