Hallo Katzenfreunde,
da unser Nigel-Kater vor 2 Jahren ein Plattenepithelkarzinom im Mäulchen hatte und wir bei dieser Gelegenheit das ganze Web durchforstet haben nach Bildern, Infos, Ratschlägen, möchte ich hier seine Behandlungsgeschichte notieren, die vielleicht für jemanden in gleicher Situation hilfreich sein könnte. Vorab: er ist jetzt ca.13, wohlauf und genießt sein kleines Katzenleben;-)
Nach Diagnose des Tumors (sehr schmerzhaft, der Nigel hat kaum noch fressen können), der im Unterkiefer war und eine Zahnwurzel zerfressen hatte, empfahl uns unsere Tierärztin das, was sie mit ihrer Katze auch wagen würde: die einfachstmögliche OP in diesem Falle- d.h. Herausnahme des erkrankten Kieferteils (ohne Einbauen irgendwelcher "Ersatzteile", die kompliziert sind und das Infektions-/ Abstoßungsrisiko bergen).Wir haben lange gegrübelt, denn eine OP ist immer Stress, und natürlich gibts das Rückfallrisiko. Aber eben auch die Chance...und eigentlich war er sonst fit und kräftig. Die OP hat vor 2 Jahren stattgefunden, der erste Tag, die erste Woche danach war natürlich schrecklich- der Kleine mit Naht, Magensonde zum Fressen und einem dicken Verband, aber ich hab frei genommen und das Katerchen betreut und schon nach ein paar Tagen konnte man sehen, dass er sich zunehmend besser fühlt (anfangs mit Antibiotika und Schmerzmittel, bald ohne...)- er fing wieder an zu schnurren und zuzunehmen und sich an seinen Lieblingsplätzchen zusammenzurollen. Allerdings hat er einige Zeit gebraucht, sich an das fehlende Unterkieferstück zu gewöhnen- nicht nur psychisch, sondern auch ganz praktisch: nach etwa einer Woche hat er rausgekriegt, wie man Futterstückchen auch mit ein paar weniger Zähnen und Zungenkraft ins Maul bekommt, und nachdem wir die richtigen Stückgrößen und Konsistenzen ausgeknobelt hatten, gings ganz gut. Die Zunge funktioniert allerdings -bis heute- auch beim Waschen nicht mehr ganz wie vorher, nach dem Fressen benutzt er die Wasserschüssel auch als Mundspülgerät, und bis heute braucht er ca. 2x pro Woche eine kleine Waschung, besonders vorn ums Maul und im Brustbereich, da er machmal Futterreste ins Fell leckt. Außerdem hat er mitbekommen, dass Schütteln nach Hundeart auch hift, lästige Futterreste loszuwerden (Tapeten etc. müssen also manchmal ein bissel gereinigt werden). Wer also so einer OP entgegensieht, sollte mit etwas mehr Arbeit "für die Katz" rechnen. 1x pro Woche gibts auch noch eine Medizin, die den Speichelfluss regulieren hilft, aber das ist nur ein winziges Achtel einer Buscopan- Pille.
Ansonsten gehts dem Katerchen gut, und wir sind glückich, dass wir nun schon 2 Jahre mehr mit ihm sein durften. Er geht raus und durchsteift die Nachbarschaft, wenn er Lust hat, sitzt an allen Fenstern, spielt, schnurrt, frisst jede Menge, wird immer zutraulicher fremden Besuchern gegenüber und ist ganz geduldig mit den täglichen Putzritualen und uns. Seine kleine Katzenzunge nimmt er machmal rein, manchmal lässt er sie einfach zur Kieferlücke raushängen, ziemlich hundeartig, scheint ihn aber heute nicht weiter zu stören. Ich versuch jetzt noch ein Bild ranzuhängen...
Das war unsere Geschichte.