Der Arzt hat unserem Pete gestern Cortison und Vitamine gespritzt ...
Heute geht es ihm (wohl dadurch) wieder etwas besser. Aber Hoffnung soll ich mir wohl keine machen, wobei das sehr schwer ist ... Ich kann nicht glauben, dass man nichts mehr tun kann?!
Hallo,
ich kann gut verstehen, wie du dich fühlst. Mein Kater magerte plötzlich auch ab, zeigte aber normalen Appetit. Habe ihn darauf entwurmt, aber er nahme weiter ab und wurde immer ruhiger. Ich bin dann also sofort zum Tierarzt, der stellte nach dem Abhören sofort Flüssigkeit im Bauchraum fest und hat direkt ein Ultraschall gemacht (ohne Narkose, die hätte er nicht überlebt). Dort wurde ein sehr großer Tumor im Bauchraum festgestellt.
Auch wenn es mehr als hart für mich war, ich wollte eigentlich, dass der Kater sofort eingeschläfert wird. Mein Tierarzt meinte aber, wenn ich noch etwas Zeit mit ihm verbringen möchte, sollte ich ihm 2x tgl. Cortisontabletten geben,so hätte ich noch Zeit mich richtig zu verabschieden.
Er war immer ein sehr ruhiger, lieber Kater. Durch die Cortisontabletten hat er sich rasch erholt und in Massen gefressen. Habe ihm das gegeben was er liebend gerne frass und ihn auch rausgelassen. Allerdings war er nie ein richtiger Freigänger. Er mochte es nur immer im Beet vor meiner Wohnung zu liegen (wohne im EG und habe einen eigenen Eingang). Das habe ich auch gemacht, er hat sogar mit Lilli unserer anderen Katze wieder gespielt. Vor der Behandlung wurde er regelrecht von den beiden anderen Katzen gemobbt, weil er so schwach war.
Ich bin jede Woche zur Kontrolle zum Tierarzt und man konnte dem Tumor beim Wachsen zusehen. Eine höhere Dosierung für das Cortison gab es auch nicht und die Gewissheit, dass er evtl. nur noch ein paar Wochen zuleben hatte, hat mich verzweifeln lassen und ich habe jeden Tag geweint. Andererseits waren es wirklich besondere Wochen die ich noch mit ihm hatte.
Freitagnachts (nach ungefähr 2 Monaten), bemerkte ich dann, dass er anfing sich nur noch zurückzuziehen und sich in eine dunkle Ecke zu legen. GEfressen hat er von jetzt auf gleich nichts mehr. Ich bin dann am Samstagmorgen sofort zum Tierarzt gefahren, der mir erklärte, dass das Tier nun extreme SChmerzen hätte, man könne ihm zusätzlich Schmerzmittel geben, aber dieses würde das Einschläfern nur um ein paar Tage verzögern. Also habe ich ihn während er in meinen Armen war einschläfern lassen und das Herz stand sofort still.
Im Nachhinein bin ich wütend über mich selber. Ich bin eigentlich der Meinung, Menschen müssen über all durch, aber Tiere Gott sei Dank nicht. Trotzdem habe ich auf den Tierarzt gehört und meinem Kater 2 Monate Cortisontabletten gegeben und ihn nicht sofort einschläfern lassen. Es ging ihm zwar gut in der Zeit, aber es ist doch reiner menschlicher Egoismus. Ob ich das nochmal so machen würde, weiss ich nicht. Mein Kater ist 10, 5 Jahre alt geworden, ich habe ihm mit 10 Wochen aus dem Tierschutz bekommen. Noch heute trauere ich um ihn und meine anderen Katzen haben lange nach ihm gesucht.
Wir hätten noch die LUnge etc. röntgen lassen können um zu sehen ob da Methastasen sind etc, aber das wollte ich nicht. Auch aufgrund der Größe des Tumores und seines schnellen Wachstums war davon auszugehen, dass auch die Lungen schon angegriffen waren.
Das Gleiche hatte ich bei einem meiner Hunde, sie war 13,5 Jahre alt und ich habe sie einschläfern lassen. Evtl. kann man Wasser im Bauchraum entfernen, aber muss man das einem Tier antun? Mein Tierarzt erklärte mir, dass das mit erheblichen SChmerzen verbunden ist und alle 3 Tage gemacht werden müsse und dass sich das Leben dadurch aber nicht verlängern würde.
Müssen Tiere durch alles durch? Es kann auch ein Vorteil sein, dass wir sie erlösen können, auch wenn die Entscheidung mehr als schwer ist und sie uns danach unendlich fehlen. Aber man sollte immer zum Wohle des Tieres entscheiden und nicht aus reinem Egoismus. Falls soetwas wieder passiert, würde ich nie wieder Cortisontabletten geben nur um meinen Kater noch ein paar Wochen länger zu haben. Das einzige, was ich mir selber verzeihe ist, dass ich so schnell keine Platz zum Beerdigen hatte und deshalb erstmal einige Freunde anrufen musste, die einen Garten haben und dann gedacht habe, ok lass ihn die Tabletten nehmen so hast Du etwas mehr Zeit. Er hat die Tablette jeden Morgen und jeden Abend freiwillig genommen, er kam schon immer deswegen zu mir,als wüsste er, dass sie ihm helfen würden. Vorher hat er niemals freiwillig Tabletten genommen.
Ich wünsche Dir und Deiner Katze alles alles Gute!
Liebe GRüße,
anjalie.