Ich möchte euch heute ein schönes Erlebnis erzählen, das vielleicht all denen, die ihren Liebling vermissen, ein bisschen Hoffnung gibt:
Vorgestern Abend ca. 21 Uhr rief mich mein jüngster Sohn in heller Aufregung an. Er sei gerade mit seiner Freundin aus dem Kino gekommen und auf dem Weg nach Hause haben sie noch bei einem Autohaus angehalten (Anm.: Er ist endlich/gerade auf der Suche nach einem eigenen Auto ;-))
Jedenfalls ist ihnen ein kleines Kätzchen nachgelaufen und ging nicht wieder weg. Es folgte ihnen auf Schritt und Tritt und war sehr schmusig. Sie haben es dann auf den Arm genommen und bei den umliegenden Häusern geklingelt. Auf Nachfrage wurde ihnen überall mitgeteilt, dass niemand das Kätzchen kennt und es wusste auch keiner, wohin es gehören könnte :-|.
Nun ist dieses Autohaus an einer sehr vielbefahrenen Straße, so dass mein Sohn in großer Sorge war, das Kätzchen könnte überfahren werden.
Ich sagte ihm dann, er solle das Mäuschen mit uns zu uns bringen. Wir wollten es versorgen und dann weitersehen. Kurz danach kamen sie mit der Kleinen an und was sollen ich euch sagen: ein Mini-Glückskätzchen

. Ich schätzte sie so auf ein halbes Jahr alt.
Das bereitgestellte Futter hatte sie in Null-Komma-Nix verschlungen. Eine halbe Stunde abgewartet, neue Portion Futter hingestellt, wieder alles aufgefuttert :shock:. (Wie viel Futter passt eigentlich ein so ein kleines Bäuchlein?)
Die Nacht hat die Süße dann im Bett bei meinem ältesten Sohn verbracht, ich wollte sie nicht gleich mit meinen Katern zusammenbringen. Sie war auch ganz artig, hat das Katzenklo benutzt, alles gut.
Gestern bin ich dann nach Feierabend mit ihr zu meiner Tierärztin gefahren, um nachsehen zu lassen, ob sie vielleicht gechippt ist. War sie aber leider nicht.
Gerade waren die Tierärztin und ich am Überlegen, was jetzt am besten zu tun sei, da kommt die Tierarzthelferin in den Raum, um bei der Behandlung zu helfen. Um die kleine Maus daran zu hindern, vom Tisch zu springen, schnappt sie zu und hält die Kleine fest. Mit einmal erstarrt sie und fragt: "Hat die Kleine einen Nabelbruch?" Die Tierärztin bejaht und die Tierarzthelferin stammelt: "Ich glaub, dann weiß ich, wem sie gehört.", drückt mir das Mäuschen in die Hand und läuft raus. Ein paar Minuten später kommt sie wieder rein, strahlt und erzählt, dass am Montag eine Frau angerufen habe, um zu fragen, ob jemand ein rot-braun-weißes Kätzchen, 5 Monate alt mit Nabelbruch abgegeben habe. Die werde schon seit letztem Donnerstag vermisst!!
Diese Frau habe sie jetzt angerufen und gleich würde jemand vorbeikommen.
Tatsächlich kam kurze Zeit später ein junger Mann und wollte sich die Kleine ansehen. Er erkannte sie sofort und bestätigte, dass es seine vermisste Kitty sei. Er, seine Frau und seine beiden kleinen Söhne haben Kitty und ihren Bruder im Sommer von einem Bauernhof bekommen. Ein Termin für Kastration, Nabelbruch-OP und Chippen war sogar auch schon vereinbart worden. Doch plötzlich war die Kleine von einem ihrer vorsichtigen Streifzüge nicht mehr zurückgekommen. Dabei sei sie eigentlich nie weit weggelaufen. Mittlerweile haben sie schon nicht mehr damit gerechnet, die Kleine jemals wieder zu sehen :-(.
Auf alle Fälle hat er sich sehr gefreut, als er die Kleine auf den Arm nahm. Das ging mir so zu Herzen, dass ich gleich eine Gänsehaut bekam. Als er dann noch erzählte, wo er wohnt und ich ihm sagte, wo die Kleine gefunden wurde, bekamen wir beide Riesenaugen. Zwei ewig weit voneinander entfernte Stadtgebiete!!! Beängstigend, wenn man darüber nachdenkt, wie weit dieses kleine Mäuschen in der einen Woche gelaufen ist und was alles hätte passieren könnte.
Manchmal denke ich, da oben ist doch jemand, der unsere Geschicke leitet. Was wäre, wenn gestern Nachmittag eine andere Tierarzthelferin Dienst gehabt hätte, die nichts von dem Anruf wusste?
Ich bin sehr froh, dass wir jemandem helfen konnten, sein Tierchen wiederzubekommen. Die Freude des jungen Mannes war wirklich unbeschreiblich :-D.
Mir hat das mal wieder gezeigt, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf!!!