Tja, dann hast Du ja auch einiges erlebt. Das ist ja das schöne am Forum, das man Leidensgenossen findet die genau so ticken wie man selbst. Außenstehenden kann man das gar nicht verständlich machen. So, das war eine kurze Nacht. Mit den Nebenwirkungen der Spritze hat sie bestimmt 12 Stunden zu kämpfen gehabt. Sie denkt jetzt natürlich, das wars. Aber es geht jetzt erst richtig los. Mein Tierarzt meinte auch, nicht lange fackeln, gutes Zureden hilft hilft hier nicht. Katze im Genick packen und auf den Boden drücken. Dann die Tropfen bzw. die Salbe im Wechsel auftragen. Übrigens bin ich doch weichgeworden was die Halskrause betrifft. Nachdem sie sich darin übergeben hat und der ganze Kopf praktisch versaut war, habe ich es ihr erspart. Hier gab es auch 2 unterschiedliche Tierarzt-Meinungen. Während die eine meinte, 3 Tage nicht raus und Halskrause
wäre nicht notwendig, meinte der andere 14 Tage nicht raus und mit Halskrause. Ich wähle jetzt den Mittelweg, 14 Tage nicht raus ohne Halskrause. Übrigens wenn man sie beim putzen beobachtet, sie wischt sich ja mit den Unterarmen über den Kopf. In die Augenhöhlen kommt sie gar nicht. Das merke ich schon an den Salbenrückständen in den Höhlen. Die werden gar nicht erreicht, sondern muss ich immer auswischen.
Nochmal etwas zu meiner Wahl eines mobilen Tierarztes. Ich wollte ihr halt die für sie sehr stressige Fahrt zum Tierarzt ersparen. Jeder mag nach meiner Schilderung selbst entscheiden, was für die Katze jetzt stressiger ist. Vorteil in einer Praxis: Die Katze ist durch die neue Umgebung und die autoritären, fremden Personen und natürlich durch die Angst wie paralysiert und lässt alles fast willenlos über sich ergehen. 0-Selbstvertrauen. Bis auf das Einfangen und den Transport ist das für den Besitzer eigentlich erträglich. Vorteil mobiler Tierarzt: Alles was ich in der Theorie und in der Werbung als Vorteil ansah hat sich in Luft aufgelöst. Die Katze ist aufgrund ihrer vertrauten Umgebung sehr Selbstbewusst und akzeptiert auch keine fremden Personen als Autorität. Nachdem sie den Braten gerochen hatte und merkte, das es um sie geht ging das Gejage mit dem Kescher über Tisch und Bänke los. Mehrere Pflanzen auf der Fensterbank mussten daran glauben. Schwere Möbelstücke mussten von der Wand gerückt werden. Durch den Stress hat sie auf der Flucht auch noch Pipi gemacht. Das ganze Wohnzimmer war nass und verwüstet. Ein paar mal ist sie gegen Tischbeine und Stühle gelaufen. Ich möchte nicht wissen, wieviel Hämatome sie am ganzen Körper abgekriegt hat, als sie endlich in eine kleine Abstellkammer gejagt wurde (die sie auch noch verwüstete) dann im Kescher fixiert und die Narkosespritzen (durch ihr Gewicht 2) bekam. Nach der Behandlung hat sich der Tierarzt verabschiedet und liess mich mit der narkotisierten Katze allein. Fast 8 Stunden lag sie wie tot da und ich habe immer mit bangem Blick geschaut, ob sie noch atmet. Bei Komplikationen wäre ich überfordert gewesen. Immerhin ist sie schon über 14 Jahre. Das war ein Horror-Abend und -Nacht.