Kater Conny u. die gefährliche Freiheit

Diskutiere Kater Conny u. die gefährliche Freiheit im Regenbogenbrücke Forum im Bereich Katzenfreunde; Guten Morgen zusammen, ich bin hier neu im Forum u. möchte auf diesem Wege meine Trauer u. meinen Schmerz über den Tod von unserem Kater "Conrad"...
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Katerconny

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Guten Morgen zusammen,

ich bin hier neu im Forum u. möchte auf diesem Wege meine Trauer u. meinen Schmerz über den Tod von unserem Kater "Conrad" (Conny) verdrängen.
Vor 4 1/2 Jahren haben wir von einem Bauernhof zwei Babykätzchen (einen Kater u. eine Katze) übernommen u. da wir sehr großzügig auf einem nicht mehr bewirtschafteten Bauernhof wohnen, sind beide zunächst fast 4 Jahre als reine Hauskatze aufgewachsen. Entgegen unserem Kater Conny (auch kastriert), hat die Katze (Bibi) niemals irgendwelche Anzeichen gezeigt, ins Freie zu gelangen. Selbst wenn die Haustür offen stand, hat sich nur ihre Nase in den Wind gestellt u. ist dann wieder herein gegangen.
Anders war es dann mit unserem Kater Conny.
Der entwickelte so nach 3 1/2 bis 4 Jahre den Drang nach draußen zu gelangen u. hat auch jede Gelegenheit dazu genutzt.
Wie es dann so kommt, hat im Rahmen eines Umzuges (nur von der einen in die andere Haushälfte) die Haustür scheinbar länger aufgestanden u. schon war der kleine Weg. Was nun ? Fast eine Woche haben wir von ihm nichts gehört u. gesehen. Dann stand er plötzlich auf dem Hof u. ging ganz zögerlich auf uns zu. Irgendwann war dann wohl der Hunger größer als die Angst, evtl. wieder "eingesperrt" zu werden u. er ging dann täglich morgens zu uns ins Haus zum Fressen u. einem ausgiebigen Schläfchen auf der Couch. Wenn ich dann zur Arbeit gefahren bin, habe ich ihn heraus gelassen u. am Abend kam er dann wieder. Da stand er dann wieder pünktlich vor der Tür, ging ins Haus - ein wenig futtern, auf der Couch liegen u. kuscheln bis wir ins Bett gegangen sind. Dann ging auch er wieder nach draußen.
Durch die fast 4 Jahre als "Hauskatze" haben wir (meine Frau, meine kleine Tochter von 10 Jahren u. ich) eine sehr starke emotionale Bindung an den Kater. Er war ein richtiger Schmusekater. Die Katze ist da deutlich reservierter. Die lässt sich auch gerne streicheln etc., aber der Kater war etwas ganz besonderes. Der kam mit seinem Köpfchen immer von allein zu uns, stieß uns an u. forderte uns auf, mit ihm zu schmusen.

Vorgestern früh kam dann meine Frau völlig aufgelöst zu mir. Sie ist so um ca. 07.15 h mit dem Auto zur Arbeit gefahren. Unser Hof liegt völlig ländlich, umgeben von Feldern, Wiesen u. Wald. Also ein Katzenparadies. Wenn es da nicht eine einzige Straße geben würde, die ca. 100 m von uns entfernt verläuft. Exakt auf dieser Straße hat meine Frau unseren Kater tot aufgefunden. Direkt an der Ausfahrt der kleinen Stichstraße, die zu der besagten etwas größeren Straße führt. Der Schock war riesig groß. Auch meine Tochter hat Conny tot auf der Straße liegen sehen, weil die Bushaltestelle auf der gegenüberliegenden Straße steht u. sie dort mit dem Bus zur Schule fährt. Da es noch dunkel war, konnte sie aber wohl nicht exakt erkennen, dass es unser Kater war.

Meine Frau hatte Conny auf dem Arm, der noch ganz warm war. Er hatte eine Kopfwunde u. blutete aus dem Mund. Ich habe dann sofort nach einem Lebenszeichen gesucht, mit der Taschenlampe die Augenreaktionen untersucht etc. - aber vergeblich. Er war leider schon tot.

Nun fehlt hier ein Familienmitglied u. wir alle sind nur noch am heulen. Das ist so furchtbar. Wir wissen überhaupt nicht, wie wir damit umgehen sollen. Auch die Katze sitzt jetzt ständig vor der Tür, in der Erwartung, dass Conny zum Fressen u. Spielen kommt. Aber der kommt nicht mehr :-(.
Fakt ist, dass wir den Kater leider nicht haben schützen können. Er hatte keine Chance.
Ich mache mir große Vorwürfe, dass ich ihn nicht im Haus behalten habe. Dann würde er heute noch leben.
Andererseits war es sein fester Wille, Freigänger zu sein. Das hat ihm sehr gut gefallen.
Jedes mal, wenn ich nach draußen sehe, sehe ich ihn vor mir, wie er auf dem Feld mal wieder eine Maus hochwirft, vergeblich hinter einem Vogel herjagt, aus der Regentonne trinkt etc. etc.

Wir haben Conny an einem schönen Platz in unserem Garten beerdigt. Meine Tochter hat Blümchen gepflanzt, ein Bild gemalt etc. u. weint an seinem Grab. Das ist alles so schrecklich und unnötig. Ich frage mich immer: WARUM ? WARUM ?

Das schlimmste ist, dass ich glaube, dass wir niemals wieder ein solch tolles Tier u. Freund haben werden.

Während ich diese Zeilen schreibe, muss ich schon wieder weinen.

Wie sollen wir das nur verarbeiten ?

Der einzige Trost ist, dass Conny sicher nicht hat leiden müssen, sondern durch einen einzigen Schlag direkt tot war.
Und trotzdem bin ich sicher, dass er noch leben könnte, wenn die verdammten Autofahrer innerhalb der Ortschaft nicht so rasen würden. Das ist eine kurvige Straße u. wenn dort nur 50 km/h gefahren würde, dann könnte man entweder bremsen oder ausweichen.

Aber das ist jetzt alles vergebens u. bringt uns Conny auch nicht zurück.

Ich hoffe, ich habe habe euch mit der Geschichte nicht gelangweilt, da es sicher vielen von Euch schon so ergangen ist. Für mich ist dies aber ein "Ventil" einfach mal den Schmerz los zu werden.

LG
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #2
Hey Katerconny!

Mein herzliches Beileid. Ich denke, Ihr hättet absolut nichts tun können. Wenn er Freigang wollte, ist es so. Das Risiko, das etwas passiert besteht leider immer. Zudem finde ich es absolut verwerflich, daß Leute ein Tier zusammenfahren und dann einfach das Weite suchen. Sie machen sich keine Gedanken darum, ob das Tier tot oder nur verletzt ist und ob es irgendwo vermisst wird.

Es tut mir sehr leid, daß Du und Deine Familie nun um den geliebten Conny trauern müssen. Der einzige Trost ist wohl - wie Du sagst - daß er nicht leiden musste. Er konnte sein Leben bei Euch genießen.

Dir, kleiner Conny, wünsche ich viel Spaß auf der anderen Seite. Grüß´ bitte meinen Whisky und meine Joy von mir, die mir nach all den Jahren unvergessen sind. Irgendwann sehen wir uns alle wieder.

Liebe Grüße,
Sisja
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #3
Hallo Katerconny,

mein Beileid zum Verlust von eurem Familienmitglied.

Aber ihr hättet ihn gegen seinen Willen ans Haus fesseln müssen. Er hat euch deutlich gezeigt, was er möchte und er war glücklich so leben zu können. Das Risiko das etwas passiert, ist leider einfach da. Sicherlich ist es kein Trost, aber er hat nicht leiden müssen und war in Gedanken bestimmt bei der Maus, der er hinterher gejagt ist.

Wir wohnen hier auch in einer 30 Zone und am liebsten möchte ich jeden Autofahrer anhalten, der hier durchrast, weil ich mir so Sorgen um meinen kleinen Streuner mache. Aber ich kann sie nicht in die Wohnung sperren, sie wäre einfach unglücklich.

Conny komm gut ins Regenbogenland und euch wünsche ich Kraft in dieser schweren Zeit!

Claudia
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #4
Ich danke Euch allen für die lieben Worte.

Irgendwann wird der Schmerz hoffentlich vergehen. Das tut sooooo unglaublich weh.
Es ist schön, dass es ein Forum gibt, wo man sich mit Menschen austauschen kann, denen
ähnliches oder noch schlimmeres widerfahren ist.

Wenn meine kleine Tochter Xenia ihre Trauerphase beendet hat, werden wir uns mal aktiv
nach einem neuen Kameraden für die Katze (das Schwesterchen von Conny) umsehen.

Ich weiß nur nicht, ob es Sinn macht ein oder zwei Kitten zu der großen (4 1/2 Jahre) Bibi zu holen,
oder ob doch besser eine gleichaltrige Katze oder Kater zu ihr passen.

Vielleicht hat irgendjemand von Euch schon Erfahrungen gemacht u. kann mir da einen Tip geben.

Momentan kommt das aber alles noch viel zu früh, da wir unserem Conny dermaßen nachtrauern u.
niemand glauben kann, dass wir einen solchen Kater jemals wieder finden u. eine solche Bindung aufbauen
können.

Ich tröste meine Tochter Xenia auch mit der Geschichte der Regenbogenbrücke u. hoffe, dass die Zeit
alle Wunden heilt.

Danke an Euch alle.
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #5
Klar seid Ihr am Trauern. Aber gönnt Euch ruhig den Gedanken, an einen neuen Katzenkumpel für Bibi. Ich würde Euch zu einer Katze gleichen Geschlechts, ähnlichen Alters und Charakters raten. Je nachdem, wie Bibi drauf ist, kann sie mit lebhaften Kitten überfordert sein.

Wenn Conny´s Schwester noch ein Zuhause sucht - warum nicht? Und warum auch nicht bald! Die Trauer wird dadurch nicht verdrängt, aber sie wird durch die neue Situation etwas leichter.

Nach dem Tod unseres über alles geliebten Whisky, den mein Mann in der Tiefgarage aufgelesen hatte, wir mußten ihn wegen eines Plattenepithelkarzinoms einschläfern lassen, habe ich sehr gelitten. Ich war immer die Erste, die heimkam und die Wohnung war so leer. Männe hat das erst realisiert, als er mal vor mir heimkam.

Irgendwann habe ich es nicht mehr ausgehalten und bin mal im Tierheim vorbeigegangen. Und da war Joy. Was habe ich gerungen, bis ich sie endlich mitnehmen konnte. Sie war meine Herzenskatze, Liebe auf den ersten Blick. Es war so schön, wieder eine Katze bei uns zu haben. Sie war so lieb und verschmust. Kurz danach: Krebsdiagnose. Wir haben mit ihr zusammen gekämpft und doch verloren.

Und dann kam der Hammer: An ihrem Todestag, es war fürchterlich, wir kamen aus der TK heim, ich habe alles geputzt. Dann haben wir eine Kleinigkeit gegessen. Männe meinte: Im Tierheim sitzen so viele Kleinchen, mal gucken? Und wir fuhren hin. Und da saßen sie, total verängstigt, kaum Vermittlungschancen. und es kam, wie es kommen mußte.

An Joy´s Todestag zogen zwei kleine Panikmädels von ca. 3 Monaten bei uns ein. Wir waren noch voller Trauer um unsere Joy, aber die Beiden haben uns sehr gefordert. Die Trauer war zwar da, aber die Beiden haben uns immer wieder abgelenkt.

Joy und Whisky sind für immer bei uns im Herzen. Aber wir haben in Erna und Frollein Willi und letztlich Opakater Leo eine Aufgabe, die uns erfüllt und uns immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Dieses Lächeln wünsche ich Dir und Deiner Familie sehr bald!
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #6
Es tut mir unendlich leid was eurem lieben Conny passiert ist. Ihr habt mein tiefstes Mitgefühl. Ich kann mir gut vorstellen wie schlimm es für deine Tochter ist. Euer Schatz ist jetzt für immer in eurem Herzen und irgendwann werden wir alle unsere kleinen Lieblinge wiedersehen. Ich wünsche euch viel Kraft um eure Trauer zu bewältigen.

Lebe wohl lieber kleiner Conny, jetzt hast du keine Schmerzen mehr. Im Katzenhimmel kannst du mit all unseren Sternenkätzchen spielen und wieder glücklich sein.
Grüß bitte meine vier Lieblinge von mir.

Ganz traurige Grüße Kathi.
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #7
Lieber Katerconny,

über Freigang sagt man auch - dass es bedeutet die Bedürfnisse der Katze über die eigenen zu stellen. Genau das hast du getan, das wird dir gerade mehr als schmerzlich bewusst. Du leidest jetzt, damit Conny genau das Leben haben konnte, das er sich gewünscht hat. Dafür wird er dir ewig dankbar sein.
Solch ein blitzschneller Tod ist auch nicht vielen Katzen vergönnt. Viele sterben irgendwann in Krankheit oder mit Schmerzen.
Für Katzen dauert das Leben einfach von Anfang bis Ende - sie zählen nicht die Jahre. Das tun nur wir Menschen.
Glaub mir, ich sehe wirklich viel Verantwortung und Pflicht beim Halter. Die meisten bringen davon zuwenig auf. Du ganz sicher nicht.

Übrigens werde auch ich vielleicht eines Tages in genau deiner Situation sein, denn ich habe selbst zwei Freigänger. Eine von von beiden ist so eine Wilde, für sie war es in der Wohnung wie in einem zugeschraubten Marmeladenglas. Solche Katzen müssen raus. Du weißt es.

Schön, dass Conny bei euch im Garten liegt. Er hätte das ganz sicher so gewollt. Es soll auch den Abschied erleichtern.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #8
Das ist so traurig was dem lieben Katerchen passiert ist, armer kleiner Kerl.
Du hast mein vollstes Mitgefühl. Ich weine jedes Mal in diesem Thread mit den Besitzern.

Denke an die vielen schönen Momente, die er euch gegeben hat. Das kann dir keiner nehmen.
 
  • Kater Conny u. die gefährliche Freiheit Beitrag #9
Oh, mein herzliches Beileid. Ich weiss wie du dich fühlst, nur
zu gut, habe ja vor rund einer Woche meinen geliebten
Kater an die Strasse verloren. Vor allem für deine Tochter
ist das nun gewiss nicht leicht. Helft euch mit gegenseitiger Nähe.

Lieber Conny, ich hoffe du hast einen sicheren Weg über die RBB
gefunden und bist jetzt an einem wundervollen Ort, wo du mit
vielen Sternenkatzen spielen und unendlich viele Mäuse fangen kannst.
Grüsse doch bitte meinen Müsli und meine Cola von mir.
 
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