Ich hoffe, es schmerzt nicht zu sehr. Erstmal solltest Du an Deine Gesundheit denken: Wenn der Biss durch die Haut gedrungen ist, wäre es sehr ratsam einen Arzt aufzusuchen. Katzen haben in ihrem Speichel viele Bakterien, die zu bösen Entzündungen, schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung führen können. Dass sollte sich unbedingt ein Arzt ansehen.
Eine Bekannte von mir musste 10 Tage stationär behandelt werden, wegen eines Katzenbisses in ihre Hand. Sie hatte es ignoriert und dann entzündete sich die ganze Hand.
Zu dem Verhalten. Wie viele schon gesagt haben, kann es sehr lange dauern, bis sie umgepolt wird. Wenn sie aus einem Messi Haushalt kommt, ist sie höchstwahrscheinlich nie richtig gut von Menschen sozialisiert worden und hat nie gelernt, wie weit man bei dünner Menschenhaut gehen kann. Sie wird angemessenen Kontakt mit Menschen lernen müssen.
Dass sie Deine Hände angegriffen hat, kann verschiedene Gründe haben. Entweder kann sie zwischen "Hand" und "Beute" nicht klar unterscheiden, und Deine Hand hat sich interessant bewegt. Oder sie hat eine pet induced aggression, die wiederum verschiedene Gründe haben kann (weiss leider den deutschen Ausdruck nicht), eine Überstimulierung. In diesem Fall kann es sein, dass ihr das Streicheln nach kurzer Zeit unangenehm wird, was sich in einer Attacke entlädt, sofern der Stimulus nicht früh genug abbricht. Manche Katzen haben sehr sensible Haut und Streicheln tut nach einer kurzen Weile weh, oder es wird aus anderen Gründen unangenehm. Normalerweise geben sie Zeichen (und Du hast ja auch welche gesehen). Bestenfalls springen sie einfach weg und entziehen sich so friedlich der Situation.
In letzterem Fall kann man häufig mit viel Geduld und Verständnis das Verhalten verbessern. Streicheln wird reduziert auf ganz kurze Einheiten, so dass es gar nicht erst unangenehm werden kann. Dann wird ihr friedliches Verhalten mit einem Leckerchen belohnt. Nach und nach kann man die Streichel-Einheiten zeitlich ausdehnen. Wichtig ist, dass Gestreicheltwerden immer ein positives Erlebnis ist, und nicht in eine Stresssituation umschlägt. Dann wird streicheln irgendwann positiv besetzt sein, und die Anspannung löst sich auf. Zur Zeit ist Streicheln etwas sehr ambivalentes für sie und mit Stress verknüpft. Der Knoten muss aufgelöst werden.
Wenn es doch eher Variante 1 ist, dass sie nicht genau weiss, was Hände sind und wie man damit umgeht, kann man vermutlich auch nur mit sehr viel Geduld ein neues Verhalten antrainieren. Niemals die Hände als Spielobjekt einsetzen und eigentlich alle Situationen vermeiden, wo es zu einer Verwirrung kommen könnte. Zusätzlich ständig andere Spielobjekte bereit halten, an denen sie sich abreagieren darf und soll.
Mein Rat wäre, mit einem Katzentherapeuten zusammen zu arbeiten, der sich die Situation genau ansehen kann, und die trigger identifizieren kann. Ein Therapeut kann Euch am besten helfen und einen individuellen Plan aufstellen, wie ihr es in den Griff bekommen könnt.
Viele solcher katzen brauchen einfach Zeit und entwickeln sich irgendwann in die allerliebsten Tiere. Das Potenzial hat sie ja. Sie braucht ein bisschen Hilfe und Orientierung, wie sie ihr Verhalten steuern kann.