Ich wollte noch mal hier antworten, um die zu erzählen, wie alles ausgegangen ist (ich selber finde es immer schade, Threads zu lesen, die irgendwann abrupt enden.. vor allem, wenn man gerade vielleicht eine ähnliche Situation durchmacht).
Nachdem Luna dann nach ihrem zweiten Klinik-Aufenthalt wegen des aufgegasten Darms wieder zu Hause war, ging es mal besser, mal schlechter.
Sie hat nicht gespielt und war von Merlins Spielattacken genervt. Sie hat wieder breiigen Stuhl gehabt, weiterhin abgenommen und immer wieder Tage gehabt an denen sie apathisch war, Untertemperatur hatte (das niedrigste war 36.4) und insgesamt sehr schlapp war.
Am 09.06. waren wir bei der 'neuen' Züchterin, um uns den kleinen Kater anzusehen, der Merlins Spielkamerad werden soll. Die Situation zwischen Luna und Merlin wurde immer schlimmer und es wurde richtig übel gekämpft. Das waren so die einzigen Momente in denen Luna überhaupt noch richtigen Lebensgeist zeigte und wir wollten nicht, dass sie ihre letzten Kräfte auf diese Kämpfe verschwendet. Daher haben wir uns für den kleinen Linus entschieden, der dann frühestens am 1.7. mit 13 Wochen einziehen dürfte, aber eventuell auch noch bei der Züchterin bleiben könnte, weil wir die Zusammenführung auch nur durchführen wollten, wenn es Luna einigermaßen gut oder vielleicht sogar wieder richtig gut geht.
Die weiteren Tage waren sehr nervenaufreibend. Es gab Tage an denen es Luna besser ging und an anderen Tagen hing das Wort 'Einschläfern' in der Luft. Sie war manchmal so teilnahmslos, dass wir nicht wussten, wie lange wir da einfach nur zusehen dürfen und wann wir eingreifen müssen. Am 14.6. bin ich wieder mit ihr in die TK, sie hatte wieder Untertemperatur, wieder einen aufegegasten Darm und war wieder apathisch. Ich hatte sehr viel im Internet gelesen und den
Tierarzt dann auf verschiedene Sachen wie Bauchspeicheldrüsenwerte etc. angesprochen. Wir wollten sie nicht in der TK lassen, weil wir dachten sie würde den Tag nicht überleben und ihr den zusätzlichen Stress nicht mehr zumuten. Ich habe mich dann durchgesetzt und ein weiteres Blutbild und ein Kotprofil machen lassen. Da wir dann übers Wochenende auf die Ergebnisse warten mussten, habe ich mich weiter eingelesen, habe mit vielen von Darminvagination betroffenen Züchtern Rücksprache gehalten. Da sie zwischendurch nicht mehr gefressen hat, habe ich sie mit Reconvales Tonicum über eine Spritze ernährt. Am 17.6. hat sie abends das erste Mal wieder mit einem Bällchen gespielt. Ganz vorsichtig nur, aber immerhin.
Eigentlich sah alles ganz gut aus, aber sie hat zwischendurch immer mal wieder erbrochen und wir wussten einfach nicht woran es lag. Da die Ergebnisse des BB und des Kotprofils ja noch ausstanden, hofften wir, dass wir dadurch endlich einen Therapieansatz kriegen würden.
Am 19.6. hat sie morgens wieder erbrochen (was aber mittlerweile nichts besonderes mehr war). Im Laufe des Tages ging es ihr immer schlechter, mittags ist sie alle 2 Minuten aufs Katzenklo gegangen ohne das wirklich was kam. Mir war klar, dass es wieder eine Darminvagination sein muss. Ich hatte inzwischen mit einigen betroffenen Züchtern gesprochen und wusste das eine 2. DI oft 4 Wochen nach der ersten auftritt. Es waren genau 27 Tage seit der ersten Darminvagination vergangen

Wir sind dann direkt wieder zur TK gefahren und es wurde wieder eine DI diagnostiziert. Zudem war der Darm dieses Mal schon perforiert, es hatte sich Flüssigkeit im Bauchraum gesammelt und die Lymphknoten waren angeschwollen. Das heißt, dass man in diesem Fall auch ein höheres Risiko eine Bauchfellentzündung hatte und diese die Prognose verschlechtert. Luna wog nur noch 1,9 kg und der
Tierarzt war skeptisch, ob sie die OP bei dem Gewicht überhaupt überleben würde. Außerdem meinte er, dass es aufgrund der letzten Wochen sehr fragwürdig ist, ob sie sich überhaupt erholen würde und man abwägen muss, ob man ihr das antut.
Das BB war unauffällig, aber das Kotprofil hatte einen positiven
Giardien-Befund gezeigt. Der
Tierarzt meinte, dass die
Giardien aber nicht zu der DI geführt haben und die
Giardien-Behandlung nichts an der Prognose ändern würden.
Daher haben wir sie dann am 19.6. einschläfern lassen.
Nachdem ich nun 2 1/2 Monate darüber nachgedacht habe und zu keinem wirklich Ergebnis gekommen bin, habe ich gestern ein sehr schönes Buch gelesen: 'Erste Hilfe für meine Katze' von Dr. Michael Streicher.
Da steht auf S.34, dass eine Aufgasung des Darms von Bakterien kommen kann, die im Übermaß Gase produzieren.
Die erste Aufgasung des Darms wurde 13 Tage nach der OP festgestellt. Da ich viele veterinärmedizinische Publikationen gelesen habe, weiß ich, dass eine Darm-OP das Gleichgewicht der Bakterien im Darm durcheinander bringen kann, vor allem, wenn eine Katze dann noch wenig bis gar nicht frisst.
Trotzdem wurde ein Kotprofil nicht als notwendig erachtet. Viel mehr wusste überhaupt keiner woran es liegen könnte, das der Darm sich so aufbläht. Alle waren sich aber einig, dass das keine zu erwartende Komplikation der DI war.
10 Tage später sind wir ja wieder wegen der Aufgasung dar gewesen. Wieder wusste keiner woher das kommt. Diesmal haben wir aber auf ein Kotprofil und ein Blutbild bestanden.
Laut Behandlungsprotokoll (das ich aber erst seit letzte Woche habe), wussten die schon am 15.6., dass ein positiver Giardienbefund vorliegt. Ich wurde aber erst informiert, als ich am 19.6. da war. Ich war mal ganz naiv davon ausgegangen, dass ich informiert werden, wenn etwas positiv ist. Wir hätten ja schon übers WE behandeln können.
Im Nachhinein passt das auch sehr gut in den Zeitrahmen der Ereignisse.
Da wir vor der OP wegen dem Durchfall schon Untersuchungen haben machen lassen, wissen wir, dass sie vorher keine
Giardien hatte. Da die Katzen weder raus gehen, noch Kontakt zu anderen Katzen haben, denken wir, dass sie die
Giardien von ihrem ersten Klinikaufenthalt hat.
Giardien haben eine Inkubationszeit von 7-21 Tagen. 8 Tage nach der ersten OP hat Luna das erste Mal erbrochen, obwohl vorher eigentlich alles besser geworden ist (Kot war zum ersten Mal normal). 13 Tage nach der OP war der Darm aufgegast. Sab simplex und
MCP brachten keine Besserung. Eine Woche später war der Darm wieder aufgegast, zwischendurch hat sie erbrochen und seit der OP stetig weiter abgenommen, insgesamt 500g.
Wenn ich doch jetzt in einem Buch für Laien lesen kann, dass eine Aufgasung des Darms durch Bakterienungleichgewicht oder Darmparasiten verursacht wird, wieso kommt ein
Tierarzt dann nicht darauf? Vor allem wenn die Katze gleichzeitig an Gewicht abnimmt?
Natürlich weiß ich nicht, ob Luna noch leben würde, wenn wir das früher erkannt hätten. Die DI hat sie auch schon ohne die
Giardien bekommen und die 2. kam wahrscheinlich auch nicht davon.
Trotzdem bin ich mir aber sicher, dass ihre letzten Wochen weniger schlimm gewesen wären, wenn sie nicht noch ständig in die Klinik gemusst hätte, weil ihr Darm so aufgegast war.
Merlin wurde nach der Diagnose mit Spartrix behandelt und Linus durfte wie geplant am 1.7. einziehen, nachdem 2
Giardien-Schnelltests bei Merlin negativ waren. Eine Woche später ist auch noch Mia (Linus' Schwester) bei uns eingezogen und alle drei sind sehr, sehr glücklich zusammen. Nachdem Merlin sich von dem ganzen Stress mit Luna und den Zusammenführungen erholt hatte, ist er zusehendes weiter aufgeblüht und ist mittlerweile sehr ausgeglichen und wieder sehr verspielt.
Letzte Woche habe ich von allen dreien eine Sammelkotprobe abgegeben und ein großes Kotprofil anfertigen lassen und alles ist negativ.
Morgen wird Linus kastriert (natürlich bei einem anderen
Tierarzt) und Mia wird kastriert, wenn sie die 3kg-Marke geknackt hat... wahrscheinlich so in 3-4 Wochen.