Hallo,
man kann empfindliche Katzen "kochbarfen" - da wird das Futter genauso zubereitet wie beim richtigen Barfen, nur dass das Fleisch vorher halt noch gekocht wird (und hinterher abgekühlt, weil manche Supplemente hitzeempfindlich sind).
Bei gesunden Katzen hat das aber gegenüber rohem Futter keinerlei Vorteile. In der Natur kochen Katzen ihre Mäuse schließlich auch nicht.
Leute, die empfehlen, Katzenfutter mit Nudeln, Reis oder sonstigen Getreideprodukten / allgemein mit Kohlenhydraten in größeren Mengen zuzubereiten, haben keine Ahnung und gehören ausgelacht.
Katzen sind reine, hochspezialisierte Carnivoren, das heißt Fleisch- bzw. Beutetierfresser. Sie haben große Probleme mit der Verdauung und sinnvollen Verwertung von Kohlenhydraten, weil ihr Stoffwechsel darauf schlicht nicht ausgelegt ist - eine Maus enthält Kohlenhydrate nur in verschwindend geringen Mengen, selbst wenn man den Mageninhalt mitrechnet. Das ist ja auch einer der wichtigsten Gründe, warum man überhaupt vom Trockenfutter weg sollte.
Beim Barfen gibt man standardmäßig etwa fünfzig (in Worten: 50) Gramm Gemüse an 1 kg Fleisch, dessen Fasern dienen als Ballaststoff. Ansonsten kommen da keine pflanzlichen Zutaten dran. Beim Kochbarf wär's genauso.
Und was dieses eine Häufchen angeht - da hat der Tierarzt ja auch bloß ins Blaue hinein geraten. Klar kann es mal Flitzk@cke geben, wenn man von trockener Nahrung mal kurz eben auf Nahrung mit nem natürlichen Feuchtigkeitsgehalt umstellt, aber Blut? Sicher nicht.
Wenn ich so drüber nachdenke, könnte es schon sinnvoll sein, die Miezen zunächst mal auf ordentliches Nassfutter umzustellen oder übergangsweise Kochbarf anzubieten. Dass Katzen so unempfindlich gegenüber Salmonellen und anderem Bakteriengesocks sind, das sich gelegentlich auf rohem Fleisch ansiedelt, liegt nämlich unter anderem an ihrer sehr scharfen Magensäure (pH < 1). Und eine Ernährung mit getreidelastigem Trockenfutter wie dem Hills steht zumindest im Verdacht, den pH-Wert der Magensäure anzuheben, also sie quasi zu entschärfen ... da wüsst ich nicht, ob ich bei so jungen Miezen eine Hauruck-Umstellung riskieren wollte, nicht dass sie sich dann am Rohfleisch mit irgendwas anstecken.