Hallochen,
Nachdem im Februar unser heiß und innig geliebter Caesar eingeschläfert werden musste, war nun die Zeit reif für einen neuen Wohnungstiger. Ich muss dazu sagen, dass ich selbst (obwohl ich nach wie vor - und vielleicht für immer - um meinen Caesi trauere) immer wusste, dass ich mir einfach kein Leben ohne Katzen vorstellen kann. Aber nun ist auch mein Freund soweit gewesen, sich auf ein neues Tier einzulassen. Und er wollte/will (aus mir komplett unverständlichen Gründen *g*) kein Katzenbaby holen ... also hat er sich auf der Internetseite eines nahen Tierheims schonmal einen Kandidaten ausgeguckt, den wir nach ein paar informativen Telefonaten gestern dann "nur mal angucken gehen" wollten.
Ich hatte dann "nur zur Sicherheit" auch mal unsere Transportkiste mit ins Auto gestellt

(und zwar nich wegen mir ... ne, ne ... ick kenn´doch mein Pappenheimer)
Es kam, wie es kommen musste.
Ich muss jetzt kurz mal ausholen, weil der Kater eine eher unschöhne Vorgeschichte hat. Also: Er wurde als Fundtier abgegeben (wobei ich mich Frage, welcher Spaziergänger Mitten in der Wallacherei (brandenburgische Tundra *lol*) in einer ehemaligen Ziegellei zufällig ´ne Transportkiste dabei hat ... aber egal). Er ist so um die fünf Jahre alt und hat wohl schon so einiges ... erlebt. Um seinen Hals ist sein Fell irgendwie ein bisschen weg, weil er vermutlich stranguliert wurde bzw. längere Zeit irgendwie zu eng angeleint gewesen war. Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist er sehr schreckhaft und lässt sich nicht an den Kopf fassen. Was besonders praktisch ist, da er momentan eine Bindehautentzündung hat und eigentlich Augentropfen verabreicht kriegen müsste.
Das waren so die Infos, die uns die nette Dame im Tierheim sagte, bevor wir in den Raum mit dem Kater gebracht wurden. Hätte man uns ja vielleicht auch e v e n t u e l l am Telefon sagen können, oder? Am Telefon war er noch drei Jahre alt, total schmusig und frisch kastriert.
Na gut, wir also rein in das Zimmer und eine Tierpflegerin tat ihr bestes, um den Kater irgendwie aus der Kratzbaumhöhle zu locken, weil ganz ehrlich, also einmal komplett sehen, wollte ich ihn dann doch. Also so den ganzen Körper und so. Hat dann mit Geduld und dem richtigen Leckerli auch geklappt und ... tja, also so schlecht sah das Kerlchen gar nicht aus. Ließ sich von der Pflegerin auch direkt streicheln und legte sich sogar zum Bauchkraulen hin. Nur so direkt mit der Hand von oben richtung Kopf ... kommt er nicht klar und erschreckt sich. Aber gut, dass muss ja nicht so bleiben. Und selbst wenn, bilde ich mir ein, damit umgehen zu können.
Mein Freund hat dann in seiner Art als "Katzenbetuddeler" *g* auch direkt versucht, dem Kater Leckerli aus der Hand zu geben. Ich dachte ja noch, das klappt garantiert nicht ... aber Kater frisst Freund aus der Hand. Ein Blick in Schatzis dahinschmelzende Augen und das Ding war geritzt. Man juut, das ich die Kiste bei hab *lol*
So. Formalitäten erledigt, Kastration bezahlt, ab nach Hause.
Im Auto predige ich meinem Freund schon so en bisschen, dass er Geduld haben muss, dass nicht jeder Kater wie Caesar sein kann, dass es hier und da Probleme geben könnte ... und komme mir mal wieder vor wie eine Obermutti *g*
Im Grunde weiß ich ja schon so ungefähr, wie das mit der Eingewöhnung abläuft. Aber da mein Freund so hyperängstlich ist ... steckt mich das dann doch irgendwie an und ich frage daher hier bei euch "Fachleuten" mal um Rat. Ich mein, ist ja doch ein geschundenes Tier und ich will hier auch nichts falsch machen. Der solls doch von jetzt an gut haben und fröhlich sein.
Ok. Katzenklo ist flüssig schon eingeweiht und wird wohl kein Problem geben.
Kratzbaum ist bestellt (der alten von Caesar war Schrott), für den Übergang habe ich ihm unsere Fussmatte hingelegt, das ist wenigstens so was ähnliches, wie Sisal. Werde die heute noch irgendwie an die Wand tackern.
Nachdem er die ersten Stunden im Katzenklo gelegen hat (als wärs das kuscheligste Bettchen, das man sich vorstellen kann *lol*), habe ich ihm dann gut zugeredet und ihn ein wenig hervorlocken können. Auf Zuspruch reagiert er gut und kommt dann auch und lässt sich gerne und ausgiebig streicheln und kraulen. Findet er toll *jippieh*, schmeißt sich begeistert auf den Rücken und will mehr. Allerdings steht er noch sehr unter Strom und ist eigentlich völlig unentspannt. Daher reduzierte ich meine Annäherungsversuche und lasse ihn mal lieber das Tempo bestimmen. Aber das ist völlig ok.
Er, der von nun an Muffin genannt werden wird

liegt nun die meiste Zeit zwischen Wohnzimmer und Flur, von wo aus er uns gut im Blick hat. Er ist nicht sonderlich aktiv und versucht vermutlich, erstmal klar zu kommen. Soweit, so gut.
Ein bisschen Sorgen macht mir, dass er seit gestern Mittag nichts mehr getrunken hat und das wenige, was er aß abends direkt mal schön ausgekotzt hat. Und von da an drehte mein Freund so ein bisschen durch. Also er macht sich Sorgen, meine ich ... Katzenkotze wegmachen ist ja hier nichts Neues *lol*, damit kann mein Freund umgehen. Er denkt halt, Muffin wäre krank. Ich persönlich schreibe das ja noch der Aufregung zu und will heute erstmal abwarten, ob sein Fressen drinnen bleibt (ist übrigens das selbe, wie im Tierheim).
Aber trinken sollte er schon bald mal was, oder?
Und ... was sollte ich noch bei seiner Eingewöhnung besonders beachten?
Vielen Dank für euer geduldiges lesen

Colabirne
//oh Gott, gerade Vorschau angschaut ... ist das viel ...
Hier noch ein paar (Handy)Bilder :-D
auf dem Weg nach Hause:
Und jetzt gerade:
