Mein Bengalen-Problem

Diskutiere Mein Bengalen-Problem im Kurzhaar Forum im Bereich Katzenrassen; Hallo liebe Katzenfreunde! Ich habe mich hier angemeldet, weil ich dringend den Rat von erfahreren Katzenhaltern zu einem Bengalen-Problem...
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Celinderella

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Hallo liebe Katzenfreunde!

Ich habe mich hier angemeldet, weil ich dringend den Rat von erfahreren Katzenhaltern zu einem Bengalen-Problem benötige. Ich freue mich sehr über Ratschläge und Hinweise :)

Mein Name ist Celina, ich bin 23 und vor Kurzem bei meiner Mutter aus- und zu meinem Freund in dessen Wohnung gezogen. Meine Mutter und wir Töchter hatten bisher in unserer Wohnung einen Kater, der uns zugelaufen war und der unseren Katzenwahn lostrat. Finn lebte ungefähr ein Jahr bei uns, bis er so krank durch Katzen-HIV wurde, dass wir ihn sanft haben gehen lassen. Er war gemütlich, schon etwas älter, und ruhig. Er zeigte uns, wie das Leben mit einer Katze so ist und wir lernten viel. Bisher hatten wir nur Hamster, Wellensittiche, Wüstenspringmäuse und jede Menge Meerschweinchen gehabt, nie aber eine Katze.
Finns Tod sorgte dafür, dass wir alle merkten, dass ohne Katze nicht mehr geht. Meine Mutter entschied sich, zwei Kitten in unsere Familie einzuschleusen und vom ersten Tag an sind die beiden so wundervoll liebenswürdig und süß, dass wir garnicht mehr ohne können. Wir sind einfach alle total die Tier- und vor Allem Katzenliebhaber!

Nun bin ich jedoch ausgezogen, kommt halt immer irgendwann der Tag.. ;)
Und so langsam nähert sich das Problem. Der Vater meines Freundes besitzt einen Bengalen. Er ist 5 Jahre alt und lebte bisher in einer großen Wohnung mit Garten (in den er aber nie wirklich ging, dazu gleich mehr) zusammen mit einer Yorkshire-Terrier-Hündin, die nun schon bestimmt 14 Jahre alt ist. Die beiden mögen sich eigentlich, spielen gelegentlich miteinander.
Tornado (oder eher Torik, wie er meistens genannt wird) ist als Kitten zu meinem Schwiegervater-in-spe gekommen, von einer wohl seriösen Züchterin. War wohl auch echt teuer.. Direkt zu Beginn war er sehr krank und musste viel gespritzt werden, was ihn bis zum heutigen Tage (meiner Einschätzung nach) geschädigt hat. Angeblich war die Züchterin verschwunden, als man den Kontakt zu ihr gesucht hat.
Torik ist absolut nicht korrekt sozialisiert worden. Er lässt sich nicht heben, er lässt sich nicht anfassen, er geht am liebsten weg, wenn man ihm zu Nahe kommt. Liegt er irgendwo und schläft, kann man ihn streicheln. Das wars. Er isst, er trinkt, er geht zur Toilette, aber er mag den Menschen nicht besonders. Ihm wird immer wieder der Freigang angeboten, aber er wirkt, als habe er Angst. Er geht nicht weit weg, will aber zu schwierigen Zeiten (mitten in der Nacht) wieder reingelassen werden und ruft dann laut. Dieser Kater ist eindeutig nicht glücklich. Er neigt dazu, an Tapeten und Gardinen zu gehen (ob das spielerisch oder aus Zerstörungswut passiert, muss ich nochmal genauer eruieren).
Nun Folgendes: Mein Schwiegervater-in-spe hat einen 1-jährigen Sohn. Aus Gründen, die mir jetzt nicht so ganz vertraut sind, ist das Zusammenleben mit dem doch recht schwierigen Kater so schwierig geworden, dass er abgegeben werden soll. Es gibt Vermittlungen, die sich auf Bengalen spezialisiert habe, weil es doch keine unkomplizierte Rasse ist. Aber mein Freund, der Torik natürlich dennoch lieb hat, hat mich gefragt, ob er und ich es mit ihm versuchen wollen. Wir wohnen in einer 100-Quadratmeter-Erdgeschosswohnung mit Garten und einer Wohngegend hinter dem Haus, wo theoretisch eine Katze auch laufen kann (nach vorne hin ist eine größere Straße). Ich bringe Erfahrung mit sozialisierten Katzen mit, mein Freund hat lange mit Torik zusammengelebt.
Nun ist es so: Der Kater ist seit gestern bei uns. Er hat ganz traurig gerufen in seinem Transportkorb und ist auch nur rausgekommen, als wir ein Stündchen außer Haus waren. Ich habe mich informiert und informiert, in Katzenratgebern, im Internet usw. Über Bengalen im Speziellen und Katzen mit chronischen Angststörungen im Allgemeinen.
Ich weiß: wenn dieser Kater nun hier wohnt, dann möchte ich alles tun, damit es ihm besser geht. Es tut mir so weh, dass dieses Tier weder vom Züchter, noch vom Käufer (so ungern ich das auch sage) mit Enthusiasmus und Freude an der Katze sozialisiert wurde. Das Tier hat beinahe ständig Angst, guckt aus seinen wundervollen großen Augen aus einer Ecke zu einem rüber, hält aber immer Abstand.

Ich weiß, dass das Single-Halten keine gute Idee ist. Das ist mir völlig klar, habe ich doch bei meiner Mutter zuhause zwei Mädchen, die so herzlich süß und verliebt in sich gegenseitig und auch in uns Frauchen sind, dass sie immer zum schmusen und spielen kommen. Ich habe die große, große Hoffnung in mir, dass man bei Torik noch was tun kann. Dass auch bei einem 5-jährigen Kater nicht alles verloren sein muss.
Er ist aber bisher der einzige Kater im Haus gewesen, wie günstig ist da eine zweite Katze? Und wenn ja, welche, welches Geschlecht, Alter, Rasse?
Als die ersten Schritte würde ich natürlich solche bevorzugen, die noch keine zweite Katze beinhalten. Ich habe da von Gegenkonditionierungsmaßnahmen, teilweise mit medikamentöser Therapie in Form von leichten Anxiolytika (also Beruhigungsmittel) gelesen, von viel Geduld, Leckerchen, Geduld und Geduld. Dort wird aber meist nur von Kitten oder jungen Katzen gesprochen.
Was mache ich, wenn ich eine ausgewachsene Katze "retten" will? Eine, die ganz eindeutig in ihrem Wesen, ihrer Art, ihrer Sozialisation verhunzt wurde? Die jetzt leidet, und wer weiß schon wie lange. Ich bin erst seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen und kenne Torik erst so lange. Ich möchte helfen. Möchte Torik bei uns behalten können und ihn angstfrei sehen.

Seit er gestern gekommen ist, hat er nirgendswo hingepinkelt, er war direkt auf dem Katzenklo. Er hat definitv nachts gefressen (scheinbar hatte er echt Hunger..), getrunken wahrscheinlich auch. Sein Platzkörbchen lag auch nicht mehr genau so, wie ich es hingelegt hatte. Als wir nach der Stunde gestern wieder reinkamen, lag da ein Hubbel unter dem Tuch, das über der Couch liegt. Er hatte sich da versteckt. Beim Anheben duckte er sich weg, versteckte sich unter der Couch.
Seit dem Aufstehen heute morgen ist er unter der Couch. Ich bin nun im selben Raum mit ihm am Computer, er lässt sich nicht blicken. Er weiß ja, dass jemand da ist.. Ohmann, ich wünschte ich könnte was tun.

Gebt mir Tips! Ich habe schon nach Katzenpsychologen gegoogelt..

Liebe Grüße, Celina
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #2
Erst mal herzlich willkommen :a010:,

oh, man, das ist ja eine vertrackte Situation. Ich kenne Bengalen nicht sooo gut, sie sollen den Orientalen aber recht ähnlich sein, daher versuche ich mein Glück einmal :wink:.

Ich würde vorschlagen, dass du ihn jetzt erst einmal 'ankommen' lässt. Ich denke, dass gerade für so ängstliche Tiere ein Umzug, also ein Wechsel des gewohnten Reviers, in dem er sich bislang sicher gefühlt hat, eine enorme Belastung ist, daher machst du das - wie ich finde - richtig, bei ihm zu sein, ohne ihn zu bedrängen. Lass ihm man mind. eine Woche, in der du ihn immer wieder freundlich ansprichst, ohne ihn zu nötigen, weil du ihn versuchst anzufassen und versuche auch jetzt noch nichts mit Medis oder so. Was du versuchen könntest, ist Feliway, jedoch kenne ich mich damit nur theoretisch aus, da kann dir vielleicht jemand, der es eingesetzt hat, Näheres zu sagen.

Ich denke, über ein eventuelles Zweittier kannst du frühestens nachdenken, wenn du nach einiger Zeit siehst, wie er sich einlebt und macht, denn so, wie du das beschreibst, weiß ich nicht, ob man ihm etwas Gutes tut. Allerdings kenne ich einen solchen Fall, indem das Zweittier dem ersten geholfen hat, entspannter zu werden und sich sogar anfassen zu lassen.

Berichte mal, wie es weitergeht und wie er sich macht! Alle Daumen sind gedrückt und ich hoffe sehr, dass du dem armen Spatzen helfen kannst!!!
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #3
Hallo und herzlich Willkommen!

Leider kann ich Dir keinen Tip geben ( kenne mich mit Bengalen nicht aus!) , finde es aber toll, dass Du dich sooooo rührend um Torik kümmerst und wollte Dir meinen Respekt aussprechen!

Ich denke, Torik wird es merken, wie gut Du zu ihm bist und es Dir dann zu gegebener Zeit auch danken.....

Ich werde hier dran bleiben um die Geschichte weiter zu verfolgen... wenn mir doch noch Tips einfallen, schreibe ich diese....

erst mal TOI TOI TOI!!!

glg
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #4
Super,dass ihr euch des Katers annehmt, aber ich denke, das wird ein schwerer Weg werden. Ich kenne mich mit Bengalen auch nicht aus, aber den Tipp mit dem Feliway möchte ich unterstreichen. Ich habe hier zwei Schwestern mit einem etwas angespannten Verhältnis und dank Feliway seit drei Wochen hatten wir keinen Zusammenstoß mehr. Viel Glück!
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #5
Hallo Celina,

erstmal herzlich willkommen im Forum!

Meine Güte, das ist ja wirklich eine ganz schwierige Situation.

Also, dass der Kater so lange alleine gehalten worden ist, kann schon sehr viel mit seinem Verhalten zu tun haben.
Bengalkatzen sind super-soziale Tiere, und wenn ich bei irgendeiner Katze sagen würde, die kann auf gar keinen Fall und unter keinen Umständen einzeln gehalten werden, dann ist es der Bengale (nicht falsch verstehen. Ich finde Einzelhaltung generell falsch, aber der Bengale ist da noch mal eine ganz andere Kategorie).

Die Züchterin kann nicht sehr seriös gewesen sein, wenn sie so ein Tier in Einzelhaft abgibt. Eigentlich gehört zu einem Begalkater nach Möglichkeit ein zweiter Bengale. Diese Tiere haben so viel Energie, dass sie die meisten anderen Katzen einfach überfordern.

Leider kann auch ich dir nicht sagen, ob du diesen ganzen M*** nochmal komplett umbiegen kannst. Dieser Kater ist jetzt einfach schon so lange falsch gehalten worden, und ich persönlich kenne Gott sei Dank keinen einzigen Bengalen, der auf andere Katzengesellschaft verzichten musste.

Aber ich bin mir sicher, wenn er für den Rest seines Lebens alleine bleiben muss, dass wird er nie wirklich glücklich sein.

Bitte versuch nicht, den Kater ständig zu streicheln, oder gar ihn hochzunehmen. Meine beiden sind super anhänglich, folgen mir auf Schritt und Tritt durch die ganze Wohnung, aber auf den Arm mögen beide trotzdem nicht gerne, das muss man respektieren.

Sprich viel mit ihm und lass ihn ansonsten in Ruhe. Wenn er dann irgendwann unter dem Sofa hervorkommt, und du hast die Möglichkeit ihn anzufassen, dann streichel ihm nur mal kurz über den Kopf und geh weiter.
Nicht gleich überfordern wenn das funktioniert kann man mal weitersehen.

Ach und noch etwas:
Mein Bengale reagiert sehr heftig auf jede Form von Parfüm, egal ob in der Seife, in einer Creme oder eben als Deo. Viel mehr als alle anderen Katzen. Wenn ich mir z.B. die Hände eingecremt habe, dann darf ich ihn nicht anfassen. Achte mal darauf.

Sorry für den Roman, aber mir geht gerade so viel im Kopf rum, und es fällt mir echt schwer das Alles in Worte zu fassen, und mir tut das Katerle gerade so leid!


Ganz liebe Grüsse und ich wünsche euch alles Gute
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #6
Vielen lieben Dank für eure tollen Antworten! Die haben mir jetzt schon sehr viel geholfen!

Ich habe heute Nachtschicht und nehme mir die Zeit, in Ruhe etwas dazu zu antworten. Da ich das über mein Handy machen muss und euch das einzige brauchbare Foto von Torik zeigen wollte, das ich habe, nun diese kleine kurze Antwort.

Hier das Foto:



Ich melde mich später ausführlicher!
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #7
ui ui ui... was ein Feiner!!!!

GLG
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #8
Soo.. Nochmal vielen Dank für die Hinweise soweit!

Das ist alles wirklich sehr hilfreich und gibt mir die Hoffnung, dass da doch noch was zu machen ist. Mal ehrlich: wenn die Bengalen im speziellen und Katzen im allgemeinen so soziale Tiere sind, dann muss doch noch etwas davon in ihm sein oder nicht? Und auf Zuwendung und eine stressfreie Umgebung kann ein Tier doch nur entspannt reagieren oder? Auch wenn es halt lange dauert.. Diese Hoffnung habe ich.

Also wir lassen Torik einfach in Ruhe. Ich rede mit ihm, wenn ich im selben Raum bin, bedränge ihn aber nicht. Gestern ist er an mir vorbei durch den Raum aus seinem Versteck unter der Couch zu seinem Klo und dem Napf gegangen. Hat mich ganz genau beobachtet und ist danach sogar schnuppernd einen Schlenker durch die Wohnung gehuscht. Hab ihn kurz angeschaut, aber bald wieder auf den Computer konzentriert.
Torik muss sich einfach an die neue Wohnung gewöhnen und ihr habt alle sicher recht, wenn er ein bis zwei Wochen in Ruhe sein neues Heim kennenlernen muss, sobald es nachts ist oder er alleine ist. Ich glaube die meisten Katzen reagieren so oder ähnlich. Vielen dank dafür!

Jetzt habe ich aber noch einige kleine Fragen: wie verhalte ich mich in einigen Situationen ganz konkret?
Torik hat an der Seite der Couch unter dem Tuch, das auf der Couch liegt, ein total abgedecktes, von allen Seiten geschlossenes Versteck gefunden. Das scheint so sicher, dass er da den ganzen Tag hocken könnte.. Nun meine frage: wie sinnvoll ist es, ihm diese sehr tiefen verstecke zu nehmen, damit er sich etwas leicht offeneres sucht und so ein bisschen gedrängt ist, auch mehr vom geschehen im Raum mitzubekommen? Ich hab dann (ich bete dass das nicht schlimm war) das Tuch der Couch hochgeschlagen. Der Kater ist in die ecke des Raumes gehuscht und hat dort im Schutz der Gardine den Raum beobachtet. Ist so ein Versteck besser geeignet als ein ganz Verstecktes? Darf man da zu diesem Zeitpunkt schon Einfluss drauf nehmen oder ist es am wichtigsten, ihn bloss in Ruhe zu lassen?
Als er so als Hubbel unter dem Tuch, aber auf der Couch lag, habe ich mich mal ganz normal mit etwas Abstand auf die Couch gesetzt, ist ja auch unsere Couch. Habe lieb mit ihm geredet, dabei in ner Zeitschrift geblättert. War das okay?
Ich konnte dann irgendwann nicht widerstehen und habe den Hubbel sanft berührt, leicht gestreichelt und dann die Hand wieder weggenommen. War das zuviel?

Habe in teilen des Raumes außerdem feliway Spray gesprüht, das meine Mutter noch Zuhause hatte. Bin gespannt auf ein Ergebnis in ein paar Wochen.. Zusammen mit Bachblüten hat das wohl schon einigen geholfen.. Kann man die Blüten nicht auch ins Futter oder ins Wasser mischen?

In der Zwischenzeit habe ich mich noch einmal mit meinem Freund unterhalten und er hat mir etwas genauer erzählt, wie das zu Beginn mit Torik ablief. Als kitten war er zwar schüchtern und auch etwas ängstlich, aber nicht so verhaltensauffällig.. Er ist auf dessen Vaters schoß gehüpft und hat sich kraulen lassen. Als er so krank wurde und ständig zum Tierarzt musste, wurde es schlimm. Dass er zur Medikamenteneinnahme gefangen werden musste, hat sein Übriges getan.. Naja.

Torik hatte auch eine Bengalen-Freundin, die beiden haben zusammen gerne recht unerreichbar zusammen rumgelegen. Scheint also nicht ganz so traurig abgelaufen zu sein, wie ich zuerst vermutet hatte. Das weckt mehr Hoffnungen!
Ich denke ein tip war besonders wertvoll: bloß nicht zuviel erwarten. Das Tier schon so akzeptieren, wie es vllt ist und bleibt (eher menschenscheu) und sich freuen, wenn Besserungen eintreten.

Hat jemand noch ganz spezielle Handlungsanweisungen für spezielle Situationen? Wann sollte ich mal den Kontakt Wagen und wann auf keinen fall? Es ist nicht so, dass Torik einfach rumläuft und die Chance hätte, ihn zu nehmen oder zu berühren, das verhindert sein stets eingehaltener Sicherheitsabstand. Konkret interessieren mich da wie gesagt die Situation mit ihm als Hubbel unter irgendeinem Laken oder wenn er irgendwo schlafen sollte.

Ich bin sehr froh, dass ich das Problem hier geschildert habe, eure Ansichten helfen mir / und wirklich weiter!

Liebe Grüße, Celina
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #9
Hallo und willkommen hier!

Also ich persönlich würde ihm diese sicheren Verstecke nicht nehmen. Das mit dem daneben setzen oder auch auf den Boden setzen und lesen, sanft mit sprechen, ist alles prima und hilft ihm sich an deine Stimme zu gewöhnen.
Bitte nimm ihn dir nicht einfach! Lass ihn das Tempo bestimmen und wenn es noch ein bißchen dauert. Mein Sternchen war ein sehr scheuer Kater, der einige Zeit gebraucht hat um sich an mene Hand zu gewöhnen. Ich habe ihn zu nichts gezwungen. Irgendwann als er dann etwas ruhiger und sicherer war, konnte man ganz vorsichtig anfangen ihn wie zufällig beim Füttern mal zu streicheln oder leckerlis aus der hand zu geben. Versuche nie von oben zu kommen mit der Hand! Immer so das er die Hand sehen kann und dann von der Seite.
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #10
Hallo Celina,

euer Torik ist wirklich ein ganz hübscher.

So und nun zu deinen Fragen (sorry, das wird jetzt wahrscheinlich etwas länger):

Soo.. Nochmal vielen Dank für die Hinweise soweit!

Das ist alles wirklich sehr hilfreich und gibt mir die Hoffnung, dass da doch noch was zu machen ist. Mal ehrlich: wenn die Bengalen im speziellen und Katzen im allgemeinen so soziale Tiere sind, dann muss doch noch etwas davon in ihm sein oder nicht? Und auf Zuwendung und eine stressfreie Umgebung kann ein Tier doch nur entspannt reagieren oder? Auch wenn es halt lange dauert.. Diese Hoffnung habe ich.

Mit sozial meinte ich nicht, dass Bengalen liebe, nette Tiere sind, das sind sie zweifellos auch, sondern dass diese Katzen auf jeden Fall Katzengesellschaft brauchen.
Ich möchte dir mal ein paar Beispiele geben:

- Hier passiert es öfter Mal, dass unsere Finny tief und fest auf ihrem Kratzbaum einschläft. Nun ist es generell so, dass wenn ich den Raum verlasse, die ganze Meute hinter mir herkommt. Wenn Fienchen dann aufwacht und keiner ist mehr da, dann schreit sie hier rum, als würde die Welt untergehen. Sind die anderen Katzen noch im selben Raum und nur wir nicht, dann ist alles in Ordnung.
- Meine Schwester hat zwei Kater, einen Bengalen und einen Mix. Nun ist es vor ein paar Wochen passiert, dass der Kleine meiner Schwester eine Nähnadel aus der Hand geklaut hat und sie vor lauter Gier verschluckt hat. Nach der OP musste er für einige Tage in der Klinik bleiben. Der grosse Bengale hat ihn die ganze Zeit gesucht, durchgehend miaut und man konnte ihm ansehen, dass er totunglücklich war.

Ich kann mir eine Bengalkatze absolut nicht als Einzelkatze vorstellen!

Also wir lassen Torik einfach in Ruhe. Ich rede mit ihm, wenn ich im selben Raum bin, bedränge ihn aber nicht.

Gut!

Gestern ist er an mir vorbei durch den Raum aus seinem Versteck unter der Couch zu seinem Klo und dem Napf gegangen. Hat mich ganz genau beobachtet und ist danach sogar schnuppernd einen Schlenker durch die Wohnung gehuscht. Hab ihn kurz angeschaut, aber bald wieder auf den Computer konzentriert.

Solltet ihr in solchen Situationen Blickkontakt bekommen, dann blinzel langsam und schau dann weg. Anstarren würde "Agression" signalisieren.


Torik muss sich einfach an die neue Wohnung gewöhnen und ihr habt alle sicher recht, wenn er ein bis zwei Wochen in Ruhe sein neues Heim kennenlernen muss, sobald es nachts ist oder er alleine ist. Ich glaube die meisten Katzen reagieren so oder ähnlich. Vielen dank dafür!

Das kann auch noch etwas länger dauern.

Jetzt habe ich aber noch einige kleine Fragen: wie verhalte ich mich in einigen Situationen ganz konkret?
Torik hat an der Seite der Couch unter dem Tuch, das auf der Couch liegt, ein total abgedecktes, von allen Seiten geschlossenes Versteck gefunden. Das scheint so sicher, dass er da den ganzen Tag hocken könnte.. Nun meine frage: wie sinnvoll ist es, ihm diese sehr tiefen verstecke zu nehmen, damit er sich etwas leicht offeneres sucht und so ein bisschen gedrängt ist, auch mehr vom geschehen im Raum mitzubekommen?

Lass ihm bitte seine Verstecke. Wie Josie schon gesagt hat, lass ihn das Tempo bestimmen. Wenn er das nächste halbe Jahr da sitzenbleiben möchte, dann lass ihn - mit dieser Einstellung wird er es am schnellsten verlassen ;-).

Ich hab dann (ich bete dass das nicht schlimm war) das Tuch der Couch hochgeschlagen. Der Kater ist in die ecke des Raumes gehuscht und hat dort im Schutz der Gardine den Raum beobachtet. Ist so ein Versteck besser geeignet als ein ganz Verstecktes? Darf man da zu diesem Zeitpunkt schon Einfluss drauf nehmen oder ist es am wichtigsten, ihn bloss in Ruhe zu lassen?

Schlag das Tuch wieder runter, und lass ihn sich in Zukunft da verstecken, wo er es möchte. Du nimmst ihm die Sicherheit, wenn du da Einfluss nimmst.


Als er so als Hubbel unter dem Tuch, aber auf der Couch lag, habe ich mich mal ganz normal mit etwas Abstand auf die Couch gesetzt, ist ja auch unsere Couch. Habe lieb mit ihm geredet, dabei in ner Zeitschrift geblättert. War das okay?

Vollkommen ok!


Ich konnte dann irgendwann nicht widerstehen und habe den Hubbel sanft berührt, leicht gestreichelt und dann die Hand wieder weggenommen. War das zuviel?

Find ich nicht so toll. Wenn er unter dem Tuch lag, konnte er deine Hand ja gar nicht kommen sehen. Würde mich nicht wundern, wenn er sich da sehr erschreckt.

Habe in teilen des Raumes außerdem feliway Spray gesprüht, das meine Mutter noch Zuhause hatte. Bin gespannt auf ein Ergebnis in ein paar Wochen.. Zusammen mit Bachblüten hat das wohl schon einigen geholfen.. Kann man die Blüten nicht auch ins Futter oder ins Wasser mischen?

Damit kenne ich mich gar nicht aus. Hab nur mal gelesen, dass man mit Bachblüten nicht rumexperimentieren soll, wenn man sich damit nicht auskennt.

In der Zwischenzeit habe ich mich noch einmal mit meinem Freund unterhalten und er hat mir etwas genauer erzählt, wie das zu Beginn mit Torik ablief. Als kitten war er zwar schüchtern und auch etwas ängstlich, aber nicht so verhaltensauffällig.. Er ist auf dessen Vaters schoß gehüpft und hat sich kraulen lassen. Als er so krank wurde und ständig zum Tierarzt musste, wurde es schlimm. Dass er zur Medikamenteneinnahme gefangen werden musste, hat sein Übriges getan.. Naja.

Naja... ich weiß ja nicht.

Torik hatte auch eine Bengalen-Freundin, die beiden haben zusammen gerne recht unerreichbar zusammen rumgelegen. Scheint also nicht ganz so traurig abgelaufen zu sein, wie ich zuerst vermutet hatte. Das weckt mehr Hoffnungen!

Wo ist denn die Bengal-Freundin jetzt?
Wenn er nicht die ganzen fünf Jahre alleine war, dann wäre es um so wichtiger ihm einen Kumpel an die Seite zu stellen. Dann war es vielleicht in der Vergangenheit nicht ganz so traurig, könnte aber in Zukunft sehr traurig für den Kater werden. Nochmal: Bengalen brauchen einen Artgenossen!


Ich denke ein tip war besonders wertvoll: bloß nicht zuviel erwarten. Das Tier schon so akzeptieren, wie es vllt ist und bleibt (eher menschenscheu) und sich freuen, wenn Besserungen eintreten.

*unterschreib*

Hat jemand noch ganz spezielle Handlungsanweisungen für spezielle Situationen? Wann sollte ich mal den Kontakt Wagen und wann auf keinen fall?

Wenn er in Reichweite ist, dann kannst du versuchen ihn zu streicheln. Streck ihm dazu zuerst deine Hand langsam entgegen, dann merkst du, ob er zurückweicht, oder nicht. Wenn du langsam mit den Fingern Richtung Backe gehst und er dir entgegenkommt, quasi er sich an dir streichelt, dann kannst du ihn ein bisschen streicheln. Im Übrigen zeigen dir die Katzen schon, wann sie gestreichelt werden wollen.

Es ist nicht so, dass Torik einfach rumläuft und die Chance hätte, ihn zu nehmen oder zu berühren, das verhindert sein stets eingehaltener Sicherheitsabstand.

Du musst eben warten, bis er soweit ist. Wie du selbst gesagt hast: Keine Erwartungshaltung ;-).

Konkret interessieren mich da wie gesagt die Situation mit ihm als Hubbel unter irgendeinem Laken oder wenn er irgendwo schlafen sollte.

Siehe oben!

Ich bin sehr froh, dass ich das Problem hier geschildert habe, eure Ansichten helfen mir / und wirklich weiter!

Liebe Grüße, Celina


So, nochmal entschuldigung für den Roman.

Nochmal was zu mir: Ich habe zwar Bengalen und kann dir ein bisschen von meinen Erfahrungen mit diesen Tieren berichten, aber ich bin kein Experte für Angstkatzen. Meine Erfahrungen beruhen hier nur auf unseren Katzen, die wir aus dem Tierheim geholt haben, und die teilweise doch auch sehr verstört waren, als wir sie bekommen haben. Das oben genannte Vorgehen hat sich da bewährt.
Aber ich erhebe keinen Anspruch auf absolute Korrektheit der Aussagen, sondern schildere nur meine Erfahrungen.

Weiterhin alles Gute!
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #11
Hallo,

ich möchte auch noch was ergänzen. Hat aber nichts mit Bengalen Erfahrung zu tun.

Bezüglich Versteck... ich würde ihm vielleicht eher noch ein paar Verstecke bauen. Schau mal meinen Anhang an. Das hab ich meiner Katze auch gebaut, um ihr nach der Kastration etwas Ruhe zu gönnen.
Einfach ein paar Kartons mit Türen versehen und aneinanderkleben, dass er sich so richtig verkriechen kann.

Kannst ja kleine Gugglöcher reinschneiden, so dass er sich zwar verstecken kann, aber trotzdem schauen kann, was um ihn rum passiert.

Wünsche dir viel Geduld, das wird schon! ...und wir wissen doch alle, Katzen machen was sie wollen und grad wenn man sie in Ruhe lässt und ignoriert, kommen sie am ehesten auf einen zu! :)
Finde es schön, dass du dich ihm angenommen hast.

Würde aber auch, sobald er sich vielleicht ein wenig eingelebt hat, über eine liebe Zweitkatze nachdenken. Es ist manchmal erstaunlich, wie viele Probleme sich dadurch lösen.
 

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  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #12
kann er zu euch wenn ihr schlaft?
Das kann hilfreich sein wenn er euch erkunden kann wenn ihr harmlos seit.

Ansonsten, vorrausschauend im hinblick auf zweitkatze irgendwann, kannst du einen raum unzugänglich machen? Wenn ihr dann eine zweite Katze dazuholt kann die anfangs in den Raum ohne das er beleidigt ist weil die geschlossene Tür für ihn normal ist. Es würde euch eine langsame Vergesellschaftung ermöglichen. Da er solange allein war würdest du mit einer langsamen VG die Erfolgschancen erhöhen. Der Raum wäre dann auch gut als Quarantänestation geeignet, wenn er nicht als das benötigt wird kannst du dort Dinge wie Wäscheständer o.Ä. unterbringen.
Die Eltern meines Partners haben auch geschätzte 100 m² und genau so einen Raum der einfach immer zu ist, ausser ne Katze kommt vom Tierarzt (narkosenachwirkungen abwarten) oder falls kurzzeitig getrennt werden muss. Ich war schon heilfroh drüber, unsere Suri wurde da untergebracht während wir umgezogen sind.

Nur ne Idee ;)
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #13
Ich bin auf deinen Thread aufmerksam gemacht worden und werde mal versuchen meine Gedanken dazu hier zu sortieren... wird länger werden ;-)

Vorneweg: ich hab von Bengalen im speziellen keine Ahnung, sollte etwas von dem, was ich schreibe speziell bei Bengalen anders sein, dann bitte aufschreien ;-)
Ich mache Pflegestelle für Katzen in Not und habe mich dabei auf die scheuen, wildchen und Angstkatzen spezialisiert, da ich anscheinend ein gutes Händchen dafür habe und bei mir fast alle Mietzen irgendwann zahm werden...
Ich denke du hast ein gutes Gefühl für den Süßen und ich denke du kannst es wirklich schaffen bei ihm was zu erreichen. Wichtig ist, wie schon gesagt wurde: Geduld und keinerlei erwartungshaltung.
Dazu eine Anekdote: Ich hatte eine scheue Mietz an eine Freundin meiner Schwester vermittelt (im übrigen 4 Jahre alt, 4 Jahre draußen an einer Futterstelle gelebt), bei mir war sie zahm, aber im neuen zu Hause dann natürlich erstmal wieder scheu. Da die neue Dosine keine Ahnung von scheuen Katzen hatte, bat sie mich um reale Unterstützung, was ja kein Thema war, da sie bei mir um die Ecke wohnt. Kurz nach der Vermittlung brach ich mir den Fuß und konnte die versprochene tatkräftige Hilfe nicht liefern... die Frau war komplett unglücklich mit der Situation - Mietz sollte sich soch ENDLICH zeigen... schließlich fühlte sie sich überfordert und wollte die Mietz zurückgeben, aber niemand traute sich sie im großen Haus einzufangen und ich konnte ja nicht. Also bat ich sie sich für den Zeitraum bis ich wieder laufen konnte sich einfach als Not-Pflegestelle zu sehen und die Mietz nur mit Futter und sauberem Kaklo zu versorgen und ansonsten brauche sie sich nicht kümmern, sobald ich wieder kann, würde ich sie abholen. Als ich nach 6 Wochen wieder halbwegs laufen konte fragte ich nach und bekam zur Antwort: in dem Moment, wo sie nichts mehr gemacht hat, kam die Maus auf einmal vor und läßt sich jetzt streicheln, heißt jetzt Fibi und bleibt!
Fibi schläft jetzt bei Frauchen mit im Bett ;-)

Fibi war vom Charakter her jedoch sehr neugierig. Und da denke ich ist der Haken bzw. das roblem bei eurem Süßen - mein Eindruck: er hat resigniert. Er hat keine Freude mehr am Leben und hat somit keinen Grund vor zu kommen...
Das Problem bei Angstkatzen ist, daß sich das verstecken einschleift. Das heißt: die Katze versteckt sich, weil sie Angst hat und denkt, daß ihr in dem Versteck nichts passiert. Da ihr in dem Versteck tatsächlich nichts passiert, fühlt sie sich in diesem Verhalten bestätigt und versteckt sich weiter. Es gibt für sie keinen Grund hervorzukommen. Deshalb hat er jetzt die letzten Jahre so gelebt und wird dies auch weiterhin tun...

Deshalb seh ich es ein bißchen anders als meine Vorschreiber: wenn du den Kreislauf bei ihm unterbrechen willst, dann wirst du ihn dafür etwas "ärgern" müßen.
Allerdings bitte als Warnung: das ist bei anderen Katzen bzw. in der Regel genau andersherum! Aber in Fällen wie diesem ist es meiner Meinung nach anders...

Dazu auch eine Anekdote: ich übernahm von einer anderen Tierschützerin eine ältere Angstkatze. Queenie war ca. 10 Jahre alt und hatte draußen ihr Leben verbracht bis ein Unfall/eine Krankheit bei ihr eine Mittelohrschädigung hervorruf und sie darauf "schief" lief. Sie wurde eingefangen und kam in einen recht kleinen Katzenraum einer Tierschützerin, den sie sich mit Jungspunden teilen mußte, die sie mobbten. Sie wurde der Tierschützerin gegenüber zahm, ließ sich streicheln und schnurrte, aber sie verkroch sich ansonsten nur noch in einer Kratzbaumhöhle und verließ diese nicht mehr. Futter mußte sie an die Höhle geschoben kriegen, sonst fraß sie nicht und ihre Geschäfte machte sie ebenfalls direkt vor die Höhle. Sie kam zu mir und obwohl sie im Raum ganz alleine war verkroch sie sich nur. uch ich durfte sie nach wenigen Tagen streicheln, was sie schnurrend genoß, aber sie verweigerte ein verlaßüen ihrer sicheren Höhle. Also eine Angstkatze und keine scheue... Angst, die sich verselbstständigt hatte... ich verschloß alle Verstecke und gab ihr "Halb"-Verstecke - Plätze, in denen sie einen kleinen Sichtschutz hatte, aber ansonsten gezwungen war mir und dem Leben (mein Katzenraum hat eine Gittertür) ausgesetzt zu sein. Innerhalb küzester Zeit taute sie auf, merkte, daß ihr trotzdem sie nicht versteckt war nichts passierte und begann wieder Freude am Leben zu entwickeln.. erst bewegten sich die Spielmäuse des Nachts wie von Geisterhand durch den Raum ;-) und später zeigte sie dann Interresse an der Welt hinter der Gittertür und auch an meinen Katzen (!). Sie war vermittlungsbereit und zog zu einem gleichaltrigen Kater dazu - die beiden bilden eine tolle Alters-WG und Queenie brauchte im neuen zu Hause nochmal etwas Zeit und ein paar Schubser in die richtige Richtung und ist nun eine normale ältere Katzendame, die sichtlich Freude am Leben hat...

Deshalb denke ich mußt du für Torik den richtigen weg finden - er muß aus seinem ritualisiertem Angstverhalten liebevoll gelockt und geschubst werden - aber ohne Erwartungshaltung und ohne Druck. Gib ihm "Halb"verstecke statt komplette verstecke, wenn du ihn aus einem Vollversteck holen willst, dann entweder durch locken (dazu gleich mehr) oder durch etwas, was er nicht mit dir in Verbindung bringt (schwierig) -besser wäre, wenn er gar keine Volverstecke erst finden kann...
Dann: kein spontanes berühren mehr! Wenn berühren, dann nur für ihn sichtbar, vorbereitbar - erst die Hand hinhalten, anblinzeln, ihn fragen: darf ich? Dann anfassen. Läßt ers zu, dann belohnen mit Leckerlies, zieht er weg, dann nichts machen.
Überhaupt: Leckerlies! Liebe geht durch den Magen - Katzen sind absolut bestechlich ;-)
Finde raus, was er an Leckerlies liebt. Jedesmal wenn du zu ihm gehst hast du Leckerlies dabei, legst sie vor ihn ab, erzählst ihm was (vorlesen ist sehr gut, da man dabei die Mietz nicht anschaut). Legst wieder Leckerlies hin und gehst wieder. Immer derselbe Ablauf. Es muß berechenbar für ihn sein, was passiert. Dann langsame Fortschritte: Leckerluies aus der Hand futtern, dann vorsichtig dabei streicheln wenn er die Leckerlies frißt, immer für ihn berechenbar sein.
Weiter mit spielen: Federwedel, Laserpointer, Spielangeln - versuch ihn zum spielen zu animieren. Zu anfang wird er dich verständlos angucken, dann irgendwann verörgert sein, vielleicht Angst vor dem Spielzeug haben, aber Geduld ist gefragt. Irgendwann kommen sie alle ;-)

Thema Kumpel: das denke ich wäre für ihn schon wichtig - es wäre wieder etwas, was ihn aus seinem eingeprägtem Angstverhalten zu einem neuen Verhalten locken und zwingen würde...es sollte eine Passung sein, ein Kater, der gut sozialisiert ist, ihn auffordert ohne ihn zu mobben... am besten bereits erwachsen und am optimalsten zahm (bis auf letzteres hätte ich grad nen passenden Kater da mit meinem Pflegi Vincent...)

Aber bitte - bei allem immer bedenken: es gibt auch Katzen, die nicht sich zu Kuschlern entwickeln, die auch, wenn sie aus ihrer Angst gelöst sind trotzdem die Nähe des Menschen nicht unbedingt mögen... ich habe unter meinen eigenen so eine Mietz - sie kam als Kitten mit ihren Geschwistern zu mir - alle wurden zahm, aber sie verweigerte sich. Ich kann sie streicheln und sie genießt es, aber sie braucht mich nicht... sie liebt meinen Coonie-Kater mit dem kuschelt sie, den sucht sie, mit dem ist sie glücklich - was braucht sie mich?
Ich habe sie deshalb hier behalten und lasse sie sein wie sie ist... alles andere wäre nur Qual...
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #14
ich würde auch in nächster zeit eine zweite katze dazu holen.

Ich hab selber 2 Bengalen und daher würde ich dir raten auch wieder ein Bengalen am besten Kater dazu zu holen.

Ich würde vielleicht mal ein par Züchter anrufen manchmal haben die auch ältere karierte katzen abzugeben.
Oder sie wissen das vielleicht irgendwelche ihre Bengalen leider abgeben müssen.
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #15
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #16
naja bei älteren katzen würde ich das als wichtig ansehen und ich würde sagen das ein potenter kater ihn warscheinlich auch mobben würde.

und wenn ein Zücher eine ansgewachsende Katze unkarstiert abgeben würde.
würde ich ihn nicht für seriös halten.
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #17
naja bei älteren katzen würde ich das als wichtig ansehen und ich würde sagen das ein potenter kater ihn warscheinlich auch mobben würde.

und wenn ein Zücher eine ansgewachsende Katze unkarstiert abgeben würde.
würde ich ihn nicht für seriös halten.

Also hast du nicht mit Absicht KARIERT geschrieben :), sondern wolltest KASTRIERT schreiben :).

Ich hab nur gefragt, weil wir unsere beiden Bengalen unsere beiden "Karierten" nennen, und ich dachte, dass das jetzt schon Umgangssprache ist :).

Ansonsten stimme ich dir natürlich voll zu. Gerade eine ältere Katze sollte nur kastriert abgegeben werden.
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #18
Sorry das ist mir garnicht aufgefallen
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #19
War nicht böse gemeint ;-)

So und nun: OT-Ende
 
  • Mein Bengalen-Problem Beitrag #20
Aaalso..

Torik ist ja jetzt schon ein paar Tage bei uns. Es scheint, als habe er sich die Wohnung in Ruhe angeguckt, er frisst weiter und trinkt und geht zum Klo. Wenn wir nicht da sind, sitzt er gerne auf der Fensterbank und schaut nach draußen, das hat er bei dem Vater meines Freundes auch immer gemacht (Ich hab ihn erwischt, als ich draußen am Fenster vorbei gegangen bin :nana:)
Er hat einen Platz unter einem Sessel gefunden, wo er gemütlich auf einer Decke liegt und schläft. Über dem Sessel liegt auch eine Decke, die das so zu einem gemütlichen Versteck macht, wo man aber auch von vorne ein wenig reinschauen kann. An der Decke, die da drüber liegt, sieht man, dass er auch viel oben einfach drauf liegt im Sessel. Bisher hab ich ihn da aber noch nicht gesehen.
Mein Freund war vorgestern zuhause auf der Couch und hat berichtet, dass Torik durch die Wohnung gelaufen ist. Scheinbar ist der Kater bei ihm ein bisschen weniger angespannt (Er kennt ihn ja auch, seit der ein Kitten war).
Wir saßen gestern am Tisch in der Küche und Torik ist einfach durch den Flur spaziert. Nicht in unsere Nähe, aber er lief rum.
Scheinbar weiß er, dass er uns nicht loswird, er kann nicht immer warten, bis wir weg sind, um zu essen oder zum Klo zu gehen. Also tut er es einfach so. Ich bin so erleichtert, dass er sich selbst nicht einschränkt vor lauter Angst. Dass er trotzdem seine Bedürfnisse befriedigt.

Ich verhalte mich im Moment so: Ich rede mit ihm, begrüße ihn verbal, wenn ich reinkomme und erzähl ihm auch so immer allerhand Quatsch, ist ja egal was. Ich berühre ihn nicht, auch nicht als Beule unter dem Couchüberwurf. Mein einziges Vordringen in seine Richtung besteht daraus, ihn manchmal zu suchen und die Verstecke anzugucken, ob er da liegt. Dafür ziehe ich kein Tuch oder Laken oder irgendwas weg, in die Verstecke kann man so vorsichtig reingucken. Ich käme so oder so nicht dazu, ihn zu berühren (das geht tatsächlich nur, wenn er unter was liegt und mich nicht kommen sehen würde), er läuft weg, wenn man ihm zu nahe kommt.

Ich weiß von meinem Freund, dass Torik eigentlich nicht auf Leckerchen steht. Ich habe vorgestern mal ein Stück von einer Snack-Stange vor sein Versteck gelegt. Nur um irgendwann mal zu gucken, ob er das überhaupt isst.
Mein Freund sagte mir am nächsten Tag, der Kater hätte nachts damit gespielt, aber nichts gegessen. Das Stück war halbwegs auseinander gepflückt worden.
Schade drum, dass er es nicht gegessen hat.
Super dagegen, dass er spielt! Ich habe ihn noch nie spielen sehen und dachte schon, dass er den ganzen Tag am Liebsten rumliegt und ausm Fenster guckt. Aber scheinbar ist da doch noch Spieltrieb in ihm! Das gefällt mir sehr.

Zum Thema Schlafzimmer: Mein Freund möchte nicht, dass Torik ins Bett kommt, weil er Sorge hat, er würde vllt. da hin pinkeln. Deswegen ist die Tür da immer zu. Die Tür zum Bad ist auch immer zu, weil Torik sein KaKlo neben der Toilette in einem Gästebad in seinem vorherigen Zuhause hatte und mein Freund Sorge hat, er könnte auch dahin pinkeln.
Ich habe aber erzählt, dass mir der Tip gefallen hat, der Kater könnte uns gut anschauen und beschnuppern, wenn wir harmlos schlafen. Die letzten beiden Tage, wo ich geschlafen habe, war deswegen die Tür auf. Ich kann aber nicht sagen, ob er da war oder nicht.

Ich denke, für die nächsten zwei Wochen kann man da im Moment nichts machen, oder? Ich muss erst recht sicher sein, dass sein Verhalten nicht mehr von dem Umzug in eine neue Umgebung sein kann, sondern dass er sich in der vetraut gewordenen Umgebung immer noch so ängstlich verhält.

Ich habe noch eine Frage zum Futter. Oder zwei Fragen..
Torik ist bisher nur mit Trockenfutter versorgt worden. Er hat (soweit ich weiß, muss ich nochmal fragen) immer nur Trockenfutter bekommen. Nun ich weiß ich von der schlechten Auswirkung auf die Nieren und wie gut Nassfutter (wahrscheinlich wäre sogar barfen noch besser) als Alternative ist.
Wie, wann und ob überhaupt kann ich sein Futter umstellen? Wie nötig ist das?Und die zweite Frage: Wie fülle ich ihm am Besten seinen Napf auf? Ich hab so am Anfang überlegt, dass ich gerne mich als Person für ihn mit Futter verknüpfen möchte.
Da Torik in seinem alten Zuhause so etwas wie einen Futterspender hatte, konnte er einfach immer nehmen, wenn er wollte. Nun möchte ich gerne, dass er mitbekommt, wie mein Freund und ich das auffüllen, um dann eventuell positive Empfindungen damit zu verbinden.
Hier brauche ich aber Rat: wenn der Napf leer ist (er leert am Tag ein Apfel-großes Häufchen Futter aus dem Napf) muss ich ja theoretisch auffüllen. Bisher habe ich mit der Packung gerüttelt und dabei gerufen, um das Geräusch mit meiner Stimme zu verknüpfen. Nur ist Torik dann halt nie da, weil er sich ja verkriecht. Ist ja nicht so, dass er hungrig am Napf wartet.
Und warten, bis er hungrig ist und maunzt oder am Napf steht, kann ich ja auch nicht - der Kater braucht ja was zu Fressen. Wie meistere ich das am Besten?

Fazit:
Ich kann ihn im Moment nur ankommen lassen, ihm seine Verstecke lassen und viel mit ihm reden.
Das dunkelste Versteck unter dem Überwurf über der Couch haben wir etwas gelockert, indem wir eine Seite des Tuchs hochgeschlagen haben. Er sitzt da aber durchaus immer noch, das Versteck ist für ihn nicht gestorben und wir merken, dass er so mehr beobachten kann.
Er läuft mehr rum und guckt sich um.
Eine Zweitkatze wäre für mich kein Thema, für meinen Freund (so wie ich es bisher verstanden habe) schon.. Ich möchte damit gerne abwarten, wie sich Torik verhält. Taut er zunehmens auf und wird offener für unsere Annäherungsversuche, möchte ich glaube ich lieber weiter mit ihm "arbeiten" und ihm nicht den Stress machen, ein neues Tier in seinem Revier begrüßen zu müssen. Auf lange Sicht ist das natürlich keine Lösung. Aber wenn es zu Beginn auch ohne klappt, kann das Zweittier ja zur Komplettierung der Resozialisierung kommen. Oder bin ich da völlig aufm Holzweg?

Freue mich auf eure Antworten! Eure rege Anteilnahme tut richtig gut!

Celina
 
Thema:

Mein Bengalen-Problem

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