Hallo, ich denke, einen Versuch ist es wert. Eine Zusammenführung in dem Alter sollte kein großes Problem sein, er ist noch ein Teenager. Gut, dass Ihr Räume habt, die Ihr separieren könnt. Wenn man es langsam angeht, geht es in den meisten Fällen gut. Ich empfehle ein Gitter, das man in einen Türrahmen spannen kann, um sie erstmal räumlich zu trennen und so den Stress zu reduzieren. Gleichzeitig können sie sich in Ruhe und ihrem eigenen Tempo aneinander gewöhnen und an dem Gitter beschnuppern, oder auch erstmal ein bisschen anfauchen, ohne dass es eskalieren kann.
Wenn er früh von seiner Familie getrennt wurde und danach keine Katzensozialisation genossen hat, werdet Ihr wahrscheinlich Geduld aufbringen müssen. Sein felines Sozialverhalten ist möglicherweise nicht ausgereift, d.h. aus der Perspektive der andere Katze tickt er nicht ganz richtig, und reagiert eventuell unangemessen oder zu grob. Kann sein, muss nicht. Der Zweitkater muss dann erstmal herausfinden, wie er damit umgeht und den Erstkater ggf. in seine Schranken weist.
Als Vorbereitung empfehle ich, dass Ihr Euch ein gutes Buch zu Katzenverhalten zulegt, wo auch schwierige Fälle beschrieben werden. Dann fühlt Ihr Euch sicherer und könnt die Situationen bei der Zusammenführung besser abschätzen bzw habt etwas an der Hand, wie Ihr Euch in brenzligen Situationen verhalten solltet.
Vielleicht stellt sich aber auch heraus, dass er andere Katzen total liebt und sehr sozial ist. Einen Versuch ist es unbedingt wert, und ich gehe eigentlich davon aus, dass es nicht so schweirig wird. Euer Kater hat jedenfalls die Chance noch etwas zu lernen und einen Freund für's Leben an seiner Seite zu haben.
Bei der Auswahl dez Zweitkaters solltet Ihr sehr stark darauf achten, dass sie charakterlich zusammen passen und etwa in gleichem Alter sind. Gute Vermittlungen und Pflegestellen können Euch auch beraten, um den passenden Kandidaten zu finden, wenn Ihr die Situation beschreibt. Charakter ist immer das wichtigste, und hier ganz besonders. Der Aspekt sollte bei der Auswahl an erster Stelle stehen, damit es nicht in Frustration für alle endet.
Das mit der katze Deiner Freundin würde ich lassen. Da sind Katzen ganz anders als Hunde. Es ist reiner Stress für beide Tiere.