Hallo liebe Mitglieder,
ich bin seit knapp 2 Jahren Wegbegleiter zweier Bohnenpfötchen, habe des öfteren in Eurem bzw. jetzt unserem Forum gelesen und auch sonst das Netz zur Informationsanreicherung genutzt. Dennoch möchte ich nun selbst ein mal Fragen stellen, Eure Meinung erfahren und Tipps erhalten.
Ich hoffe, dass ich euch mit meiner Wall-of-Text nicht erschlage aber ich versuche die Katzen, mich und das Umfeld so gut zu beschreiben, dass sich jeder Leser ein Bild davon machen kann und ich hoffe, Ihr habt die Geduld, das zu lesen und mir zu helfen.
Ich bin Ende Zwanzig, alleinstehend, von ca. 7 – 17 Uhr im Büro und wohne mit den beiden – Lea und Lilly- in einer knapp 60 qm großen 2-Raum-Wohnung. Lea „holte“ ich Ende Dezember 2011 aus dem Heim und Lilly im März 2012. Beide sind Juli 2011 geboren. Die Wohnung ist bestückt mit 2 Katzenbäumen, Höhlen, Decken, Tunneln, Mäusen, Klettermöglichkeiten, 2 Toiletten usw.
Warum erst eine und so spät die andere? Wie so viele machte ich den Fehler und informierte mich erst NACH dem Holen der ersten Katze über wichtige Dinge. So. z.B. dass junge Katzen dringend einen Spielkameraden brauchen. Den Fehler bereue ich heute noch aber ist leider nicht mehr zu ändern.
Zu den Katzen: beide galten als schwer bzw. gar nicht vermittelbar. Das liegt daran, dass beide grundsätzlich scheu bis sehr scheu sind, sie sind nicht die Art Katze, die dir auf den Schoß springt und deine Beine umschwänzelt. Sie sind sehr vorsichtig. Hinzu kommt, dass Lilly einen inoperablen Schaden an einem Auge hat. Ein Tränenkanal zur Nase ist „verstopft“, so dass es permanent aus einem Auge tränt.
Warum die Beiden; warum aus dem Heim: Katzen von einem Züchter zu kaufen, stand nie zur Debatte. Ich bin der Meinung, dass es zu viele Katzen in Heimen gibt, die Hilfe und ein zu Hause benötigen. Das Heim besuchte ich 4 mal, 2 mal für je eine der Katzen. Lea war ja das erste „Opfer“. Ich betrat den Verschlag und es umkreisten mich auch gleich einige Fellschnauzen. Lea war die, die sich am meisten hinten in der Ecke verkroch. Als ich auf sie zuging und meine Hand langsam ausstreckte, fauchte sie mich an. Irgendwie war das das Zeichen für mich, dass sie mich am meisten brauch. Kurz nach hause, drüber nachgedacht, wieder hin & mitgenommen. Bei Lilly war der Vorgang ähnlich, nur dass das Problem mit dem Auge dazu kam.
Erster Schritt in der Wohnung; Zusammenführung: Lea blieb erst stundenlang in der Box aber nach und nach kam sie raus, schnupperte, schlich vorsichtig umher. Aber alles ganz drucklos, ich versuchte ihr den Eindruck zu vermitteln, dass ich mich gar nicht für sie interessiere ( natürlich hatte ich ständig nur sie im Auge). Klaptte alles gut, erstes Kuscheln, zusammen im Bett schlafen, fressen, spielen etc. Dann kam Lilly dazu. Die Zusammenführung machte ich mir leicht. Ich kaufte noch einen Katzenbaum, holte Lilly aus dem Heim, positionierte den neuen Katzenbaum im Flur ( Wohnzimmer, in dem sich Lea aufhielt war dabei geschlossen), setzte Lilly rein und öffnete die Tür, so dass Lea gleich den neuen Baum und Lilly sah. Zögerliches Beschnuppern folgte, schüchternes Erkunden der Wohnung und Lea rannte ihr immer hinterher, kein Gefauche, kein „pass auf wo du dich hinsetzt“.
Sie spielten auch miteinander, jagten sich durch die Wohnung, schliefen auch mal Po an Po miteinander auf dem Bett. Sie sind und waren aber nie die Katzen, die miteinander kuscheln, sich abschlecken und Ähnliches.
Womit wir nun auch zu den Gründen komme, wegen denen ich dann doch selbst mal hier schreibe.
Sie liegen nicht mehr zusammen ( vorher war es ja auch sehr selten) und Lilly ist sehr grob beim Spielen und Jagen. Es geht so weit, dass sie Lea jagt und diese dann faucht und schreit. Offensichtlich ist es ihr einfach too much. Es gibt fast täglich die Situation, dass Lilly der Lea hinterher hetzt, Lea auf den Schreibtisch springt und dann knurrt und faucht. Das macht mir schon Sorgen. Irritierend dabei ist, dass die beiden sich beim Fressen noch nie in die Haare kriegten. Kein Revierverhalten, kein Zurechtweisen oder Ähnliches.
Was denkt ihr bei der Sache? Nicht ganz unwichtig dabei ist wahrscheinlich der Fakt, dass Lilly schon seit Ewigkeiten in der Nacht neben mir ( auf der anderen Bettseite) auf dem Kopfkissen schläft und Lea quasi aus dem Bett vertrieben hat. Als ich mit Lea noch alleine war, schlief sie immer bei mir bzw. auf mir.
Weiterhin belastet es mich, dass sie Wohnungskatzen sind. Natürlich tröste ich mich mit dem Fakt, dass sie wohl von einem Auto erfasst würden, wenn sie draussen wären oder dass jemand sie misshandeln würde ( beides passiert sehr häufig in meiner Wohngegend) aber ich versuche mich dann damit zu trösten, dass sie es bei mir sicherlich besser haben als im Heim. Dennoch bedrückt es mich, dass ich sie so gefangen halte.
Was denkt ihr darüber? Übertreibe ich?
Zum Thema Fütterung habe ich mich seit ca einem Jahr auf einen Weg festgelegt: nur noch Nassfutter und nur zum Spielen mal Trockenfutter. Ich habe zu viel darüber gelesen, dass Trockenfutter bei Katzen nach gewissen Jahren höchstwahrscheinlich zur
Niereninsuffizienz führt. Ich möchte, dass meine Katzen lange und gesund leben.
Übertreibe ich und ließ mich irgendwie durch militante Katzenfreunde anstecken?
Die letzte Frage, die mir zu einer erlebten Geschichte einfällt, folgt nun. Als ich eines Tages von der Arbeit kam, sah ich auf dem Hinterhof meines Miethauses eine Katze. Diese hatte eine extrem angeschwollene Gesichtshälfte und war extrem scheu. Ich versuchte sie zu locken, um mir die Sache aus der Nähe anzugucken aber ich hatte keine Chance. Daher flitzte ich in meine Wohnung, schnappte mir eine bereits geöffnete Thunfischdose und rannte wieder runter zu ihr. Zum Glück war sie noch da. Ich warf ihr kleine Brocken vor die Nase, die sie auch nur mühevoll im Auge behalten konnte. Sie registrierte das Werfen und die Brocken entweder spät oder gar nicht. Ich stellte ihr dann die Dose hin und verschwand in eine für sie sichere Entfernung. Hab daraufhin dann meinen Tierarzt angerufen und gefragt, was ich machen kann. Er meinte, ich solle mich an die Stadt wenden. Da ich aber weiß, wie die Stadt mit „solchen“ Katzen umgeht, war dies keine Option für mich. Ich fragte ihn also nach einer weiteren Möglichkeit. Er meinte, er könne mir Antibiotika in eine Spritze verkaufen. Ich fuhr also zu ihm, holte das Zeug und mischte dann ein Schälchen Futter zurecht – angereichert mit dem Mittel. Als ich wieder auf den Hinterhof ging, war sie sogar noch da und ich stellte ihr den Napf auf eine sichere Stelle und ging wieder rein und beobachtete sie. Sie fraß etwas und verschwand dann. Dies wiederholte ich dann noch 2 weitere Tage, ohne jedoch die Katze einmal gesehen zu haben. Das heißt, jedes mögliche, umherrennende Katzenwesen hätte die Schale wegputzen können. Ich weiß auch inzwischen nicht, wem diese Katze gehörte oder ob sie jemand sah.
Habe ich richtig gehandelt? Muss oft an die kleine denken.
Danke fürs Lesen und evtl. auch für das Beantworten :>
LG Fred
( ältere Bilder)