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Diskutiere Abgabezeitpunkt im Neuankömmlinge Forum im Bereich Katzenfreunde; Liebe Leute, ich habe etwas Interessantes gehört, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Anlässlich eines Tierarztbesuchs plauderten wir mit...
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #1
Seidenschnabel

Seidenschnabel

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Liebe Leute,

ich habe etwas Interessantes gehört, das ich Euch nicht vorenthalten möchte.

Anlässlich eines Tierarztbesuchs plauderten wir mit der Tierärztin unseres Vertrauens. Und die erwähnte beiläufig, dass es nicht in jedem Fall gut sei, bis zur zwölften Woche mit der Abgabe von Kitten zu warten. Da habe ich natürlich aufgehorcht und nachgefragt, denn mein Wissensstand war ein anderer (nämlich erst nach der zwölften Woche wegen der Sozialisation).

Sie sagte, in Fällen, wo ein Kitten in einen Haushalt kommt, der deutlich andere Züge trägt, als der, aus dem das Kitten kommt, wäre es sinnvoller, das Kitten nach Woche 10 oder 11 umziehen zu lassen, weil es dann im neuen Haushalt noch auf die anderen Umstände geprägt werden kann. Sie nannte als Beispiel für die anderen Umstände einen Hund. Ein Kitten, das nach Woche zwölf umzieht, vergesellschafte sich deutlich schwieriger mit einem Hund oder einem anderen Haustier, wenn es so ein Tier im Herkunftshaushalt nicht gab.

Man täte dem Kitten in so einem Fall keinen Gefallen, wenn man bis Woche 12 warte.

Generell, so sagte sie, sei ein Umzug nach Woche 12 sicher besser als nach 11 und nach 11 besser als nach 10. Allerdings müssen man, in so einem Fall wie dem mit dem Hund, auch den Zeitpunkt der 2. Grundimmunisierung beachten, deshalb sei nach Woche 10 manchmal sogar besser als nach Woche elf. Das sei im Sinne des Kittens immer individuell abzuwägen.

Da ich hohe Stücke auf die Tierärztin halte - und glaubt mir, seit Krankheit und Tod meines Katers kann ich ein Lied auf weniger gute Tierärzte singen - gehe ich davon aus, dass ihre Argumentation Hand und Fuß hat. Sie ist auf Katzen spezialisiert und hat auch selbst welche.

Wie gesagt, ich finde das eine sehr interessante, differenzierte Betrachtungsweise und möchte Euch daran teilhaben lassen. Nicht mehr und nicht weniger.
Übrigens, was ich ebenfalls erfuhr: Die Tierärztin empfiehlt genau dieses Forum!

Liebe Grüße,
Seidenschnabel
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #2
Interessante These, ich hab sie in diesem Zusammenhang nur bei Wildlingen gehört. Da soll es besser sein sie schon früher von der Mutter zu trennen um sie noch an Menschen zu gewöhnen.

Allerdings habe ich auch schon die Erfahrung gemacht das Kitten die aus ähnlichen Verhältnissen kommen wie man selber, sich schneller einleben. Katzen die z.B. keine Kinder kennen haben oft Probleme mit der etwas ungestümen und ungeschickten Art der kleinen Menschen klar zu kommen. Ähnlich ist es wohl mit Hunden.
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #3
Interessanter Standpunkt, nur glaube ich,
das die Sozialisierungsphase weit wichtiger ist,
als der Umstand, das sich eine Katze später auf andere
Situationen einstellen muss.
Wie eine Katze mit ihrem Leben und mit ihrer Umwelt
klar kommt, wird in den ersten 12-14 Wochen entscheidend
geprägt.
Wenn diese Phase ideal(also bei der Mutter) abläuft wird sie,
(glaube ich)
dann später auch besser mit anderen Umständen
bzw. Lebewesen klar kommen.
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #4
Dieser Argumentation kann ich mich auch nicht verschließen.
Wie Raggy-Duo schon schreibt, werden Kitten von wildlebenden Katzen gerne schon mit der 10. Woche in ihr neues Zuhause gegeben. Das hängt damit zusammen, dass eine "wilde" Mutter ihren Babies immer eine Grundscheu/-angst vor den Menschen vermittelt und je früher sie lernen können, dass Zweibeiner nix Böses sind, um so besser gewöhnen sie sich an den Menschen und werden auch eher, trotz der mitgebrachten Vorbehalte, zu "Schmusetigern".
Da leuchtet die Sache mit Hund o.ä. schon auch ein.
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #5
Die These ist interessant , aber zu jeder These gibts ja bekanntlich immer eine Anti-These. Batman kam mit 12 Wochen zu uns und Leo mit 13 Wochen. Beide waren nicht an einen Hund gewöhnt, was absolut kein Problem war. Nach kurzer Zeit schliefen alle 3 zusammen im Hundekorb.
Meiner Meinung nach ist es unter 12 Wochen viel zu früh.

Außer bei "wildlebenden"
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #6
Ich kann mich dem nicht anschließen, denn selbst Katzen, die mit 5 oder 6 Jahren umziehen, passen sich neuen Gegebenheiten noch an. Natürlich dauert es bei wirklich "älteren" Tieren dann etwas länger, als bei einem Baby, aber ein gut sozialisiertes Katzenkind (also kein Wildling) wird sich aufgrund seines Urvertrauens problemlos auch mit 13 oder 16 Wochen noch an neue Situationen gewöhnen.
Und Hund ist eh nicht gleich Hund, so dass Katzenkinder aus einem Hundfreien Haushalt nicht zwingend länger brauchen müssen, als welche aus einem Hundehaushalt (denn ein Prager Rattler ist z.B. eine ganz andere Nummer als ein Dobermann). Und der Hund mit seinem individuellen Charakter spielt da auf jeden Fall auch noch eine ganz große Rolle, genau so wie die Menschen, die die Vergesellschaftung begleiten.
Aber jeder muss das für sich und seine Tiere entscheiden und jeder Pott wird seinen Deckel finden. :-D
Für mich wäre es kein Argument, ein Katzenkind vor der zweiten Impfung abzugeben...mit ein paar Wochen mehr haben die viel mehr Selbstvertrauen, was der Eingewöhnung in allen Punkten ausgesprochen gut tut nach meiner Erfahrung.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #7
Zu den Kleinen einer wilden Mama kann ich nur sagen: hier gilt genau das Gleiche wie bei Babies einer zahmen Mama: man sollte sie auf keinen Fall zu früh trennen.

Klar, dass man bei den Babies der wilden Mama deutlich mehr Sozialisierungsarbeit hat, man muss diese Babies wirklich ganz besonders aktiv an Menschen, und zwar vor allem an verschiedene Menschen gewöhnen.

Ich hatte ja eine wilde Mama mit einem Wurf hier bei mir zuhause. Die Babies wollten schon mit so ca. 2 Wochen zu mir und gucken, was das für ein seltsamen Wesen ist, die neugierigen kleinen Kerlchen ... die hatten überhaupt keine Angst vor mir, allerdings hat die Mama gebrüllt und geschimpft, wenn die Kleinen zu mir kamen ... Die Bande war bei mir im Bad untergebracht, da konnte man perfekt Kontakt aufnehmen ;-)

Ich hab die Babies so oft in die Hand und auf den Arm genommen, wie nur ging. Sobald ich ins Bad kam, hingen die schon an mir dran wie die Kletten - und die Mama war richtig "böse" (also, sie hatte Angst um die Kleinen ...). Aber recht bald merkte sie, dass ich den Kleinen gar nichts tat, und hat sich beruhigt. Nur einmal gabs Saures, als mir ein Winzling zwischen die Füße rannte und ich (nur mit Socken!) ihm ein bisschen auf den Schwanz getreten bin :oops: der hat gequiekt, und die Mama ist schier ausgerastet vor Wut, da sie glaubte, ich würde ihr Baby misshandeln ... zum Glück konnte ich schnell klären, dass es ein Versehen war, und dann war alles wieder ok.

Die Kleinen haben - obwohl sie längst schon Futter nahmen - bis zum 3. Monat bei der Mama genuckelt (jeden Abend war Nuckelstunde). Der eine kleine, Ismael, hat bis zu seinem 4. Monat genuckelt! Natürlich war das ein psychologisches Bedürfnis, kein ernährungsmäßiges :wink:

Sie brauchen also ihre Mama wirklich, auch die Wilden!

Alle Babies sind super zahm und lieb, und sind vermittelt. Da ist niemand wild geblieben :wink:

Die Mama ist bei mir, die ist sehr, sehr ängstlich, aber ich darf immerhin schon etwas näher rankommen ;-)
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #8
Das mit den Wildlingen und früh weg nehmen gilt in der Regel auch nur, wenn die Mutter sehr wild ist und nicht mit in einer Pflegestelle untergebracht werden kann. Dann sollte man noch deutlich eher sein als 10 Wochen. Mit Mutter ist es ja kein Problem die Zwerge an den Menschen zu gewöhnen.
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #9
Ich kann mich auch nicht den Thesen von deiner Tierärztin anschließen.

Ich habe unseren neuen Kater mit ca. 18 Wochen bekommen.
Er kannte keine Hunde und musste sich bei uns direkt an zwei
Hunde und an unseren erwachsenen Kater gewöhnen.

Gerade dadurch, dass er schon etwas älter und nicht so ängstlich war,
ist die Zusammenführung richtig gut gelungen.

Ich habe natürlich aufgepasst, dass die Hunde ihn nicht zu sehr
bedrängt haben und dass er sich immer zurückziehen konnte.
Und ich habe die Hunde nie mit ihm allein gelassen.

Mittlerweile legt er sich neben die Hunde, spielt mit ihnen
und hat keine Angst vor ihnen. Aber am liebsten ist er mit
unserem erwachsenen Kater zusammen.

Ich habe das neue Katerchen vor dem Einzug bei uns kastrieren lassen
(Frühkastration noch bei der Züchterin bzw. dem Tierarzt der Züchterin).
Das wäre bei einem noch jüngeren Katerchen nicht gegangen.

Somit war der Zeitpunkt des Einzugs bei uns wohl genau richtig.
 
  • Abgabezeitpunkt Beitrag #10
Ich kann mich dem auch nicht so recht anschließen.
Meine Lisa, ein Wildling, wurde erst im Alter von ca. 6 Monaten mit ihrer Mama und den Geschwistern eingefangen. Eine sehr wilde Bande, die fast das Tierheim auseinander genommen hat. Keiner konnte ohne Besen bewaffnet in den Raum der kleinen Familie gehen.
Als ich Lisa zu mir holte, war sie ca. 8 Monate alt. Sie war nicht mehr wild, aber noch sehr ängstlich, ließ sich nicht anfassen.
Jetzt ist Lisa 1,5 Jahre alt und unsere größte Schmuserin. Sie ist lieb und sehr sozial.
Das ist Lisa :)
dsci0163l.jpg

Sie wird übrigens als reine Wohnungskatze gehalten und hat nicht den Drang, raus zu gehen.
 
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