Hallo liebe Katzenfreunde,
es ist sicher nicht das beste, erste Thema, das man in einem Forum erstellen sollte. Aber ich hoffe einfach, dass die Kommunikation mit anderen Katzenfreunden mir hilft wieder mehr Fassung zu finden. Und Mut. Ich habe gestern Mittag meinen erst rund zweieinhalb Jahre jungen Kater Müsli vom Grünstreifen der Hauptstraße aufgesammelt. Normalerweise ging er da nicht hin. Aber offenbar jagte er einen Marder, da dieses Tier mit ihm zusammen tot aufgefunden wurde... meine Vermutung ist, das er vom Rausch der Jagd abgelenkt war und die Gefahr nicht rechtzeitig erkannte.
Müsli hatte, denke ich, keine großen Schmerzen und war schnell tot, den Wunden zu urteilen... es war nicht schön ihn so zu sehen. Nur einen Tag zuvor streifte er noch um meine Beine, kam Heim und maunzte fröhlich zur Begrüßung. Ich fühle mich schuldig, da ich ihn wieder vor die Tür ließ, um noch etwas weiter zu schlafen, anstatt ihn gleich zu füttern. Ich hatte mir nicht mal die Zeit genommen ihn herzlicher zu grüßen, denn es war normal ihn manchmal nochmal raus zu schicken. Hätte ich das nicht, wäre er nicht noch mal los gezogen. Natürlich kann es bei einem Freigänger jeder Zeit passieren, trotzdem nagt die Schuld an mir. Habe ihn und seine Schwester Cola damals aufgenommen, da sie sonst im Tierheim gelandet wären. Sie waren zu dem Zeitpunkt erst 6 Wochen alt und viel zu jung, aber zurück zur Mutter ging nicht mehr und die Leute zu denen sie sollten, da wollte die Mutter sie nicht, sie waren ein Geschenk an deren Sohn gewesen. So nahm ich sie also auf und war urplötzlich Katzenmami, hatte aber schon seit ich denken kann immer Katzen gehabt. Ich war jedoch kurz zuvor ausgezogen, somit waren sie meine ersten beiden eigenen Katzen.
Seine Schwester starb jedoch ein halbes Jahr später auf die selbe Weise und ich wollte Müsli danach im Haus behalten. Aber er hatte sich schon so sehr daran gewöhnt raus zu gehen und wusste auch wo es hinaus ging, dass er furchtbar in der Wohnung randalierte und so beschloss ich ihn wieder raus zu lassen. Ich sagte mir, ich will, dass er glücklich ist, und er will so leben. Er liebte es da draußen. Er streunte für sein Leben gern, jagte gern. Er veränderte sich nach dem Tod seiner Schwester. War er zuvor eher unverschmusst und nicht sonderlich liebebedürftig so wurde er es danach umso mehr. Ich wurde quasi die Ersatzschwester. Er war sehr bekannt in meinem Ort und viele mochten ihn, besonders die Leute aus dem Altenheim. Er war sehr lieb, ließ sich stets streicheln. Selbst mit Hunden verstand er sich gut und kläffte ihn einer an stand er bloß da und starrte den Hund an. Mit einem Hund war er sogar befreundet und ging sogar manchmal mit in die Wohnung dessen Familie, die aber nichts dagegen hatte.
Er war so anhänglich. Er liebte mich und ich liebte ihn. Wir kuschelten oft lange und wenn ihm kalt war schob er sich mit der Nase voraus unter die Decke zu mir, drehte sich einmal herum und legte sich wie ein Mensch, den Kopf aus der Decke gestreckt, hin. Er schlief ungern allein sondern suchte immer meine Nähe. Und mehr als vier oder fünf Stunden am Stück blieb er selten weg. Immer wieder kam er und meldete sich, als wolle er sagen: Hey, hier bin ich, bist du auch da? Ein aufgeweckter Raufbold, eine Nervensäge aber auch ein sanfter Schmussekater.
Nun aber ist es still und leer und ich bin allein, da er nun wieder bei seiner Schwester ist. Er fehlt mir unglaublich stark. Als hätte man einen Bruder oder guten Freund überfahren, nicht nur ein Tier. Wir verstanden uns so gut, hatten ein tolles Verhältnis. Ich hoffe, dass er zufrieden war mit seinem Leben und wünschte so sehr ich hätte bei ihm sein können als er starb, damit er nicht alleine ist. Er liebte es im Sommer bei mir draußen auf der Terrasse zu liegen, er spielte gern mit Papierkugeln und brachte gern mal eine Maus mit heim. Und ich hoffe das es ihm gut geht, wo er jetzt ist.
Ich werde mir vermutlich irgendwann wieder eine Katze aneignen, aber ich werde sie nicht mehr raus lassen. Ich kann das nicht ein drittes mal durchmachen. Momentan aber habe ich Angst vor einer neuen Katze. Das sie nicht so toll sein kann, wie er es war. Das überhaupt kein Tier das sein könnte. Aber sie soll kein Trost sein. Ich will mich auf sie freuen können, sie soll genau so geliebt werden können, und so muss ich es schaffen erst einmal alleine zu bleiben, um den Verlust zu verarbeiten, auch wenn die Stille mich fertig macht. Ich kann noch nicht glauben, dass mein Kater nie mehr nach Hause kommen wird, ich ihn nie mehr hören werde, mit ihm kuscheln kann. Fotos und Videos muss ich vom Handy löschen, sie erinnern mich so sehr.
RIP Müsli, der beste und lustigste Kater den ich je hatte...