Guten Abend liebe Forengemeinde,
muß mich jetzt einfach mal bei euch ausheulen. Tut mir leid, falls es etwas lang werden sollte.
Bin gerade echt etwas down.
Haben seit 2 1/2 Wochen eine 9 jährige Katzendame mit etwas traumatischer Vergangenheit was Frauen betrifft. Die ehemalige Besitzerin hat sie sehr strark bedrängt und auch immer noch im Katzengriff durch die Wohnung geschleppt. Das fand Mira nicht so toll und ist seitdem was ihren Nacken betrifft sehr empfindlich und faucht und schlägt sobald man sie nur dort berührt. So der Vorbesitzer. Er sagte uns direkt beim Kennlerngespräch das ich es sicher nicht leicht haben werde zu ihr durchzudringen, da sie bisher bei allen Frauen meistens mit Abwehrhaltung, fauchen und brummen reagiert. Ich habe hatte mich aber sofort in Mira verliebt und dachte mir, dass wird schon. Mit Liebe und Geduld passieren manchmal Wunder.
Als Mira dann bei uns war, waren die ersten 10 Tage extrem schwierig. Die ersten 3 Tage hat sie weder gegessen noch getrunken und schon gefaucht und gebrummt, sobald man nur an ihrer Treppe vorbeiging. Sie suchte sich als Sicherheitsplatz unsere Treppe zum Dachboden aus. Wir ließen sie in ruhe und warteten ab. Redeten immer vor uns hin und abends setzte ich mich in den Flur und laß laut mein Buch. Mein Mann hielt sich die ersten 2 Wochen so ziemlich zurück aufgrund der Prognose. Er wollte das Mira auch Vertrauen zu mir fassen kann. Nach 1 Woche durfte ich sie schon ein paar Augenblicke streicheln. Sie fauchte auch nicht mehr. Sie beobachtete mich immer dabei wie ich ihr KaKlo sauber machte und ihr Essen vorbereite und regelmäßig die Wassernäpfe frisch machte. Bis heute mach ich das alles komplett alleine.
Nach ca. 2 Wochen kam sie schon Nasenküßchen geben und holte sich ihre Kraulrationen ab. Ich war so happy. Hätte heulen können. Hab sie nie bedrängt, sondern immer sie kommen lassen. Genau nach 2 Wochen schlief Mira schon auf der Couchlehne bei mir. Meine Welt war so schön. Diese Fortschritte zu erleben war unbeschreiblich. Vom Schmusen sind wir aber noch Meilen entfernt. Sie soll aber noch nie eine große Schmuserin gewesen sein. Sie kann bei uns aber ganz selbstbestimmend leben und wird zu nichts gezwungen.
Seit Donnerstag hat sich nun auch mein Mann mehr mit Mira befasst, und was soll ich sagen....
Seitdem bin ich abgeschrieben. Das tut so weh. Klar, ich freu mich für die Erfolge meines Mannes, aber es tut trotzdem weh. Er hatte innerhalb von einem Tag das geschafft wofür ich über 2 Wochen gebraucht habe. Es tut einfach weh.Hab die Kleine schon so lieb. Finde das irgendwie ungerecht. Ich kümmer mich um alles was mit Mira zu tun hat, habe mir die Nächte um die Ohren geschlagen und Bücher über Katzen mit Traumatas gelesen und Foren durchforstet und und und... Mein Mann hat gar nichts getan. Lediglich ab und zu mal ein Leckerlie auf die Treppe geworfen. Heute war sie den ganzen Tag der Schatten meines Mannes und heute Abend kam dann der Hammer. Mira umstreifte meine Beine und ich streichelte sie. Nach noch nicht einmal 10 sec. ging sie wieder weg. Dann kam mein Mann aus der Dusche und sie sprang zu ihm auf die Couch und fing richtig an mit ihm zu schmusen. Ich hätte heulen können. Der Hammer war dann noch, dass er sie ohne Probleme im Nacken kraulen konnte. Sie schnurrte richtig und schloss die Augen. Sie blieb dann auch bei uns bis mein Mann ins Bett ging. Hab mir dann mal ein paar Leckerlies geholt und wollte noch ein bißchen mit ihr spielen, wie die Abende davor auch. Doch sie zeigte keinerlei Interesse an mir. Liegt jetzt auf ihrem Kratzbaum und schläft.
Ich meine, ich wußte ja von der Problematik, aber es tut trotzdem weh. Bin grade so am weinen, weil ich die Kleine so lieb habe. Dieses Desinteresse tut richtig weh. Sobald mein Mann den Raum betritt ist sie seit 2 Tagen eine ganz andere Katze. Kein bißchen ängstlich oder scheu. Muss dazu sagen, dass mein Mann ein extrem gutes Händchen für Tiere hat. Er hat so eine gelassene und ruhige Art, das merken die Tiere.
Er geht auch schon ganz verständlich mit Mira um. Streichelt sie total oft beiläufig usw.
Ich entgegen bin im Umgang mit ihr immer noch mega nervös und angespannt, wegen ihres Traumas. Ich will sie einfach nicht enttäuschen und keinen Fehler machen. Ich kann das einfach nicht entspannt angehen, da ich immer angst habe es könnte ihr zuviel sein oder falsch und es würde sie dann wieder weiter von mir weg treiben. Wenn die Kleine doch nur wüsste wie lieb ich sie habe und ihr doch gar nichts böses will.
Die größte Angst die ich nun habe ist, das ich nun für immer abgeschrieben bleibe. Davor hab ich richtig angst. Keine Sorge, selbst wenn, würden wir sie nicht wieder hergeben. Denn mein Mann und unsere Jungs sind auch schon ganz verliebt. Jedoch würde es mir weiterhin weh tun. Versteht ihr das?
Sorry, das es sooooo lang geworden ist, aber musste mir das mal von der Seele schreiben.
Lg
Steffi