Guten Abend liebe Forummitglieder,
ich habe mich eben aus einem leider traurigen Grund hier angemeldet.
Es geht um meinen Senoir Felix. Er ist 16-17 Jahre alt (genau weiß ich es nicht) und ist innerhalb des vergangenen Jahres echt alt geworden. Er nahm langsam ab und wurde ruhiger. Ich habe das noch als normal angesehen, man wird ja nicht jünger ;-)
Allerdings veränderte sich sein Zustand immer mehr und wurde sehr dünn. Auch verhielt er sich nicht mehr wie ich ihn kenne. Bin dann den Samstag vor Silvester in eine Tierklinik, weil er sich komisch verhielt. Die Tierärztin dort war nicht nur eine unmögliche Person, sondern wollte ihn mit den Worten "der ist ja todkrank" sofort einschläfern. Ich Kater eingepackt, nachdem sie ihm gnädigerweise noch eine Infusion gelegt hatte :-?
Bin nächsten Tag zu einer anderen Tierärztin und wir haben ihn mit SUC, Catosal und Infusionen, die ich zu Hause selber gelegt habe wieder stabilisiert. Blutabnahme ergab dann eine Schilddrüsenüberfunktion und wir bekamen Tabletten. Nach 3 Wochen Blutkontrolle und die Schilddrüse war schon gut eingestellt und sogar die Nierenwerte waren noch im Normalbereich. Dann lief es auch eine Zeit ganz gut. Sein Wesen veränderte sich allerdings nicht mehr großartig. Schlief und döste sehr viel (überwiegend auf Bodenplätzen), aber hatte immer einen Bärenhunger. Ich gab ihm erst Nierendiät,Aufbaufutter und dann Senoirfutter und das mochte er irgendwann nicht mehr. Also hab ich gedacht, damit er sein Fresschen genießen kann, kriegt er halt sein geliebtes Billigfutter. Er hat dann circa 4-5 Schälchen "Dein Bestes" bekommen, die er immer restlos wegputzte. Ich hatte gedacht wir sind auf einem guten Weg, hatte auch den Eindruck, dass er ein paar Gramm zugenommen hat.....
So und nun hat der alte Herr seit Montag aufgehört zu fressen, trinkt nur noch Milch und etwas Sahne(damit überhaupt was reingeht in die Katze). Selbst seinen heißgeliebten Käse lässt er links liegen. Er liegt fast nur noch rum, ist apathisch, allgemein sehr schwach, geht öfter mal auf Toilette aber es kommt nicht immer was, dann bleibt er manchmal einfach im Katzenklo liegen, manchmal schnauft er auf Toilette, aber jault nicht. Allgemeinzustand gefällt mir überhaupt nicht

Gestern war ich mit ihm wieder beim Tierarzt. Sie gab ihm noch eine Infusion mit SUC, Catosal, Engystol und Metacam also Schmerzmittel. Ich vermute nämlich auch, dass er Athrose hat, da er jammert, wenn man ihn an den Pfoten und Hinterbeinen berührt. Seine Beine sind ziemlich schwach, öfter mal knickt er mit den Hinterbeinen weg und fällt dann um. Auch das hinlegen und aufstehen fällt ihm schwer. So sie gab mir Schmerzmittel für zu Hause mit und er hat es auch heute bekommen. Er wirkt dadurch noch schwächer :-(
Die Tierärztin und ich haben darüber gesprochen, dass seine Zeit nun vielleicht gekommen ist. Wir sollen morgen wiederkommen und sie sagte mir auch ehrlich, wenn sich bis morgen sein Zustand nicht verbessert legt sie mir es nahe, ihn gehen zu lassen

Dazu kommt noch, dass er seit Geburt an (so wurde mir gesagt) ein beidseitiges
Entropium hat (eingerollte Augenlider). Als er damals zu mir kam, war ich deswegen bei einem Tierarzt und man hätte es operieren können, aber er sagte auch, dass es ein Risiko wäre einen 14 Jahre alten Kater in Narkose zu legen. Ich hatte auch immer den Eindruck, dass Felix damit gut leben konnte und habe es nicht riskiert. Also regelmäßig Augen säubern und Augensalbe rein. Das klappte relativ gut und das wurde auch schon immer gemacht, also kein Problem für ihn. Nun ist es seit einiger Zeit aber auc so, dass es sich teilweise sehr entzündet und er die Augen manchmal gar nicht richtig öffnen kann/will und kneift die Augen zusammen. Habe den Eindruck es hat sich in den letzten Monaten sehr verschlechtert. Die Nickhäute haben sich in den ganzen Jahren stark verändert.
Er wird sicher Schmerzen haben....
Von dem Kater, wie ich ihn kenne, ist kaum noch was übrig. Starke Wesensveränderung gegenüber früher. Nicht mehr der rotzfreche Kater der mir den Käse vom Brot klaut. Er putzt sich kaum noch, spielt schon lange nicht mehr, will nicht mehr auf den Balkon. Er pendelt nur noch zwischen Küche, Katzenklo, Flur und manchmal Wohnzimmer. Bad und Schlafzimmer betritt er gar nicht mehr. Er interessiert sich für fast nix mehr. Trotzdem kommt er noch oft an, wenn ich in die Küche gehe. Dann steht er neben mir und guckt mich an. Erwartungsvoll? Flehend? Ich weiß es nicht! Ich kann seinen Blick einfach nicht deuten, schaffe es nicht zu erkennen was er wirklich will. Will er gehen? Will er nicht gehen? Durch seine kranken Augen war sein Blick schon immer etwas traurig.... es ist so schwer!
Was denkt ihr bei meinen Zeilen??? Ist es Zeit loszulassen?
Danke, an diejenigen, die sich auf einem Karfreitagabend die Zeit nehmen, dies zu lesen!
Traurige Grüße
Laura