Diese Geschichte ist nicht wirklich etwas bei dem das KNW mitgewirkt hat, aber es hat uns alle bewegt und wir haben mit unserer Katzennetzwerkerin *Tizia* mitgezittert und mitgeweint, darum möchte ich Sie euch nicht vorenthalten:
Carlo: 655200 Minuten Ungewissheit...
Es war der 5. November 2011.
Carlo bereitete sich auf seinen großen Tag vor. Seit dem Umzug hatte er schon fleißig Zeit auf dem Balkon verbracht und sich an die Umgebung gewöhnt. Aber als Freigänger reichte dieser Balkon natürlich nicht und so war es am 05.11. so weit. Kleines Hindernis – die neue Freiheit lag hinter einer Katzentreppe aber Carlo war geschickt – also kein Ding.
Dann war es so weit: Die Tür ging auf, Carlo ging raus, machte sich auf die Katzentreppe und tastete sich langsam vor.
Just in diesem Moment kamen bei den Nachbarn Gäste mit unheimlichem Getöse an, es gab einen lauten Knall - Carlo hetzte davon. Alle Versuche, den Katermann wieder zu finden schlugen fehl, die Hoffnung schwand von Tag zu Tag mehr. Carlo blieb verschwunden.
455 Tage später, es war der 2. Februar 2013, das Telefon klingelt.
„Wer ist dran?“
„TASSO?“
„Wer wurde gefunden?“
C-A-R-L-O? Wirklich? Carlo?
Ja, Carlo wurde von einer Familie gefunden, die einen Hof gekauft hatte, der über ein Jahr leer gestanden hat. Carlo war ihnen schon länger aufgefallen, weil er sich auf dem Hof sehr gut auskannte. Sie brachten Carlo zum Tierarzt, weil sie ihn untersuchen lassen wollte und auch um zu schauen, ob Carlo gechipt ist – war er, glücklicherweise.
Der Hof war nur knapp über einem Kilometer von Carlos Zuhause entfernt, allerdings mit einer Hauptstraße und mehreren Querstraßen dazwischen. Eigentlich machbar, wenn man die Umgebung kennt – was bei Carlo aber nicht der Fall war. So wie es aussieht, führte der Mann zumindest die letzten Monate ein Streunerleben.
Er wurde von der Familie gefüttert, holte sich seine Futterrationen ab und verschwand dann meist wieder in einer Scheune die zu Hof gehört.
Hier ein Zitat der glücklichen „Wieder-Dosis“:
„Und genau da konnten wir ihn gestern in die Arme schließen, und er hat uns wieder erkannt! Ich kann die Gefühle gar nicht beschreiben, wie er auf einmal in die Scheune spazierte und schnurstracks zu uns, geköpfelt, geschnurrt. Unser großer Schatz war endlich wieder da...“
Der Rest ist Freude…
Eine Info vom 10. Februar 2013:
Carlo gewöhnt sich langsam wieder an sein neues, altes Zuhause.
Er steht gut im Futter, macht aber einen erschöpften Eindruck.
In Kürze wird er wieder in die Gruppe integriert und dann öffnen sich auch wieder die Türen für ihn. erst der eingenetzte Balkon und dann auch wieder - wenn er mag - Freigang.