Hallo Sonja1000,
auch wenn Dein Beitrag schon länger her... wie geht es Eurer Fellnase? Ich möchte Dir hier mal von unserem Leo erzählen.
Leo erlitt im Juli 2011 einen Schwanzabriss - keine offene Wunden zu erkennen - konnte aber nicht laufen und der Schwanz hing leblos runter... also zum
Tierarzt (5 Tage vor dem geplanten Sommerurlaub).
Der
Tierarzt diagnostizierte einen Schwanzabriss und nahm gleich das Wort
Euthanasie in den Mund (ich musste erstmal nachschlagen...)
Leo - zu der Zeit grad junge 3 Jahre einschläfern... ???
Er blieb erstmal zur Beobachtung da.
Einen Tag später holten wir ihn heim weil er nichts fressen wollte...
Immernoch nicht laufen könnend habe ich ihm löffelweise Nassfutter vors Mäulchen gehalten... er hat wenig, aber immerhin etwas gefressen....
Und nun - Urlaub - gespart, gebucht !!!
Mit vollem Vertrauen zu unserem
Tierarzt entschieden wir uns, ihn für die 2 Wochen beim
Tierarzt einzumieten...
Während des Urlaubs bekamen wir telefonisch immer alle Neuigkeiten mit - schmust - läuft - ist interessiert an allem - frisst.... aber: keine eigenständiges Urin- und Kotabsetzen.
Als wir ihn wieder holten fühlten wir uns bei seinem Anblick bestätigt - wir hätten ihn niemals einschläfern können...
So, nun hieß es Blase manuell entleeren - zum Glück ist es eine "Überlauf"-Blase - wenn sie voll ist, läuft es einfach raus... ebenso der Kot - fällt einfach hinten raus.
Das wiederrum mag für den Ein oder Anderen sehr eklig klingen - aber was tut man nicht alles wenn man sein Tier liebt... Alles mit Molton-Auflagen abdecken (wo Leo häufig schläft) und waschen, waschen, waschen.
Der Kot ist zum Glück fest, so dass die Kniddel aufgesammelt und entsorgt werden können.
Da wir ihn recht frühzeitig haben kastrieren lassen ist der Uringeruch auch relativ human...
Doch die ersten Tage waren sehr frustierend, immer wieder war ich am heulen, weil ich es nicht geschafft hab, die Blase zu finden oder zu entleeren - war es die richtige Entscheidung - oder doch erlösen ?? ... aber es hat sich gelohnt, nicht aufzugeben...es ging von Tag zu Tag besser.
So, nun die Frage, was tun mit dem leblosen Stück, was hinten einfach runterbaumelt... zwar durchblutet aber gefühllos... Leo ist Freigänger...
Uns blieb da leider keine Alternative, als den Schwanz amputieren zu lassen (nun haben wir einen kleinen Luchs

).
Er hätte sich den Schwanz vermutlich an irgendeiner Hecke aufgerissen oder Schlimmeres und hätte es nichtmal gemerkt...
Gesagt getan, ca. 7 Wochen nach dem Unfall (so lange konnten wir ihn drin halten - dann wollte er auf Biegen und Brechen raus) haben wir ihn amputieren lassen, denn die Hoffnung auf Heilung - d.h. dass die Nerven sich wiederfinden war gegen Null gesunken.
Seit dem läuft er putz munter wieder draußen rum....
bis heute !
Fast drei Jahre drücke ich ihm nun schon die Blase aus - und sammel Kotkniddel ein... In der Routine dauert das Ausdrücken keine 30 Sekunden mehr, und das 2 - 4x pro Tag (je nachdem wie ich ihn erwische).
Nierenwerte / Blutwerte alles in bester Ordnung und der
Tierarzt ist stolz auf uns
Es hat sich auf jedem Fall gelohnt zu kämpfen.
Ich wünsche allen, die in dieser Situation stecken, dass Sie ihrem Bauchgefühl vertrauen und sich richtig entscheiden (auch wenn es gegen das Leben des Tieres ist).
Wie hatten Glück im Unglück, dass es mit der Blase und dem Darm so läuft und nichts verstopft oder verkrampft ist...
Alles Gute
Katrin