Guten Morgen zusammen,
unser Kater Paul (knapp 8 Monate) hat ein Freundin bekommen. Flitzi ist Freunden vor 4 Wochen zugelaufen, sie durften die Kleine nicht behalten. Flitzi dürfte so knapp 2 Monate jünger sein. Bevor ich zu meinen Fragen komme, vielleicht mal eben eine Beschreibung der Charaktere und der Lage.
Paul: Mit knapp 8 Wochen bekommen, Hauskatze, total lieber, verschmuster und verspielter Familenkater. Hat von Anfang null Probleme gemacht. Kann auch problemlos mal alleine gelassen werden. Dem merkt man an, dass er sich richtig wohl fühlt bei uns. Der schnurrt und "frrrrt" :mrgreen: laufend. Hat manchmal Züge wie ein Hund. Kommt zur Tür, aportiert 1a weggeworfenes Spielzeug. Zu uns (Ich, Frau, Kind) richtig zutraulich, bei Fremden erstman auf Abstand, aber nicht ängstlich. Betrachtet die lieber erstmal aus der Ferne oder aus unserer Nähe. Bezugsperson bin klar ich. Bei mir hört er auf rufen, zu mir kommt er sofort angekuschelt, wenn ich irgendwo liege. Bei den anderen beiden kommt es nicht so oft vor, eher, wenn ich nicht zu Hause bin. Paul ist noch nicht kastriert, hat aber einen Termin im Dezember. Ansonsten medizinisch scheckheftgepflegt. :mrgreen:
Flitzi: Geschätzte 6 Monate, haben wir von zwei ganz lieben Leuten bekommen, die denen zugelaufen ist. Trotz Suchaktion und Nachfragen wurde kein event. Herrchen oder Frauchen gefunden. Hatte dort Charakterzüge wie Paul. Total verschmust, zutraulich und natürlich noch verspielt. War auch sofort zutraulich zu uns allen, hat auch die erste Nacht mit meiner Frau kuschelnd verbracht, dazu später aber mehr. Flitzi ist bisher nur entwurmt, daher stehen noch alle Impfungen und Kastration an.
Häusliche Situation: Beide sind, klar, Hauskatzen. Bei uns sind alle Türen geöffnet, Paul darf in jeden Raum und hat unser Vertrauen auch nie missbraucht. Er macht nix kaputt, dreckig und auch keinen Blödsinn. Wir haben ein Zwei-Familenhaus. Unten wohnt meine Mutter. Paul erkundet auch gerne mal das ganze Haus vom Keller bis zum Dachboden. Da lassen wir ihn auch manchmal streunen, wenn er meint, mal aus der Wohnung zu wollen. Wenn wir mal ein paar Stunden länger weg waren, hat meine Mutter Paul nach unten genommen. Immer ohne Probleme. Er merkt, dass ihn alle mögen und zahlt uns allen das mit seinem Verhalten zurück. Er hat einen tollen, großen Kratzbaum und Katzenspielzeug. Mal schläft er auf dem Baum, mal auf einer Decke auf der Couch und wenn die Schlafzimmertür auf ist, kommt er auch gerne mal Nachts zu uns und kuschelt sich irgendwo dazwischen. Wir lassen ihn gewähren, weil er auch ohne Theater akzeptiert, wenn die Schlafzimmertür mal Nachts zu ist. Ab und an geht es für ihn mit der Leine auch in den Garten. Da freut er sich immer sichtbar drauf, erkundet vieles und hat sich auch mit der Nachbarkatze (Freiläuferin) problemlos angefreundet.
Die Zusammenführung und unser Verhalten:
Natürlich kennen wir all die Tipps, was so passiert, was man machen soll/kann, wenn man eine zweite Katze ins Haus bringt etc. ! Wir haben viel gelesen, es gibt dazu ja auch viele verschiedene Meinungen. Ich möchte einfach mal darstellen, was bis jetzt war, was wir gemacht haben und von euch Experten hören, ob es richtig war und vielleicht den einen oder anderen Tipp bekommen.
- Als Flitzi kam, haben die beiden sich erstmal beschnuppert (Foto). Paul war dabei "offensiver", aber nicht aggressiv. Flitzi eher zurückhaltend, aber ruhig. Wir haben die beiden absolut in Ruhe gelassen.
- Flitzi hat dann die Wohnung erkundet, sofort ihr Klo gefunden und eingeweiht :mrgreen:. Paul ist immer ganz friedlich hinterher.
- Nach einiger Zeit mochte Flitzi das aber nicht mehr und knurrte Paul immer an, wenn der näher als einen Meter kam. Körperlich gab es keine Auseinandersetzung. Flitzi war weiterhin, wenn Paul nicht in der Nähe war, für die ersten Stunden schon überraschend zutraulich zu uns.
- Als wir merkten, dass beide Katzen nicht zur Ruhe kommen, haben wir sie erst einmal räumlich getrennt. Beide schienen dankbar zu sein und schliefen sofort und aßen was in Ruhe. Flitzi hat dann von meiner Frau Aufmerksamkeit bekommen, Paul von mir...von der Tochter auch beide. Eifersucht oder Eingeschnappt waren beide nicht, vor allem Paul nicht.
- Nach einer Zeit ließen wir dann beide immer mal wieder ein paar Minuten zusammen sein. Wir ließen sie sich auch in Ruhe mal anfauchen und sich etwas "jagen", wobei dass eher nur so ein bis zwei Schritte vor und zurück waren. Als beide EINMAL etwas körperlich aneinander gerieten und es den Eindruck machte, dass es vielleicht etwas zu heftig ist, wurden sie getrennt.
- Paul als bisheriger Chef hier ist eher neugierig und nicht gegen Flitzi abgeneigt. Man merkt, dass er spielen will oder gar kuscheln. Er schnurrt, wenn er sie sieht und "frrrrt" auch. :mrgreen: Der arme Kerl sucht immer ganz erschrocken Blickkontakt, wenn er Flitzi zu nahe kommt und diese knurrt oder leicht faucht. Wie gesagt, es bleibt zu 99% bei dem "verbalen". Flitzi scheint auch eher Angst zu haben. Vor Paul. Wenn Flitzi mal etwas "fauchiger" wird, zieht Paul sich auch zurück. Wenn Paul für Flitzi außer Sichtweite ist, erkundet sie auch sofort gerne die Wohnung und sucht Kontakt zu uns. Klar, dass irgendwann mal Paul kommt. Eigentlich freudig, aber Flitzi faucht und knurrt dann sofort.
- Im Gegensatz zu Pauls erster Begegnung mit der Nachbarkatze, plustert er sich nicht auf. Auch Flitzi wird nicht "buschig". Ein gutes Zeichen? So ein kleines vorab?
- Die Nacht habe ich dann mit Paul verbracht, meine Frau mit Flitzi. Beide nahmen es dankend an. Wir wollen ja keinem das Gefühl geben, vernachlässigt zu werden. Vor allem Paul nicht als "alter" Hausherr. Flitzi soll aber auch merken, dass sie hier richtig willkommen ist. Am Morgen haben wir dann beide wieder zusammengeführt. Das Verhalten ist dann unverändert.
- Gut ist, dass wir beide momentan nicht alleine lassen müssen. So ist immer jemand da.
Natürlich wissen wir, dass es gerade für Flitzi eine Umstellung ist und verstehen ihre Angst. Ich finde es aber schon einmal toll, dass Paul hier kein Theater macht, sondern sich eher freut. Wir wissen auch, dass sowas Zeit braucht.
Meine Frage / mein Anliegen ist jetzt, vielleicht ein paar Tipps zu bekommen oder Erklärungen. Ob alles normal ist...ob wir es vom Prinzip her richtig machen....was wir vielleicht noch tun können usw. ! Wie gesagt, wir sind beruhigt, dass Paul es scheinbar gerne akzeptiert, wollen aber auch gerne Flitzi die Angst nehmen. Klar dauert es. Es ist eine Katze und kein Mensch. Aber vielleicht, wie gesagt, gibt es noch ein paar nützliche Tricks oder Tipps. Falls wer noch Fragen, trotz der Beschreibung, her damit. :mrgreen:
Ich danke Euch, dass Ihr euch die Zeit genommen habt, alles zu lesen und für eure eventuellen Hilfestellungen.