Also ich denke zu dem Thema, dass sich jeder anders mit dem Thema Trauer auseinander setzt.
Da ist es egal, ob es sich um Tiere, Familienangehörige, Freunde oder Bekannte handelt. Ich persönlich bin ein sehr emotionaler Mensch und kann eigentlich immer und überall mitfühlen. Meinen Vater hingegen habe ich bisher nur 1x für den Bruchteil einer Sekunde trauern sehen
und das war am Tag der Beerdigung meiner Oma. So schnell wie der Moment da war, war er allerdings auch schon wieder verschwunden
und die Mauer hatte sich wieder aufgebaut, als wäre nie etwas gewesen.
Wie gesagt, sollte man beachten, dass es sich hier um die eigene Familie gehandelt hat und nicht etwa um "nur" ein Haustier ...
Ich selbst kann solche unsensiblen Aussagen auch nicht wirklich nachvollziehen und fühle mich dadurch verletzt. Meist beisse ich dann auch direkt zurück und breche einen Streit vom Zaun.
Ich kann mich noch gut daran erinnern, als unser Kater Francis to im Garten lag (offenes Maul, offene Augen und ausgestreckt) und ich am Boden zerstört war. Der Nachbarsjunge aber nur vorbei kam und sagte: "Der liegt da schon was länger." Übrigens hatte die Familie in der Zeit unserer Nachbarschaft durchaus auch mehrere Tiere!
Mein Großvater hat dem Ganzen dann aber die Krone aufgesetzt, als er mir sagte, ich solle den Kater nehmen und in der Biotonne entsorgen, die würde schließlich am nächsten Tag abgeholt
Auch mein Opa hat immer schon Tiere gehabt, darunter Hunde, Ziegen, Kaninchen und auch Katzen etc. aber wirklich viel Verständnis zeigt er da nicht unbedingt. Meine Oma ist da ähnlich - sie wollte den älteren Hund einschläfern lassen, als er ab und an einige Tropfen Urin verloren hat ... Wie herzlos ist denn das? Aber als er dann letzendlich letztes Jahr eingeschläfert wurde, waren auch die beiden etwas am Boden zerstört. Also doch nicht ganz so herzlos, wie sie immer erscheinen wollen.
Allerdings ist das natürlich auch noch eine ganz andere Generation Mensch, die auf den Bauernhöfen groß geworden ist. Tiere sind "Nutzvieh" und so sollte man es auch behandeln ... (deren Denkweise!!!)
Jetzt habe ich mich hier ganz schön ausgelassen, aber wollte einfach nur mal deutlich machen, wie verschieden einige Leute mit Trauer umgehen - und auch deine Freundin (die du jetzt als Bekannte bezeichnest) hatte einen großen Verlust zu verdauen. Und das solltest du nicht vergessen.
Ich persönlich denke auch, dass unsere Haustiere mit zur Familie gehören, aber das eigene Wohl bzw. das der "menschlichen" Familie steht auch bei mir immer an erster Stelle.