Hallo,
erst mal: schön zu sehen, daß es ein nichtkommerzielles Forum für Katzenfreunde gibt. Ich möchte Euch eine Geschichte erzählen und um Euren Rat bitten.
Vor knapp einem Jahr haben unsere Nachbarn zwei Katzen aus dem Tierheim gerettet, die bereits zusammen aufgewachsen waren. Die beiden haben sich aber dennoch nicht besonders verstanden und sich fortwährend blutig geprügelt. Da meine Frau und ich schon seit langem eine Katze haben wollten, haben wir's drauf ankommen lassen und die Türen zu den Nachbarn geöffnet. Ikarus - so heisst unser Süßer (schon vor uns) - kam sofort in unsere Wohnung, fraß sofort, ging auf das Katzenklo und benutzte die zahlreichen warmen Plätzchen an den Fenstern, die wir für ihn bereitgemacht hatten.
Diese Katze ist ein Traum. Er muss ein gutes Zuhause gehabt haben, denn dieses Tier ist das zutraulichste Wesen, das ich je gesehen habe. Er ist sehr menschenfixiert gewesen, bevor wir ihn bekamen, und war eine "Indoor"-Katze.
Wir hingegen haben beschlossen, ihn zum Freigänger zu machen, falls er dies wünscht, weil nur das die richtige Lebensweise ist, wie wir finden.
Wir haben einen riesigen Garten hinterm Haus, und die Gegend ist nur mäßig befahren. Gefahr besteht natürlich, aber dann hat er wenigstens katzenwert gelebt. Er genießt die Freiheit, bringt auch schon mal eine Maus mit oder ein Insekt (sind wir gewöhnt, meine Tante hat fünf Katzen), und er macht mit seinem Kumpel, einer grauen Hauskatze, schon mal eine Party in der Küche, wenn wir vergessen haben, die Milch wegzuschließen. So weit, so gut. Wenn da nicht diese kleinen schwarzen Dinger wären, die sich leider nicht als Spinnen herausgestellt haben, sondern als
Nymphen, die Vorstufe einer adulten Zecke. Diese Tiere hat er zuhauf auf dem Körper, bis zu fünf am Abend. Nun muss ich dazu sagen, daß wir ihm zu seinem Besten natürlich bereits Frontline auf den Nacken appliziert haben. Ob es wirkt, kann ich nicht sagen, denn er hat bisher eine einzige festsitzende Zecke gehabt, alle anderen waren oberhalb auf seinem Fell. Warum wir das so gut sehen? Weil er
schneeweiss ist
Mit einem Flohkamm lassen sich die Holzböcke dann leicht aufnehmen, und Tesakrepp macht den Rest, sie werden eingewickelt und abgespült.
Das ist ja auch alles ok, die Zeckenzange scheint nicht nötig, denn entweder fallen die Dinger tot ab oder kommen wegen uns gar nicht so weit. Nur: Ikarus, der wie gesagt ungeheuer zutraulich ist, darf seit Beginn bei uns im Bett schlafen. Und da haben wir den Salat. Die Katze ist super drauf, quicklebendig, gesund, vor Vitalität strotzend und sicher vor Ungeziefer, doch das Problem habe nun
ich. Seit jeher habe ich eine Zeckenphobie, das ist das Schlimmste was ich mir vorstellen kann, so ein Vieh am Körper zu haben. Und nun kommen die wahrscheinlich ins Bett! Wir haben versucht, Ikarus das abzugewöhnen, und ihn nachts aus dem Schlafzimmer gesperrt. Er konnte sich überall frei bewegen bis auf das Schlafzimmer, aber er hat uns dermaßen die Hölle heissgemacht, dass wir ihn wieder reinlassen mußten. Ich möchte das Tier nicht verstören, er weiß gar nicht mehr was los ist, weil ich ihn beim Reinkommen immer erst betaste und beäuge, bevor ich ihn streichle.
Habt Ihr einen Vorschlag, was man da machen kann? Oder haben wir schon alles getan (er wird beim letzten Reinkommen abends mit dem Flohkamm gebürstet, die Terrassentür ist nachts geschlossen, aber schon immer)? Ich möchte dem Tier so wenig wie möglich Streß machen. Ist diese Zeckenaktivität vielleicht bald wieder vorbei? Wer weiß was darüber? Ein Halsband kommt nicht in Frage. Frontline gibt es schon jeden Monat. Mein ganzer Körper kribbelt, und überall in der Wohnung glaube ich die Viecher auszumachen, jeder Krümel macht mich kirre.
Wow, was für ein Einstandsposting.
Gruß
Mortal