Es fällt mir schwer, diese Zeilen zu schreiben. Es tut alles so entsetzlich weh.
Gestern mussten ich und meine Frau unseren Kater und meinen Kumpel Copper, den ich seit 15 Jahren kannte, einschlafen lassen.
Er war ein bildschöner Somalikater und der freundlichste, netteste und manchmal auch nervigste Kerl, den man sich vorstellen kann.
Das schlimmste daran war, wie schnell wir uns verabschieden mussten. Es schien, und das sage nicht nur ich, dass er auf die Rückkehr meiner Frau und mir aus dem Urlaub gewartet hat.
Zwei Tage danach mussten wir ihn gehen lassen.
Mir fehlt das leise Kratzen seiner Krallen auf dem Parkett, das nervende und fordernde Maunzen, wenn er nach dem Fressen auf die Spüle sprang und jemand sollte den Wasserhahn aufmachen damit er trinken konnte (nicht, dass er auch einen Wassernapf hatte..)
Ich vermisse so entsetzlich seine Anwesenheit, ich vermisse, dass er sich abends abwechselnd zu meiner Frau und mir legte (und uns mit seinem breiten Schädel den Fernseher verdeckte..)
Ich vermisse, wie er dabei eine Umarmung vollführte, ein Bein links und ein Bein rechts vom Hals und hoheitsvoll aus halb geöffneten Augen blickte.
Ich vermisse, dass er den Kühlschrank öffnet und sich Dinge rausnimmt, die eigentlich nicht für ihn bestimmt waren. Nicht dass jemals jemand böse war... Vielleicht "böse";-), aber nicht wirklich.
Ich vermisse es, ihn in der Sonne am Fenster liegen zu sehen, langgestreckt mit seinem roten Fell. Oder langgestreckt auf dem Sessel. Bauch nach oben. So flauschig, dass man die Nase reinsteckte.
Ich vermisse seine sanfte Art, die niemals, absolut niemals (ausser beim Toben) jemanden verletzen wollte.
Hätte ich die Möglichkeit gehabt, sein Leben mit meinen Lebensjahren zu verlängern, ich hätte keinen Augenblick gezögert.
Ich weiss nicht, ob er Schmerzen hatte, aber ich befürchte es. Zumindest die letzten zwei Wochen. Da wo er jetzt ist, hat er keine, aber ehrlich: zur Zeit tröstet das einen Sch...dreck.
Alles an ihm fehlt mir und meiner Frau. Er ist in unserem Haus, in unserem Wohnzimmer eingeschläfert worden, in meinen Armen.
Nichts was ich kenne, hat mir bisher so wehgetan. Seinen Halbbruder, einen Abessinier, musste ich Ende 2010 einschläfern lassen, was in einiger Hinsicht noch entsetzlicher war, da es auch nur innerhalb 3 Tagen stattfand. Keine Zeit sich richtig zu verabschieden. Er ist in der Praxis unseres Arztes gestorben, aber immerhin auch in meinen Armen.
Copper war die Seele unseres Hauses. Meine Frau hat ihn erst kennengelernt, nachdem ich ihn schon zwei Jahre hatte. Sie stand überhaupt nicht auf Katzen, aber er schlich sich in ihr Herz.
Er ging mit mir durch dick und dünn, 3 Wohnungswechsel ohne Murren.
Also, wo ist das Klo? Check! Wo ist das Futter? Check! Tom (ich) da? Check! Na dann ist alles klar.
Meine Frau und ich versuchen uns an all die wundervollen Geschichten mit ihm zu erinnern, von denen es eine Menge gab. Vor allem die, in der meine Frau den Kühlschrank öffnete und den Kater drin fand...
Der Kerl konnte es mal wieder nicht lassen, sich sein Futter anderswo zu besorgen, hat den Kühlschrank (eine 1,70m hohe Tür !) geöffnet und ist zum Suchen reingesprungen.. Dumm, dass der Boden uneben ist und die Tür dann zu fällt...
War ein Riesenschreck für Frau und Kater..
Es gibt Geschichten, als er eine 7 Monate alte Rotznase war und mir morgens auflauerte und mich ansprang. Damals sah er aus, als hätte er in eine Steckdose gepackt. Zauselig halt, wie kleine Kater sind.
Vielleicht schreibe ich noch von seinen Geschichten, wenn es hilft. Aber zur Zeit tut es zu weh.
Er fehlt uns so sehr.
Mach es gut mein Freund. Danke für die 15 Jahre. Einen besseren Kumpel kann man nicht haben. Jetzt siehst Du Deinen Bruder wieder. Vielleicht ist gestern wieder einer wie Du geboren worden und vielleicht gibt es mal einen Nachfolger. Der wird anders sein.
Dich werden wir niemals vergessen