Der Thread könnte auch von mir stammen - leider.
Es war Freitagabend. Tingles putzte sich vermehrt, dann legte er sich einfach auf den Boden und fing an zu jammern - anders kann ich es gar nicht beschreiben. Ich betastete seinen Bauch, er kam mir verhärtet vor. Na ja, jedenfalls bekam ich schreckliche Panik, daß evtl. ein Darmverschluß vorliegt, oder er eben nicht pullern kann, was ja zu Nierenversagen führen könnte. Also sind wir abends in die Tierklinik gefahren ( ich war sogar "froh", wenn er gemiaut hat, weil ich echt Angst hatte, er würde mir sterben). Na, als wir angekommen sind, konnten wir ungelogen eine halbe Stunde warten, obwohl wir die einzigen dort waren - ich war so fertig und wütend zugleich. Eine Studentin gab uns einen Zettel zum Ausfüllen und verschwand - bis es uns gereicht hat und wir uns regelrecht auf die Suche gemacht haben. Wir wurden auch fündig: Die TÄ trank mit der Studentin seelenruhig eine Tasse Kaffee.
Tingles wurde geröntgt, und ihm wurde Blut abgenommen. Dazu muß ich sagen, daß ich selten so eine unprofessionielle Blutabnahme gesehen habe. Die Frau war einfach unfähig. Die Diagnose war nun folgende: Harngrieß.
Penisamputation. Das wäre - ihrer Meinung nach - das Beste. Dann hat man keine Probleme mehr.Am besten gleich am Montag. Keine Beratung, Alternativen. Nix. Wir haben gesagt, daß wir uns ersteinmal kundig machen wollen. Er mußte dableiben, da seine Harnröhre gespült werden sollte. Der hauseigene Transportkäfig, den sie dann holte, sah dermaßen versifft aus... und seine Decke sollte ich auch wieder mitnehmen, die sei ja so schön, und könnte vielleicht abhanden kommen. :shock: Ich dachte in dem Moment, ich würde das alles nur träumen.
Ach ja, die OP sollte 500 € kosten. 200 € mußten wir für die Notdienstbehandlung sofort zahlen.
Sie hat dann gesagt, wir hätten bis morgen Bedenkzeit und sie würde uns dann anrufen, da man dort nicht! anrufen kann. Na ja, sie rief nicht an, also ist mein Mann am nächsten Tag hingefahren. Ein anderer Tierarzt war dort und meinte unser Kater könnte wieder Urin absetzen. Die Ärztin sei aber nicht da, sie würde uns aber morgen ganz bestimmt anrufen. Er könne dazu nichts weiter sagen. Am Sonntag haben wir bis 18.00 Uhr auf ihren Anruf gewartet. Nichts. Mein Mann ist dann wieder hingefahren. Wieder ein anderer Tierarzt. Mein Mann solle warten. Okay, daß hat er anfangs auch eingesehen, da einige Notfälle da waren. Aber! eine ältere Dame saß da mit ihrer stark blutenden Katze - die Frau war völlig verzweifelt , niemand kümmerte sich um sie! Mein Mann also wieder Tierarzt gesucht, der damit beschäftigt war, einer "feinen Dame" irgendein Diätfutter zu verkaufen.
Mittlerweile saß er da nun schon seit über 3 Stunden - nach einer weiteren Stunde kam dann der Arzt und fragte was er wolle. Die Antwort war einfach nur: Meine Katze. Dort sollte unser Tingles auf keinen Fall, auch nur einen Tag länger, bleiben.
Der Tierarzt lächelte nur bescheuert: "Das würde aber nicht gehen, schließlich soll er ja morgen operiert werden. Außerdem hätten wir ja den Zettel unterschrieben." Wie bitte? Was sind das da eigentlich für Methoden.
Er wollte ihm unseren Kater einfach nicht aushändigen. Er fing an zu debattieren, was auch wieder einige Zeit in Anspruch nahm. Es kommt aber noch besser: Nun fing er an zu drohen, er würde die Polizei rufen, wenn mein Mann nicht gehen würde. Er hat wohl geblufft, aber nun bestand mein Mann auf die Polizei . Die kam nach einer halben Stunde. Mein Mann hat den Polizisten sogar die Tür geöffnet, da der Tierarzt mit ein paar Studenten im Kaffeeraum saß. Die Polizisten konnten gar nicht glauben, was dieser Arzt dort veranstaltet und haben ihn aufgefordert die Katze rauszugeben. Was er dann auch endlich tat.
Und ausgerechnet an diesem Tag hatte mein Mann das Handy vergessen, er konnte mich nicht einmal anrufen... um 4.00 Uhr morgens kam er dann nach Hause...