Auf jeden Fall haben Katzen ein sehr sehr gutes Langzeitgedächtnis. Meine beiden sollten eigentlich von Geburt an reine Wohnungskatzen bleiben. Murphy hat jedoch gleich in seinem ersten Sommer 2009 vor der Tür Terror geschoben. Irgendwann habe ich nachgegeben und bin mit ihm nur hin und wieder mal ganz kurz an der Leine in den Garten gegangen. Dann wollte mein älterer Kater Gizmo irgendwann natürlich auch mit und hat jedesmal, wenn ich mit Murphy unten war, ebenfalls gejault. Also jeden Sommer immer schön ab und an mit beiden Katern an der Leine nach unten. Manchmal tagelang nicht. Manchmal 2 Mal täglich. Bei schlechtem Wetter und im Winter war es den Katzen egal und ich hatte über Monate Ruhe, aber bei schönem Wetter wurde an der Tür gemauzt, was das Zeug hält. Dann wurde irgendwann auch gegen die Leine protestiert. Zumindest dagegen, dass Frauchen einem auf Schritt und Tritt folgt. Besonders Murphy war davon genervt und wollte seinen Freiraum.
Also ohne Leine, aber dafür mit Schnellöffnungshalsband und Adressanhänger. Nur zur Sicherheit. Aber sie ließen sich immer problemlos zurück rufen, hielten sich an meine Grenzen und sie kamen auch immer auf Kommando wieder mit rein. Selbst als mal eine fremde Katze neugierig in den Garten gekommen ist um die beiden zu beobachtet, die beiden dann auf sie zugestürmt sind um sie zu vertreiben und beide dann auch hinter ihr her gerannt sind, als die Katze weggelaufen ist. Da hat einmal rufen gereicht und die beiden haben abgebremst und sind im Garten geblieben. Alle Nachbarn ihm Wohnblock kennen meine beiden daher auch. Sie haben mich im Garten mit ihnen spielen sehen oder haben sie auch mal im Treppenhaus angetroffen. Als Murphy dann jedoch immer und immer mehr raus wollten und ab und an gemeckert hat, wenn er wieder rein musste, habe ich versucht die Ausflüge im Sommer wieder Schritt für Schritt zu reduzieren. Dann kam der Tag X. Wir waren im Garten, plötzlich gab es ganz in der Nähe einen ohrenbetäubenden Knall und kurz darauf haben Hunde wie wahnsinnig gejault, gebellt, geknurrt und es klang nach einer großen Keilerei der Hunde. Normales Hundegebell stört die beiden nicht. Wir haben hier in der Nähe öfter Hundegebell oder auch tief fliegende Hubschrauber, Autolärm.... Wir wohnen in der Nähe eines Bahnhofes und einer Jugendfreizeitstätte.... Aber da habe selbst ich kurz Angst bekommen. Gizmo ist sofort hoch in die Wohnung und Murphy war plötzlich weg. Ich hab ihn einfach aus den Augen verloren, weil ich mich durch den Krach selber so erschrocken hatte und dann nur Gizmo hab flitzen sehen... Von 15 -16 Uhr bis zum nächsten Morgen um 6.30 Uhr war der Kleine verschwunden. Ich vermute, dass er zum einen nicht nach Hause gefunden hat, zum anderen war es aber auch warm und trocken und er wollte vielleicht lieber draußen in den Gärten rumstromern. Ich habe erst nur gerufen und gesucht und habe dann, von 18-23 Uhr, Gizmo ins Wohnzimmer eingesperrt und alle Türen offen gelassen, abends um 19 Uhr hab ich sogar schon beim suchen in der Nachbarschaft 50 kleine Zettel mit Bild und kurzem Text verteilt (mein netter Nachbar saß in der Zeit auf seinem Balkon und hat aufgepasst, dass keiner bei uns ins Treppenhaus und in meine Wohnung kommt und hätte mir auch Bescheid gegeben, wenn Murphy aufgetaucht wäre) und ich habe daraufhin auch sofort 2 super nette Anrufe bekommen. Die eine Frau erzählte mir, dass sie in ihrem Garten gearbeitet hätte und Murphy zu ihr in den Garten gekommen sei, dann ist er wohl zu ihrer offenen Kellertür gegangen und hätte neugierig reingeguckt, wäre aber sofort wieder abgehauen als sie näher kam um ihn dort weg zu scheuchen und auch, weil er anscheinend erkannt hatte, dass es eben nicht unser Kellereingang war. Ich bin sofort dort hin ( 2 Straßen weiter ) und hab bis 2 Uhr morgens draußen nach ihm gerufen und gesucht, aber ihn nicht gefunden. Über Nacht musste ich natürlich meine Wohnungstür und auch unten alles zu machen. War ja schon froh, dass ich sie bis 23 Uhr offen lassen konnte, weil mein Nachbar halt aufgepasst hatte, aber er wollte natürlich irgendwann auch ins Bett. Nach einer unruhigen und kurzen Nacht (2 - 6.30 Uhr) hab ich morgens die Kellertür zum Garten aufgemacht und dann kam er schon unter der Tanne vorgestürmt und ging wie selbstverständlich nach oben um sich sein Frühstück abzuholen.:-x Von da an war es quasi vorbei mit dem Freigang. Für beide. Selten durfte Murphy noch mal kurz mitkommen, wenn ich Müll runter gebracht habe, aber das war es dann auch. 2-3 Minuten, wenn Ablenkung und Ignorieren nicht halfen.
Keiner hatte jemals Probleme damit, auch nach 5-6 Monaten, ihre Lieblingsstellen im Garten zu finden. Es gibt z.B ein Loch in einem engmaschigen Zaun, der den Nachbargarten abtrennt. Durch dieses Loch ist Murphy sehr gerne in diesen Nachbargarten gekrabbelt. Er wusste ja, dass er nicht über die Pflastersteine der Hofeinfahrt, über den Bürgersteig oder die Straßen laufen durfte und die Nachbarn hatten auch kein Problem damit. Ich durfte sogar extra mit ihm rüber gehen.(ich ganz normal über den Bürgersteig und das Tor, Murphy durch das Loch im Zaun) Wie oft ist es passiert, dass Murphy von November bis April/Mai nur in der Wohnung war, dann raus wollte, sich einmal kurz in unserem Garten umgeguckt hat und dann schnurstraks als erstes zur Tanne gelaufen ist um dort durch das Loch in den Nachbargarten zu gelangen und ich dann der Spielverderber war, wenn ich ihn zurück gerufen habe. Auch Gizmo hatte seine Ecken, die er immer zuerst kontrolliert hat, ob sie nach der langen Zeit quasi noch da sind.