Leider viel zu spät :-( Dennoch möchte ich mich sicherheitshalber hierzu äußern, da bzgl. dieser Problematik leider immer noch allzu oft auch seitens der TÄ abgewunken und das Ganze verharmlost wird.
Bei Katzen mit hohem Blutdruck muss zunächst
unbedingt herausgefunden werden, welche Ursache dem hohen Blutdruck zugrunde liegt, da dieser beinahe ausschließlich sekundär auftritt. Ursächlich können chronische
Niereninsuffizienz und Schilddrüsenüberfunktion sein, etwas seltener eine primär vorliegende Herzerkrankung (oftmals ist sie selbst eine Begleiterkrankung aufgrund von Nieren- und/oder Schilddrüsenerkrankungen).
Als Mittel der Wahl gegen den hohen Blutdruck hat sich bei Katzen Amlodipin herausgestellt. Je nach Ursache oder die Ursache begleitender Herzerkrankung (hier gibt es viele, die unterschiedlich behandelt werden müssen! Ein
Herzschall ist unabdingbar!) kann es sinnvoll sein, begleitend z.B. ACE-Hemmer oder Betablocker zu verabreichen. Die Organfunktionen (inkl. eigenständiger Behandlung!) und der Blutdruck müssen von nun an regelmäßig überprüft werden, das sollte sich von selbst verstehen. Oftmals ist mit fortschreitendem Verlauf der Organerkrankungen eine Dosisanpassung der Blutdruckmedikamente notwendig. Insbesondere schwere Herzerkrankungen können im fortgeschrittenen Stadium schließlich zu niedrigen Blutdruck bedingen.
Das Ganze ist ein Teufelskreis: Organschäden können (u.a.!) zu hohen Blutdruck erzeugen, zu hoher Blutdruck schädigt dann nachhaltig seinerseits die Organe. Es ist also zwingend notwendig, hier tätig zu werden. Wie schon angesprochen wurde, führt zu hoher Blutdruck oftmals auch zu Augenschäden. Grüner Star kann eine Komplikation sein, aber in vielen Fällen werden die Tiere auch wegen plötzlicher Erblindung und "Blut im Auge" vorgestellt. Der plötzlichen Erblindung durch Netzhautablösung kann, bei sofortigen Gegenmaßnahmen, manchmal noch begegnet werden. Hier hat sich ausschließlich Amlodipin als hilfreich erwiesen (Blutdruck), daneben sind Kortisongaben notwendig.
Das Auftreten der
Alopezie durch Belecken der entsprechenden Körperstelle ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Begleiterscheinung des zu hohen Blutdrucks. Es bestehen gute Aussichten, dass es aufhört, wenn der Blutdruck eingestellt ist.
Wenn TÄ abwinken oder das Ganze verharmlosen wollen, sollte der Tierhalter selbstbewusst genug sein, bestimmte Behandlungen zu fordern. Natürlich setzt dies leider eine gewisse Kenntnis der vorliegenden Problematik und möglicher Behandlungen voraus. Im Zweifelsfalle sollte immer eine zweite Meinung eingeholt werden, insbesondere bei dieser hier angesprochenen Problematik bietet sich ein Tierkardiologe an.
Zuletzt ein Appell: Wann immer bei Katzen eine chronische
Niereninsuffizienz, eine Schilddrüsenüberfunktion oder auch eine Herzschädigung (ink. Koronargefäße) diagnostiziert wird, MUSS auch der Blutdruck gemessen und ggf. vorliegender Bluthochdruck behandelt werden!
Das Ganze wirkt anfangs unübersichtlich und sehr aufwändig, aber hat man den Blutdruck und die Ursache

ersteinmal im Griff, hat sich der ganze Aufwand oftmals auch gelohnt, da nun dem Tier doch zumeist noch eine schöne und nicht selten auch lange unbeschwerte Zeit bevorsteht.
Das nur mal in aller Kürze.
Liebe Grüße