Hallo liebe Katzenfreunde!
Ich habe mich hier angemeldet, weil ich dringend den Rat von erfahreren Katzenhaltern zu einem Bengalen-Problem benötige. Ich freue mich sehr über Ratschläge und Hinweise
Mein Name ist Celina, ich bin 23 und vor Kurzem bei meiner Mutter aus- und zu meinem Freund in dessen Wohnung gezogen. Meine Mutter und wir Töchter hatten bisher in unserer Wohnung einen Kater, der uns zugelaufen war und der unseren Katzenwahn lostrat. Finn lebte ungefähr ein Jahr bei uns, bis er so krank durch Katzen-HIV wurde, dass wir ihn sanft haben gehen lassen. Er war gemütlich, schon etwas älter, und ruhig. Er zeigte uns, wie das Leben mit einer Katze so ist und wir lernten viel. Bisher hatten wir nur Hamster, Wellensittiche, Wüstenspringmäuse und jede Menge Meerschweinchen gehabt, nie aber eine Katze.
Finns Tod sorgte dafür, dass wir alle merkten, dass ohne Katze nicht mehr geht. Meine Mutter entschied sich, zwei Kitten in unsere Familie einzuschleusen und vom ersten Tag an sind die beiden so wundervoll liebenswürdig und süß, dass wir garnicht mehr ohne können. Wir sind einfach alle total die Tier- und vor Allem Katzenliebhaber!
Nun bin ich jedoch ausgezogen, kommt halt immer irgendwann der Tag..

Und so langsam nähert sich das Problem. Der Vater meines Freundes besitzt einen Bengalen. Er ist 5 Jahre alt und lebte bisher in einer großen Wohnung mit Garten (in den er aber nie wirklich ging, dazu gleich mehr) zusammen mit einer Yorkshire-Terrier-Hündin, die nun schon bestimmt 14 Jahre alt ist. Die beiden mögen sich eigentlich, spielen gelegentlich miteinander.
Tornado (oder eher Torik, wie er meistens genannt wird) ist als Kitten zu meinem Schwiegervater-in-spe gekommen, von einer wohl seriösen Züchterin. War wohl auch echt teuer.. Direkt zu Beginn war er sehr krank und musste viel gespritzt werden, was ihn bis zum heutigen Tage (meiner Einschätzung nach) geschädigt hat. Angeblich war die Züchterin verschwunden, als man den Kontakt zu ihr gesucht hat.
Torik ist absolut nicht korrekt sozialisiert worden. Er lässt sich nicht heben, er lässt sich nicht anfassen, er geht am liebsten weg, wenn man ihm zu Nahe kommt. Liegt er irgendwo und schläft, kann man ihn streicheln. Das wars. Er isst, er trinkt, er geht zur Toilette, aber er mag den Menschen nicht besonders. Ihm wird immer wieder der Freigang angeboten, aber er wirkt, als habe er Angst. Er geht nicht weit weg, will aber zu schwierigen Zeiten (mitten in der Nacht) wieder reingelassen werden und ruft dann laut. Dieser Kater ist eindeutig nicht glücklich. Er neigt dazu, an Tapeten und Gardinen zu gehen (ob das spielerisch oder aus Zerstörungswut passiert, muss ich nochmal genauer eruieren).
Nun Folgendes: Mein Schwiegervater-in-spe hat einen 1-jährigen Sohn. Aus Gründen, die mir jetzt nicht so ganz vertraut sind, ist das Zusammenleben mit dem doch recht schwierigen Kater so schwierig geworden, dass er abgegeben werden soll. Es gibt Vermittlungen, die sich auf Bengalen spezialisiert habe, weil es doch keine unkomplizierte Rasse ist. Aber mein Freund, der Torik natürlich dennoch lieb hat, hat mich gefragt, ob er und ich es mit ihm versuchen wollen. Wir wohnen in einer 100-Quadratmeter-Erdgeschosswohnung mit Garten und einer Wohngegend hinter dem Haus, wo theoretisch eine Katze auch laufen kann (nach vorne hin ist eine größere Straße). Ich bringe Erfahrung mit sozialisierten Katzen mit, mein Freund hat lange mit Torik zusammengelebt.
Nun ist es so: Der Kater ist seit gestern bei uns. Er hat ganz traurig gerufen in seinem Transportkorb und ist auch nur rausgekommen, als wir ein Stündchen außer Haus waren. Ich habe mich informiert und informiert, in Katzenratgebern, im Internet usw. Über Bengalen im Speziellen und Katzen mit chronischen Angststörungen im Allgemeinen.
Ich weiß: wenn dieser Kater nun hier wohnt, dann möchte ich alles tun, damit es ihm besser geht. Es tut mir so weh, dass dieses Tier weder vom Züchter, noch vom Käufer (so ungern ich das auch sage) mit Enthusiasmus und Freude an der Katze sozialisiert wurde. Das Tier hat beinahe ständig Angst, guckt aus seinen wundervollen großen Augen aus einer Ecke zu einem rüber, hält aber immer Abstand.
Ich weiß, dass das Single-Halten keine gute Idee ist. Das ist mir völlig klar, habe ich doch bei meiner Mutter zuhause zwei Mädchen, die so herzlich süß und verliebt in sich gegenseitig und auch in uns Frauchen sind, dass sie immer zum schmusen und spielen kommen. Ich habe die große, große Hoffnung in mir, dass man bei Torik noch was tun kann. Dass auch bei einem 5-jährigen Kater nicht alles verloren sein muss.
Er ist aber bisher der einzige Kater im Haus gewesen, wie günstig ist da eine zweite Katze? Und wenn ja, welche, welches Geschlecht, Alter, Rasse?
Als die ersten Schritte würde ich natürlich solche bevorzugen, die noch keine zweite Katze beinhalten. Ich habe da von Gegenkonditionierungsmaßnahmen, teilweise mit medikamentöser Therapie in Form von leichten Anxiolytika (also Beruhigungsmittel) gelesen, von viel Geduld, Leckerchen, Geduld und Geduld. Dort wird aber meist nur von Kitten oder jungen Katzen gesprochen.
Was mache ich, wenn ich eine ausgewachsene Katze "retten" will? Eine, die ganz eindeutig in ihrem Wesen, ihrer Art, ihrer Sozialisation verhunzt wurde? Die jetzt leidet, und wer weiß schon wie lange. Ich bin erst seit einem Jahr mit meinem Freund zusammen und kenne Torik erst so lange. Ich möchte helfen. Möchte Torik bei uns behalten können und ihn angstfrei sehen.
Seit er gestern gekommen ist, hat er nirgendswo hingepinkelt, er war direkt auf dem Katzenklo. Er hat definitv nachts gefressen (scheinbar hatte er echt Hunger..), getrunken wahrscheinlich auch. Sein Platzkörbchen lag auch nicht mehr genau so, wie ich es hingelegt hatte. Als wir nach der Stunde gestern wieder reinkamen, lag da ein Hubbel unter dem Tuch, das über der Couch liegt. Er hatte sich da versteckt. Beim Anheben duckte er sich weg, versteckte sich unter der Couch.
Seit dem Aufstehen heute morgen ist er unter der Couch. Ich bin nun im selben Raum mit ihm am Computer, er lässt sich nicht blicken. Er weiß ja, dass jemand da ist.. Ohmann, ich wünschte ich könnte was tun.
Gebt mir Tips! Ich habe schon nach Katzenpsychologen gegoogelt..
Liebe Grüße, Celina