Lieber Rolf, Du tust mir unendlich leid, ich kann Deine Trauer und Deinen Schmerz derart gut verstehen. Wir haben im Mai 2012 ebenso plötzlich unser geliebtes Kuhfleckchen verloren, morgens hat sie noch topfit draußen gejagt, abends lag sie, als mein Mann von der Arbeit nach Hause kam, fürchterlich schreiend im Keller. Sie wollte noch auf ihn zurobben, die Hinterläufe waren jedoch gelähmt. Als ich 10 Minunten später nach Hause kam, ist sie sogleich in meinen Armen gestorben. Wir konnten sie nicht mehr lebend zum Tierarzt verbringen. Bitte, lieber Rolf, versuche Dich ein wenig damit zu trösten, dass sie wenigstens nicht lange gelitten hat. Das ist eben der Punkt, womit ich bis zu meinem Lebensende nicht klar gekommen werde. Wir wissen nicht, wie lange unser armes Katerchen in diesem schrecklichen Zustand auf uns gewartet hat. Ich habe jeden Tag gebetet, dass sie niemals leiden darf, jetzt diese Ungewissheit. Ich bin morgens um 7:30 Uhr zur Arbeit gefahren, habe sie noch fröhlich auf der Wiese jagen gesehen, 2 dicke Wühlmäuse hat sie über Tag noch durch die Katzenklappe in den Keller geschleppt, abends lag sie sterbend daneben. Die gelähmten Hinterläufe und die vor Schmerzen aufgerissenen Äuglein, die Atemnot, das Bild geht mir nie mehr aus dem Kopf. Sie hatte wohl eine Thrombose/Embolie, vermutlich durch eine unerkannte Herzkrankheit. Ich habe meinen Mann zum ersten Mal weinen gesehen. Wir haben zwar zwischenzeitlich wieder ein herrliches Katzenpärchen adoptiert, das wir über alles lieben, aber Kuhfleckchen war unser Baby. Ich kann es nicht in Worte fassen, wass ich in den fast 2 Jahren mitgemacht habe und immer noch mitmache. Es gibt keinen Morgen, wo ich nicht mit dem Gedanken an sie aufstehe und abends ins Bett gehe. Es ist so traurig, wenn man von fast jedem Fenster aus auf der Wiese ihr Gräbchen sehen kann. Lieber Rolf, ich möchte Dir nicht mein Leid klagen, sondern Dir nur vor Augen führen, wie sehr ich Dich verstehen kann. Deine Maus hat sicherlich nicht gelitten, Du warst wenigstens zu Hause und weißt, dass sie eine halbe Stunde vorher noch gekuschelt hat. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass Du mit Deiner Trauer besser zurecht kommst als ich. Schreibe Dir hier Deinen Kummer von der Seele, hier kann Dich jeder verstehen und jeder fühlt mit Dir. Alles Liebe, Elisabeth.